Das Beste fürs Kind

Wer sein Baby nicht stillt, steht im Verdacht, eine schlechte Mutter zu sein. Stillen fördere die Bindung, schütze vor Allergien und Übergewicht. Aber stimmt das wirklich?

Text: Katja Töpfer

Ingrid Reder hatte immer geglaubt, selbst über ihren Körper bestimmen zu können. Dann traf sie eine Entscheidung, die diesen Glauben erschütterte. Ingrid Reder, die in Wirklichkeit anders heißt, beschloss schon in der Schwangerschaft, ihr Baby danach nicht stillen zu wollen. Über ihre Gründe möchte sie nicht sprechen. „Zu intim. Das geht niemanden etwas an!“ Aber da irrte sich die 38-Jährige. Denn ihre Stillverweigerung kam einer öffentlichen Selbstanprangerung nahe. Die Schwestern auf der Wöchnerinnenstation knallten ihr die Abstilltabletten wortlos hin. Die kinderlose Schwägerin weinte, als Ingrid ihren neugeborenen Sohn mit einem Fläschchen fütterte. „Im Rückbildungskurs fragte mich eine Mutter, warum ich überhaupt ein Kind bekommen habe, wenn ich es nicht stillen will.“

Nicht stillen – Mütter, die diese Entscheidung treffen, müssen in Deutschland einiges aushalten. Dem Säugling die Brust zu geben, ist in unserer Gesellschaft Symbol für die gute, fürsorgende und liebende Mutter. Wer sich dem entzieht, womöglich sogar freiwillig, steht unter Generalverdacht: Nicht genug zu geben, nicht genug zu lieben, nicht genug zu tun für sein Kind.

„In Deutschland herrscht Stillzwang“, davon ist auch Barbara Vinken, Autorin des Buches „Die deutsche Mutter“, überzeugt. Stillkampagnen ähneln ideologischen Schlachten. „Stillen ist das Beste für Ihr Kind“, steht sogar auf den Packungen für Fertigmilch. Frauen, die Flasche füttern, werden gerügt – von Rentnern in der S-Bahn, pseudoverständnisvollen Laktationsberaterinnen, der Frau beim Bäcker. Die einfache Frage, was Säuglinge in den ersten Monaten essen sollten, ist zu einer Art Religionsersatz geworden.

Dabei gibt es ja durchaus auch Gründe, Fläschchen zu geben. Die Eltern können sich nachts abwechseln, wenn es um die Versorgung des Babys geht. Die Mütter sind unabhängiger, können sich leichter Auszeiten nehmen, Freunde treffen, ins Kino gehen. Sie können essen und trinken, was sie wollen. Französinnen stillen häufig gar nicht oder nur kurz, weil sie fürchten, das Aussehen ihres Busens würde darunter leiden. Und schließlich bedeutet für manche Frauen Stillen einfach Stress. Weil das Baby nicht so zunimmt, wie es zunehmen sollte. Weil eine Brustentzündung nach der anderen folgt, mit Fieberschüben und Schüttelfrost. Weil es eben einfach nicht so funktioniert, wie es funktionieren soll.

Für die Frauen der Nachkriegszeit war Flaschenfüttern ein Zeichen des Fortschrittswillens, des Glaubens daran, dass das Gute aus der Zukunft kommt. Flaschennahrung galt als gesund und praktisch. In den Siebzigerjahren wurde Stillen ein Thema der Frauenbewegung und damit ein Politikum. „Mein Körper gehört mir“, war das Motto der Feministinnen und Flaschenfüttern ein Statement gegen die patriarchalisch geprägte Gesellschaft. Es folgte eine kurze Zeit der Entspannung. Manche Frauen stillten, andere gaben die Flasche. Über das Für und Wider wurde nicht groß diskutiert. Dann wurde 1994 in Deutschland die Nationale Stillkommission gegründet. Die Kommission sollte im Auftrag der Bundesregierung durchsetzen, dass Stillen zur normalen Ernährung von Säuglingen wird, denn zahlreiche Studien hatten die gesundheitlichen Vorteile des Stillens belegt. Doch irgendwann wurde aus einer guten Idee eine Ideologie.

