Blog der Woche: Kinderdok – Kids and me 2.0

Aus der Welt eines Kinder- und Jugendarztes: Sehr lesenswertes Blog mit Geschichten aus der Praxiswelt.

Diese Woche: Kinderdok – Kids and Me 2.0

Wer bist du?
Ich bin Kinder- und Jugendarzt in eigener Praxis und blogge seit 2006 regelmäßig aus den Erlebnissen mit Kindern, Jugendlichen und vor allem ihren Eltern. Studiert habe ich an einer recht ordentlichen Uni in der Mitte von Deutschland, inzwischen lebe ich mit Familie (Frau, Kinder und Katze) irgendwo im Süden (der Süden beginnt unterhalb der Elbauen). Freizeit? Habe ich nicht, ich bin schließlich Arzt. Aber ich lese gerne und würde mich leider als Internet- und Fernsehjunkie bezeichnen.

Wie bist du zum Bloggen gekommen?
Das Blog ist ein Ventil des Alltags für das, was Familie und Freunde nicht mehr auffangen wollen oder nicht mehr hören können. Ich habe früher bereits viel geschrieben, und das Blog ist die logische Fortsetzung dieses Interesses. Anfangs war es mehr ein Ausprobieren, wie sich das öffentliche Interesse so anfühlt, inzwischen ist durch das Bloggen eine neue Kommunikationsform entstanden, der Austausch mit den Lesern und den anderen Bloggern eröffnet ganz neue Horizonte, auch für meine tägliche Praxisarbeit.

Um was geht es in deinem Blog?
Ihr findet Begegnungen mit Müttern, Vätern und Kindern, Omas und Opas, ich blogge über die Ängste der Erwachsenen, Tipps für den Umgang mit Kindern und deren Eltern, Geschichten, die sich in und rund um die Praxis so ereignen. Vielfach erscheint das Blog als Eltern-Bashing, aber in der Praxis finde ich so viele Eltern, die es hervorragend schaffen, mit ihren Kindern zurecht zu kommen, da bekommt man manchmal eine verschobene Perspektive, wenn man mein Blog liest. Die doofen werden eben verbloggt, die neunzig Prozent fitten Eltern bleiben außen vor. Zudem finde ich genug Dinge im Alltag, die ich dann als off topic-Einträge verblogge, deshalb auch Kids and *me*. Das Blog ist für mich zur modernen Ausdrucksform geworden.

Wen könnte das interessieren?
Alle? Denn alle waren mal Kinder. Das ist vielleicht zu platt. Die Hauptzielgruppe dürfte die 25-35jährige Erstlingsmutter/ oder -vater sein, die sich dafür interessiert, wie das so ist mit den Kindern und deren Krankheiten. Und für den, der neugierig ist, was der Doktor mit den Gummibärchen noch so denkt, statt nur Antibiotika aufzuschreiben.

Was hat dein Blog, was andere nicht haben?
Das müssen die beurteilen, die regelmäßig wiederkehren, irgendwas scheint ja da zu sein.

Wie oft sollte ich reinschauen?
Ich blogge ungefähr jeden zweiten bis dritten Tag, Mittwochnachmittags meist nicht, da haben Ärzte frei und Urlaub gibt es auch – ganz wie im richtigen Leben. Für dazwischen gibt es noch einen Twitter- und einen Instagram-Account.

Lieblingseintrag aus deinem Blog, den du anderen besonders ans Herz legst?
Too many to mention… Die versammelten Top-Postings (was Kommentare angeht) finden sich auf der Unterseite “Beliebtes“: sehr beliebt ist immer die Auseinandersetzung mit Globuli, Heilpraktikern und sonstigen Medizinberufenen

Welche Blogs liest du denn gerne?
Josephine im Chaos
Die liebe Nessy
skizzenblog
Buddenbohm
Pharmama
XKCD

Ansonsten hat hat sich eine echte Mediziner-Blogosphäre entwickelt – hier findet man sie alle.

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13 Kommentare

  1. Pingback: Zweifelhafte Ehre | kids and me

  2. lotta

    Arroganter und sinnloser Blog.

