Andrea Schmalz aus Berlin

“Warum gibt es keine zentrale Stelle bzw. kein einheitliches Verfahren zur Anmeldung und Vergabe freier Kita-Plätze?”


Andrea Schmalz, 32, Projektkoordinatorin, aus Berlin
Florentine, 3,5 Monate

Wann haben Sie angefangen, nach einem Kita-Platz zu suchen?
Wir haben im siebten Schwangerschaftsmonat mit der Suche angefangen. Da man uns oft bat, sich erst zu melden, wenn das Kind tatsächlich geboren ist, haben wir mit der systematischen Suche im Februar 2012 begonnen. Der Kita-Platz wird idealerweise ab Februar 2013 benötigt. Vor August werden aber meistens keine Plätze frei, da es – wenn überhaupt – erst zum Schulbeginn freie Kapazitäten gibt.

Bei wie vielen Kitas haben Sie sich angemeldet?
Insgesamt haben wir 25 Kitas kontaktiert und stehen auf elf Wartelisten.

Auch über Alternativen nachgedacht?
Abgesehen von einer evtl. Überbrückung zwischen Februar und August 2013 haben wir keine wirkliche Alternative.

Wie viele Absagen haben Sie erhalten?
Wir haben bereits fünf Absagen erhalten.

Welche Tricks angewandt?
Zu Besichtigungstermin sind wir mit der gesamten Familie erschienen. Und haben süße Babyfotos geschickt.

Härtester Satz bei der Absage, schlimmstes Erlebnis?
„Wir sind bis 2015 voll!“ Bei einem Kinderladen wurden wir um Mithilfe beim Aufbau und auch um finanzielle Beteiligung gebeten.

Mögliche Übergangslösung?
Verschiebung der Elternzeit (des Vaters) und Einbindung der Omas in die Betreuung.

Ihre Botschaft an die Familienministerin?
Warum gibt es keine zentrale Stelle bzw. kein einheitliches Verfahren zur Anmeldung und Vergabe freier Kita-Plätze? Jede Kita hat ihr eigenes System, ihre Plätze zu verwalten. Es gibt Kitas, die ihre freien Plätze per Losverfahren vergeben; andere führen Wartelisten; wiederum andere führen zwar Wartelisten, man muss sich aber regelmäßig in Erinnerung bringen, um nicht gestrichen zu werden. Manche Kitas haben die Wartelisten bereits wieder abgeschafft, weil ihre Pflege zu arbeitsintensiv wurde. Einige Kitas antworten gar nicht auf E-Mails bzw. rufen nicht zurück. Letztlich führen diese unterschiedlichen Systeme zu Verwirrung und Unsicherheit bei den Eltern, so dass man versucht, sich auf so viele Listen wie möglich zu setzen, obwohl man natürlich nur einen Platz benötigt. So entsteht bei den Kitas ein falsches Bild des tatsächlichen Bedarfs an Kitaplätzen. Die Bewerberflut und das ständige Nachfragen der Eltern erzeugt sicherlich auch Frust bei den Kita-MitarbeiterInnen.

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Ein Kommentar

  1. Nadine Groß-Merres

    Ich finde diese Botschaft an Frau Schöder sehr gut! Zentrale Verwaltungs- und Vergebstellen für KiTaplätz für alle Alltersklasse ist eien sehr gute Idee! Eine Bekannte erzählt mir, dass es in Gelsenkirchen so win Sytem gäbe. Warum dort und nicht Bundesweit! Frau Schröder, nehmen sie sich diese Idee doch zu Herzen und arbeiten sie da mal dran!