Neben all dem gesellschaftlichen Druck, stillen zu müssen, kommen die vermeintlichen gesundheitlichen Vorteile. Gestillte Kinder seien schlauer, erkrankten seltener an Diabetes. Muttermilch schütze vor Allergien, Morbus Crohn und Übergewicht, sorge für eine gute Sprachentwicklung, ein gerades Gebiss und eine höhere Sozialkompetenz – um nur einige Ergebnisse aus verschiedenen  Studien zu nennen. Dabei sind nur wenige Gesundheitsvorteile der Muttermilch wirklich belegt. „Gestillte Kinder sind seltener dick, leiden als Babys seltener an Mittelohrentzündungen und Durchfall“, so viel, sagt Berthold Koletzko, Mitglied der Nationalen Stillkommission, könne man gesichert sagen.

„Das Problem vieler Studien ist, dass sie nie frei von Störfaktoren sind, die das Ergebnis in die eine oder andere Richtung beeinflussen“, so Koletzko, der an der Dr. von Haunerschen Kinderklinik in München den Fachbereich Stoffwechsel und Ernährung leitet. Außerdem werden häufig Zusammenhänge konstruiert, wo es unter Umständen keine gibt. Viele Studien zeigen, dass Kinder, die gestillt wurden, später bei Intelligenztests und in der Schule besser abschneiden als ehemalige Flaschenkinder. Langzeitstudien konnten auch belegen, dass ehemaligen Stillkindern häufiger der soziale Aufstieg gelingt. Doch ob das wirklich an der Milch liegt, ist fraglich. Fest steht, dass Frauen, die ihre Babys mit Muttermilch ernähren, häufiger selbst eine höhere Schulbildung als Flaschenmütter haben und ihre Kinder besser fördern.

Auch die These, Stillen senke das Allergierisiko, ist sehr umstritten. Viele Hebammen und Kinderärzte behaupten dies trotzdem. Für Amerikanerinnen ist der Schutz vor Allergien sogar einer der Hauptgründe für das Stillen. „Doch ein Zusammenhang zwischen Stillen und Allergierisiko kann nicht belegt werden“, sagt Berthold Koletzko. Man wisse nicht, ob allergiegefährdete Säuglinge mehr Allergien entwickelten, wenn sie die Flasche bekämen. Umgekehrt kann man nicht sagen, ob es am Stillen liegt, wenn Kinder nicht allergisch reagieren. „Lediglich bei der Neurodermitis lassen sich leichte Schutzeffekte durch das Stillen nachweisen“, so Koletzko.

In der Frage der Allergieprävention im Säuglingsalter haben die Forscher daher vor einigen Jahren eine 180-Grad-Wende hingelegt. Noch vor zehn Jahren vertraten die meisten Wissenschaftler die These, dass es Babys vor Allergien schützt, wenn sie Nahrungsmittel mit einem hohen Allergiepotenzial möglichst lange meiden. Inzwischen weiß man: Genau das Gegenteil stimmt. Kommen Kinder erst spät mit allergieauslösenden Nahrungsbestandteilen in Berührung, fehlt ihrem Immunsystem das Training im Umgang mit diesen Stoffen. Die Folge: Sie entwickeln häufiger Allergien oder Unverträglichkeiten.

Aus diesem Grund wurde die frühere Empfehlung, ein Kind mindestens sechs Monate lang voll zu stillen, inzwischen herabgesetzt. Der Rat jetzt: Schon nach dem vierten Monat mit der Beikost anfangen, egal ob ein Kind allergiegefährdet ist oder nicht. Viele Hebammen und Laktationsberaterinnen propagieren jedoch nach wie vor möglichst lange Stillzeiten. Dabei berufen sie sich auf die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Diese rät, Kinder sechs Monate voll zu stillen und danach bis zum zweiten Lebensjahr oder sogar länger weiter zu stillen. Allerdings muss man diese Empfehlung im weltweiten Kontext sehen. Denn sie bezieht sich vor allem auf Länder, in denen der Zugang zu sauberem Trinkwasser erschwert ist und daher bei der Zubereitung von Flaschenmilch ein hohes Infektionsrisiko für die Babys besteht.