    Nichts von dem was der “Schreiberling” da übertrieben anpackt, bleibt verschont.
    Er hetzt über “Kevin- Mütter”, über Anthroposophie, Homöopathie und Heilpraktiker…

    Wurde er von der Pharmaindustrie dazu abberufen, einen Blog zu machen, der gegen alles alternative ist, was sich gegen die Schulmedizin stellt?
    Dazu dann noch die Lästerecken der Anti- Naturmedizin- Eltern…Wahhhh.

    Grmmpf.

    Ich bin ja ein Alternativ- Medizin- Fan und mir stellen sich die Haare auf, wenn ich solche Kampagnen in Form eines “harmlosen” Internet- Tagebuches lesen muss und ihr das hier auch noch anpreist! Bäh.
    Wollt ihr eure doch sehr (meist) interessierten, offenen und alternativ denkenden Leser mit solch einem Schund vertreiben?

    • Nein, wir wollen niemanden vertreiben – und in einem privaten Blog ist es ja die Regel, dass der Betreiber, in diesem Falle eben ein Arzt, seine ehrliche Meinung äußert. Die muss und kann nicht allen gefallen. Das Blog zeigt das das Leben mal aus einem anderen, nicht so bekannten, Blickwinkel – Meinungen, die dort vertreten werden, müssen nicht alle teilen.

    • lotta

      Hast ja recht, liebe Sophie.
      Aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass dieser Doc nicht ganz glatt in der Birne is, wie man so schön sagt…
      Vor allem, dass er sich ohne Bild hier vorstellt… Machen die anderen Blogger, die Ihr hier vorstellt ja auch nicht…und seine Instagram- Seite, die er anpreist ist auch, naja, irgendwie merkwürdig.
      Also, äh, naja. Wie gesagt: Ist nur ein Gefühl. Diffus und so. ;-)

    • Ohne Bild, weil er ja als Arzt praktiziert und aus der Praxis erzählt. :)

    • lotta

      Oha. Klar.
      *vordenkopfschlag*
      Trotzdem komisch.
      Liebe Grüße!

    • Brummelbiene

      Oh…
      Nido ist also gepachtet für die Alternativ-Muttis. Das wusste ich bisher nicht. Dann muss ich mich wohl schnell wieder aus dem Staub machen.

      Das Kinderdoc-Blog ist ehrlich, offen und die Kommentare genauso. Klar lästert der Mann aus seinem Alltag – muss ein Arzt denn immer perfekt sein – genau das macht das Blog sympathisch.

      Kügelchen und Pendel verpuffen zu Glaubensmedizin, nichts anderes schreibt der Kinderarzt – richtig, dass jemand das offen legt – es gibt schon genug Esoterikmodeschrott

  3. Kerstin

    Ich bin beim Lesen des Blogs zwiegespalten.
    Einerseits enthält er viele (bittere) Wahrheiten. Diese im Lästerformat zu Bildschirm zu bringen, amüsiert den Leser und wirkt wahrscheinlich therapeutisch auf den Schreiber.
    Aber: Ich als Mutter eines zweijährigen Sohnes empfinde den Schreiber als zu verbittert und kritisch Eltern und Kindern gegenüber. Ich fühle mich erinnert an die Kinderarztbesuche mit meinem Sohn, der sich auch gerade vehement weigert “Hallo” und “Tschüss” zu sagen, ein bisschen zu viel auf die Waage bringt, und sich bei der U7 partout nicht nach seinem blöden Schuh bücken wollte. Der kritische “Noch so eine unfähige Mutter”-Blick des Kinderarztes verfolgt mich bis heute. Ich bin in eine wahre Rechtfertigungsarie geraten, aber der Blick blieb – und ein paar zynische Bemerkungen mussten auch noch hinterhergeschickt werden. Ich war fix und fertig danach. So sollte das nicht laufen. In manchen Posts des Kinderdocs erkenne ich meinen Kinderarzt und alte Wunden reißen wieder auf ;o)

  4. Sven

    Ist ja spannend das es eine Medizinier Blogosphäre gibt und ein zentrales Portal dazu. Hintergründe hierzu würden mich interessieren.

  5. Toni

    Mittels Blog dermaßen arrogant über die Fehler der “bildungsfernen” Schichten zu lästern finde ich absolut geschmacklos und ändert gar nichts. Kevin-Mütter werden den Blog wohl kaum lesen.

  6. Pingback: Wow Danke « kids and me