Bärchenwurst

Bärchenwurst, Löffelbande-Suppe oder spezielle Milch: Die Lebensmittelindustrie hat eine Marktlücke entdeckt – Nahrung für ein- bis dreijährige Kleinkinder.

Ein Kurz-Interview mit Dr. Annett Hilbig vom Forschungsinstitut für Kinderernährung

Mit Lebensmitteln für Kleinkinder lassen sich 200 Millionen Euro pro Jahr umsetzen, schätzt die Branche. Brauchen Kinder ab einem Jahr überhaupt eigene Nahrung?

Nein. Mit einem Jahr können Kinder ganz normal bei den Erwachsenen mitessen. Diese spezielle Kindernahrung ist relativ fett und zuckerreich. Und sie ist deutlich teurer als vergleichbare Produkte. Man kann darauf also gut verzichten.

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz hat Hersteller von Kindermilch speziell für Ein- bis Dreijährige sogar aufgefordert, sie anders zu bewerben, weil das Produkt für die Zielgruppe nicht geeignet sei. Was halten Sie davon?

Die Meinungen gehen da stark auseinander. Wir, das Forschungsinstitut für Kinderernährung, glauben, dass Kinder ab einem Jahr auch normale Kuhmilch bekommen können. In Frankreich allerdings wird diese Kindermilch sogar empfohlen, weil sie einen niedrigeren Eiweißgehalt hat als herkömmliche Milch. Dieser niedrige Eiweißgehalt soll vor Übergewicht schützen, aber dazu gibt es keine gesicherten Belege.

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