Natürlich ist unbestritten: Stillen ist praktisch, gesund und kostenlos. Die Stillbeziehung kann eine intensive, schöne Zeit für Mutter und Kind sein, der enge Körperkontakt fördert die psychische Entwicklung des Babys. Aber ob ein Kind gesund groß wird oder nicht, hängt nicht von der Frage „Stillen oder Flasche?“ ab. Trotzdem fällt es vielen Frauen schwer, sich von dem gesellschaftlich verordneten Stillzwang zu lösen.

Wie die Geschichte von Joanna zum Beispiel zeigt, die mit ihren Zwillingen vor einiger Zeit einen Babymassagekurs besuchte. Sie fiel allen anderen Müttern auf, weil sie außer ihren Zwillingen einen riesigen Wanderrucksack mit sich herumschleppte. Zwischen Stillkissen und Matten massierten alle ihre Babys und sprachen über das neue Leben mit den Kindern. Joanna war sehr dünn, hatte dunkle Augenringe. Weinend erzählte sie, wie der Alltag mit den Babys sie auslaugen würde, dass sie keine Nacht durchschlafe. Ein großes Thema war regelmäßig Joannas mangelhafte Milchbildung. Dann sahen alle, wie Joanna ihre Babys fütterte. Erst zog sie mehrere Flaschen, Tuben, Schläuche und Klebeband aus ihrem Rucksack. Sie mixte die Milch, füllte sie in eckige Behälter, die an langen Schläuchen befestigt waren. Mit diesen legte sie eine  Leitung über die Schulter hinunter zum Busen. An der Brustwarze wurde der Schlauch mit Pflaster angeklebt. Dann erst legte sie ein Baby nach dem anderen am Busen an. Manche Teilnehmerinnen dachten, die Kinder seien krank, vielleicht eine Gaumenspalte, und dies ihre Spezialernährung. Doch das war „Pseudostillen“, so tun, als ob – um das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein, zu unterdrücken. Die Hebamme lobte Joanna für ihre Mühen. „Wenn du die Babys an der Brust hast, stärkt das die Mutter-Kind-Bindung. Außerdem kurbelt das Saugen die Milchbildung an.“

Die Frankfurter Hebamme Jutta Ott- Gmelch glaubt deswegen auch, dass es nicht nur Mütter sind, die sich selbst unter Druck setzen. „Schuld sind auch übereifrige Laktationsberaterinnen und Hebammen“. Obwohl auch Ott-Gmelch eine hohe Stillquote für wünschenswert hält, ist sie doch der Meinung, dass sich viele Hebammen stärker an der Lebenswirklichkeit der jungen Mütter orientieren müssten. In ihrer Frankfurter Praxis sitzen Frauen, die das Stillen als belastend empfinden. Weil sie nachts jede Stunde die Brust geben müssen. Das Gefühl haben, ihr Körper gehöre nicht mehr ihnen. Schmerzen haben. Die bei jeder Zwiebel, die sie aus Versehen essen, glauben, sie seien verantwortlich für die Blähungen ihres Babys. Sie können sich aber trotzdem nicht von dem Glauben frei machen, eine schlechte Mutter zu sein, wenn sie aufhören würden. „Immer wieder muss ich Müttern die Absolution erteilen“, sagt Jutta Ott-Gmelch. „Du hast acht Wochen durchgehalten. Das ist toll. Du darfst aber auch die Flasche geben.“

Auch bei der Hamburger Psychotherapeutin Kathrin Peters sitzen oft Mütter, die das Stillen als belastend empfinden. Und die deswegen die ganze Beziehung zum Baby infrage stellen. „Die Beziehung zum Baby hängt aber nicht nur von einem Einflussfaktor ab. Sie ist etwas, was Eltern jeden Tag neu gestalten können.“ Für Kathrin Peters ist deswegen klar: Entspannt die Flasche füttern ist auf jeden Fall besser für die Beziehung zwischen Mutter und Baby, als auf Biegen und Brechen und unter Stress zu stillen.


Mythos und Wahrheit 

Langes stillen beugt Allergien vor.

Stimmt nicht: Studien zeigen, dass Kinder, die lange voll gestillt werden, häufiger Allergien entwickeln als Babys, die schon im fünften Monat Beikost erhalten. Daher wurden die Empfehlungen angepasst. Heute sollen auch allergiegefährdete Babys ab dem fünften Monat Beikost essen.

Gestillte Babys sind schlauer.  

Fraglich. Fakt ist: Gestillte Kinder schneiden in späteren Intelligenztests besser ab. Aber: Statistiker Geoff Der konnte nachweisen, dass nicht nur die gestillten Kinder im Schnitt einen höheren IQ haben als Nicht-Gestillte, sondern auch deren Mütter. Der kleine Unterschied hat also weniger mit Muttermilch, sondern mit Genen und Erziehung zu tun.

Gestillte Kinder sind dünner.  

Möglicherweise. Wer als Baby gestillt wurde, ist später seltener übergewichtig – das ist statistisch eindeutig. Das Problem: Auch hier ist ein signifikanter Einflussfaktor der Bildungsgrad der Eltern. Man kann also nicht sagen, ob die Muttermilch oder der insgesamt gesündere Lebensstil von besser gebildeten Menschen der Grund für die geringeren Übergewichtsraten ist.


Still-Statistik – „Breast is best“ – aber wie lange und wie häufig wird eigentlich gestillt?

6,5 Monate: So lange werden Babys in Deutschland im Schnitt gestillt.

90% aller Mütter wollen stillen. Die Hälfte füttern nach zwei Monaten zu.

81,5%  aller Babys, die 2005 geboren wurden, bekamen Muttermilch. Ein Anstieg von acht Prozent im Vergleich zu Kindern, die 1986 geboren wurden.

600 Kilokalorien mehr verbrauchen stillende Frauen pro Tag. Nach vier Monaten Stillzeit sind das ca. 72 000 Kilokalorien. Das entspricht etwa 125 Tafeln Schokolade.

110 Liter Milch geben stillende Mütter in vier Monaten. Sie sparen damit 350 Euro für Fertigmilch.

1 Mio. Kindertodesfälle weltweit etwa sind auf zu frühe Flaschennahrung zurückzuführen, schätzt die Wohltätigkeitsorganisation World Vision. Die Gründe: Infektionen der Babys aufgrund von verschmutztem Trinkwasser, das für die Nahrungszubereitung verwendet wird.

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87 Kommentare

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  3. Sehr ausführlicher Artikel, der die aktuelle Diskussion gut darlegt. Meiner Meinung nach muss es eine positive Wirkung vom Stillen geben, sonst würde uns Mutternatur diese Gabe nicht mitgeben.

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  6. kleinemutti

    Erstmal muss ich im vornherein sagen, das ich den Artikel gut finde :) Auch wenn das Thema stillen, wohl den meisten jungen Müttern aus dem Hals raus hängt. Ich glaube sogar so weit gehen zu können das viele mehr über das Thema Stillen nachdenken, als der „Akt“ an sich an Zeit in Anspruch nimmt. Ich finde es schön und für einige bestimmt sehr hilfreich, gerade für Nichtstillerinnen, tröstende Worte zu lesen. Was mich bei der ganzen Sache allerdings stört ist die Debatte an sich. Eigentlich stören mich sämtliche Grundsatzdebatten zum Thema Babys. Warum können wir nicht einfach mal davon ausgehen, dass eine Mutter, teils durch Hormone, teils durch die Lebensumstellung an sich, instinktiv weiß was für sie und ihr Kind das Richtige ist? Mutterinstinkt !!! Aaaber nein, es müssen öffentlich-rechtliche Kommisionen gegründet werden, die uns sagen : Still das Kind, sonst wird es dumm, bleibt für immer klein, bekommt Krankheiten. Achja und natürlich gibt es auch statistiken, die aussagen das hauptsächlich gebildete Mütter ihre Kinder stillen. Das selbe Prinzip, wird wahrscheinlich in Zukunft beim Thema Geburt, Kleiderwahl, Mindestalter der Mutter, sowie Namesgebung Anwendung finden. Was soll das?? Solche Dinge sind in meinem Auge nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich. Ein Kind braucht eine liebevolle Umgebung und Bezugspersonen (ich sage aus Absicht nicht Mutter), die ihre Grundbedürfnisse befriedigen können und darüber hinaus noch genug Kraft zum Glücklichsein haben sollten!! Die Mütter die der Meihnung sind, andere Frauen auf so plumpe Weise („Wer sich für sein Kind nicht aufopfern will, sollte kein ernst in die Welt setzten“) zu diskredetieren, sollten doch auch bitteschön Ihr Wahlrecht aufgeben und sich dem heimischen Herd verschreiben. Denn das ist doch das Problem, eine Mutter die nicht als Einzelkämpferin regelmäßig an Ihre Grenzen stößt, ist in vielen Augen eine schlechte Mutter. Nicht schön! Achja, und jetzt wird es ein wenig kindisch: Mütter, die ihr Kind einfach nur stillen weil sie es wollen, würden sich doch gar nicht an so einem Artikel stören (wie ich zum Beispiel). Euch, die natürlich ihr persönliches Stillverhalten hier, und an jeder anderen möglichen Stelle, dokumentieren müssen, geht es doch um Lob. Also bitteschön: Ganz fein gemacht! Ihr habt eure Kinder nicht nur vorm Hungertod bewahrt, nein Ihr habt das ganz toll fleißiges Bienchen mäßig gemacht!! An den Rest: auch fein gemacht!

  7. Elizabeth

    Ich muss sagen, dass mir der Artikel gar nicht gefällt und bei mir ein schlechtes Gefühl hinterlässt. Die Autorin beschreibt Stillen als sei es eine große Bürde, als müssten Frauen dafür furchtbar viel aufgeben – nicht ausgehen, nicht trinken, auf Koffein verzichten, die Zeit, die man dafür braucht. Ja, aber wieso hat eine Frau denn Kinder wenn sie sich nicht dafür aufopfern will??? Wenn man nicht einmal in den ersten Monaten bereit ist, 100% für sein Kind da zu sein und ihm damit den besten Start im Leben zu ermöglichen, dann soll man bitteschön keine Kinder zeugen.
    Mag sein, dass praktische keine Studien einwandfrei nachweisen, dass Muttermilch am besten ist, dennoch gewinne ich den Eindruck, dass die Autorin bewusst negativ schreibt.
    Für mich stellt sich die Sache extrem einfach dar. KUHmilch wurde von der Natur für Kälber gemacht. Kälber haben völlig andere Anforderungen an ihre Milch, allein schon weil ihre Verdauung ganz anders ist und von ihnen erwartet wird, innerhalb von drei Jahren ihre volle Größe zu erreichen. Muttermilch versorgt das Kind mit lebenden Antikörpern; etwas, das pasteurisierte Kuhmilch ganz sicher nicht macht. Und zu stillen ist eine wunderbare Zeit, die man mit seinem Kind verbringt.
    Und nein, Stillen ist anfangs nicht leicht und kann sogar sehr schmerzhaft sein. Es wegen ein paar Schwierigkeiten aufzugeben ist aber meistens nicht nötig und schadet dem Kind.
    Wie bereits in der Auflistung unten im Artikel steht – 1 Million Kinder sterben jährlich als direkte Folge von Flaschenmilch. In Ländern, in denen kein sauberes Trinkwasser existiert, Flaschenmilch zu werben und zu verkaufen ist unethisch und die meisten Firmen sind daran beteiligt – ein weiterer Grund, nicht ihre Produkte zu kaufen.
    Durchhaltevermögen und Hingabe sind halt gefragt und die wird man in den nächsten Jahrzehnten in großen Mengen brauchen und sollte sie in den ersten Monaten erst recht aufbringen!

    • Andrea

      Ihr Kommentar hinterlässt bei mir schlechte Gefühle, nicht der Artikel. Kinder kann und soll man aus verschiedenen Gründen haben. Aber gewiss nicht, um sich vorrangig „aufzuopfern“!! Schön, dass Sie übrigens nur von der „Frau“ sprechen, der die Bürde jener „Aufopferung“ zuteil wird… Was ist mit den Männern?! Und: manche Frauen wollen, andere können nicht stillen. Wer sind Sie, diesen das Recht auf Nachwuchs abzusprechen??? Und: stillen oder nicht hat nichts damit zu tun, hundertprozentig für das Kind da zu sein oder nicht.

  8. Julia

    So ein schwachsinniger Artikel. Ich habe eigentlich das Gefühl, in Deutschland gilt Stillen/Langzeitstillen als verpönt. Von allen Seiten wurde mir sogar geraten, nun endlich abzustillen, weil das Kind ja schon so groß ist (10 Monate). Wegen solcher Kommentare habe ich nun tatsächlich abgestillt. Dies wurde von allen natürlich freudestrahlend begrüsst. Ich muss sagen, mittlerweile bereitet mir das Abstillen aber schleches Gewissen (deshalb googele ich micht durch das Internet, um mein schlechtes Gewissen zu untermauern). Ich finde, das ist eigentlich der häufigste Grund, warum Frauen so früh abstillen oder überhaupt nicht stillen möchten. Ihnen wird einfach eingeredet, die Brust wird danach nicht mehr schön aussehen, du kannst nicht trinken, nicht ausgehen, der Partner kommt zu kurz, und und und. Es ist ja alles soo schlimm und anstrengend. Dabei finde ich Flasche geben viel anstrengender. Mal abgesehen von den Kosten für die Milchnahrung. Wir haben einfach aufgehört, auf unser Bauchgefühl zu hören. Stattdessen schließt man sich der Mehrheit einfach an.

  9. Sabine

    Ich habe immer dazu gestanden meine Kinder von Anfang an nicht zu stillen. Es war eine bewusste Entscheidung. Weder im Krankenhaus noch in meinem Umfeld hat sich jemand einen dummen Kommentar erlaubt.
    Mein Mann und ich haben uns die Erziehung komplett geteilt und mittlerweile erwarten wir das Dritte. Auch das wird wieder nicht gestillt und ich gehe davon aus, daß auch dieses deswegen keinen „Langzeitschaden “ bekommt.
    Ich greife auch keine Mütter an, die bewusst stillen sondern denke, jeder soll seine Kinder so großziehen, wie es am Besten in die Familie passt. Wenn die Kinder glücklich und gesund aufwachsen, fragt sowieso niemand mehr später, ob man als Kind gestillt wurde.

  10. Martina

    Es gibt immer sachliche Vor- und Nachteile wie auch individuelle Bedürfnisse. Anstatt sich zu streiten, wer Recht hat, wünsche ich mir vor allem mehr Toleranz für individuelle Lösungen und mehr Güte im Umgang miteinander. Mehr im Leserbrief, der hier aus Platzgründen nicht hinpasst. Viele Grüße!

  11. madamenimmersatt

    Ich finde die Argumentation des Textes auch eher schwach, wenig überzeugende und leider einseitige Argumente.Ich schließe mich meinen Vorkommentatoren Sonnenblume und apfelkern an. Ich habe auch keinen gesellschaftlichen Druck in Bezug auf das Stillen erlebt. Es ist tatsächlich eher das Gegenteil der Fall, denn ich habe aus meiner Umgebung eher zu hören bekommen, warum ich es mir denn so schwer machen würde. Die Krankenschwestern haben mich täglich zum Pulvermilchfüttern gedrängt, da mein Baby angeblich sonst zu wenig zunehmen würde! Niemand im KH respektierte meinen persönlichen Wunsch stillen zu wollen! Einige Kommentare basieren vermutlich auf den Vorurteilen, die gegenüber dem Stillen existieren. Ich finde es nicht gut, dass der Text suggeriert, Stillen wäre anstrengend und Flaschenernährung nicht.“Stillen ist anstrengend“ ist ein Mythos! Es sollte eher ausgesagt werden: ein Baby zu versorgen und zu umsorgen ist anstrengend. Es ist ebenfalls ein Mythos, dass Flaschenkinder besser schlafen und einen nachts nicht so oft wecken. Kinder werden nicht nur wegen des Hungers wach. Dafür gibt es noch viele andere mögliche Gründe. Und geweckt wird man so oder so als Mutter, weiß ich aus eigener Erfahrung. Selbst wenn mein Partner mich ablöst, höre ich das Geschrei meines Baby’s am anderen Ende der Wohnung und werde sofort wach. Und am nächsten Tag bin ich genauso müde.Ich selbst bin der Meinung, dass Stillen zwar besser ist, aber es keinem nützt, wenn er unter Druck gesetzt wird. Und, keine Mutter sollte ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie nicht stillt. Flaschernährung ist ebenfalls sehr stressig und eine Meisterleistung in Bezug auf Organisation etc.! Flaschen reinigen, sterilisieren, anrühren,erwärmen. Das dauert länger als das Baby mal schnell an die Brust zu legen.Und während man all dies macht, um die Flasche vorzubereiten, schreit das Baby evtl. die ganze Zeit und und und…Habe das alles schon erlebt und auch von diversen Freundinnen und Verwandten aus erster Hand mit Klagelied am Telefon erzählt bekommen..Ab gesehen von dem Equipment, welches man ständig mit sich führen muss…Beim Stillen hat man die Milch immer dabei, und das in der richtigen Temperatur, was aus meiner Sicht wesentlich stressfreier ist. Außerdem sollte man vorsichtig sein mit Suggestionen, wie „Muttermilch ist evtl. doch nicht wesentlich gesünder als Pulvermilch“, denn Muttermilch ist NICHT ohne Grund noch nicht so gut erforscht, da die chemische Zusammensetzung der Muttermilch hoch komplex ist und außerdem stark variieren kann, was es sehr schwierig macht, sie zu untersuchen. Weil das eben so ist, kann bisher noch keine Pulvermilch hergestellt werden, die dem „chemischen Bauplan“ von Muttermilch entspricht. Ebenso überzeugt das Argument der Feministinnen nicht, dass die Frau, wenn sie stillt abhängig wäre! Muttermilch kann ebenso einfach in Flaschen abgefüllt werden und vom Partner oder einer Betreuungsperson verabreicht werden. So kann die Frau genauso gut wie bei Flaschenernährung ausgehen und mal etwas für sich machen!! Milchabpumpen dauert zwischen 5-und 10 Minuten (eine Portion)…Das alles praktiziere ich selbst jeden Tag aufs Neue in meinem Alltag. Die Autorin des Artikels scheint aus meiner Sicht, nicht besonders gut recherchiert zu haben.Wie auch immer…
    Das alles bedeutet jedoch nicht, dass jede Mutter stillen muss, wenn sie nicht will oder kann!Jede darf selbst entscheiden, was für sie das Richtige ist!

    Bilanz: Pulvermilch vs. Stillen = genauso anstrengend je nach Situation, = Frau genauso abhängig oder unabhängig und was von beidem „gesünder“ ist und was genau gesünder daran ist, muss noch genauer erforscht werden…Keine eindeutige Aussage möglich.
    Schade ist nur, dass der Artikel nicht genügend differenziert, da hätte ich von der NIDO auch mehr erwartet!

    MfG
    madamenimmersatt (Mutter eines Babies und Chemiestudentin im Master)

    • madamenimmersatt

      Achja! Außerdem können auch beide Ernährungsformen gemischt werden, wer will einem also vorschreiben was zu wählen ist? Es gibt also drei Möglichkeiten, die jeder passend für seine SItuation auswählen kann…Frau sollte sich nichts einreden lassen! Liebe Frauen seid standhaft!

    • istnichtsowichtig

      liebe madamenimmersatt!
      nachdem ich mir den artikel und alle kommentare durchgelesen hab, bin ich froh, ihren kommentar gelesen zu haben!
      VIELEN DANK!!!! endlich mal ein guter bericht über die „vor- und nachteile“ des stillens bzw. nichtstillens!

  12. Sonnenblume

    Den Artikel finde ich eher schwach. Da stoert sich jemand am „Stillzwang“ und daran, wie wenig tolerant heute mit nicht stillenden Muettern umgagangen wird, um sich dann genauso verstaendnislos und intollerant auf diejenigen zu stuerzen, die unbedingt stillen wollen und bereit sind, dafuer auch grosse Muehen in Kauf zu nehmen (wie die Zwillingsmutter, die mit Brusternaehrungsset stillt).

    Ich gebe der Autorin nur in einem Punkt absolut recht: Wir Frauen muessen selbstbewusster werden. Jede Familie muss fuer sich die beste Loesung finden. Was fuer eine Familie ideal ist, funktioniert fuer die andere vielleicht gar nicht. Ist die Entscheidung einmal gefallen (und wird dadurch die Gesundheit des Kindes nicht gefaehrdet), geht es niemand anderen mehr etwas an.

    Lasst die Leute doch meckern. Du willst nicht stillen? OK. Hoer einfach nicht hin, wenn andere meckern. Aber lass auch die arme Zwillingsmama in Frieden. Die hat schon genug am Hals mit 2 Babys, die staendig Aufmerksamkeit brauchen. Wenn sie entschieden hat, dass das Teilstillen mit Brusternaehrungsset Ihr wichtig ist, weil es ihr positive Gefuehle bringt (oder was auch immer der Grund fuer ihre Entscheidung ist), dann akzeptiere das bitte.

  13. apfelkern

    Selten so einen Stillbash gelesen unter dem Mäntelchen des Journalismus…. Muss man sich als stillende Mutter nun als von der Gesellschaft entmündigt fühlen? Ist es nicht viel mehr so, dass man schräg angeschaut wird sobald man nicht beim ersten Stillproblem abstillt und zur Flasche wechselt? Ich erlebe den Stillzwang in keinster Weise, viel eher erlebe ich es umgekehrt! Schade, von der Nido hätte ich mehr erwartet.

  14. Fee

    Ich habe den Stillzwang massiv erlebt. Hebamme, nachsorgehebamme, krankenhaus, kinderarzt u mitmütter. Letztere am meisten. Mein Kind ist nun 17 Monate u noch immer habe ich das Gefühl, versagt zu haben, weil ich nicht stillte. Ehrlich gesagt, drehte es ssich in den ersten stunden u tagen nach der geburt nie um das kind und mich, um die bindung, das stundenlange sich bestaunen, sondern nur darum, dem kind die brust in den mund zu quetschen. Es war erniedrigend. Flasche = Versagerin. Und dann eerzählte mir eine mutter, der kinderarzt müsse noch heute wissen, ob das kind gestillt wurde, denn nur so könne man später im leben psychische störungen schneller erkennen.

    Ich habe es satt, so einen mist zu hören. Und dann erzählen, die vorbildlichen stillmuttis, dass ssie während ddem stillen tv sehen oder surfen. Na denn prost!

  15. Melitta

    Den Artikel fand ich wirklich gut. Ich wusste nicht, dass es in Deutschland einen solchen Stillzwang gibt. DENN ich habe genau das Gegenteil erlebt!! Ich habe 2 Töchter. Die Große habe ich 11 1/2 Monate gestillt. Die Kleine leider nur 5 Monate. Sie wollte einfach meine Milch nicht mehr.
    Was ICH aber durchmachen musste weil ich gestillt habe ist echt der Wahnsinn gewesen! Ich musste mir Sachen anhören wie, ich würde ja meinen Busen zerstören, könnte ja nicht essen was ich will. Würde mich dem Kind total unterwerfen! Und von einem guten Bekannten wurde ich sogar blöd angesprochen, wie ich mein Kind nur in ALLER ÖFFENTLICHKEIT stillen könnte?? Sowas kann man doch nicht einfach fremden Menschen zumuten! Ich solle doch gefälligst in den Wickelraum gehen! Geht er denn zum Essen aufs KLO?? Da war ich wirklich verblüfft und sehr enttäuscht! Das Stillthema ist eine heikle Angelegenheit. Das ist mir in beiden Stillzeiten immer wieder stark bewusst geworden. Ich finde es schade, wenn Frauen nicht stillen wegen ihrem Busen, oder weil sie „frei“ sein wollen. Oder wenn sie einfach keine Lust mehr haben ständig auf ihr Kind Rücksicht zu nehmen, denn das hätten sie ja in der Schwangerschaft schon gemusst. Es ist schade aber deswegen muss ich diese Frauen doch nicht als schlechte Mutter bezeichnen!! Stillen ist etwas unglaublich SCHÖNES! Aber es muss eben auch für Mutter UND Kind passen! Wenn sich die Frau nur qüalt, wegen der oben genannten Gründe oder weil sie Schmerzen hat, oder das Kind sich einfach total anstellt an der Brust, dann soll sie es lassen. Und ich finde, KEINER sollte diese Frau noch unter Druck setzen oder sich irgendeine Meinung über sie erlauben. Kinder werden an der Brust UND an der Flasche groß! Vielleicht sollte die Gesellschaft mal aufhören, sich bei jedem ständig einzumischen und die Eltern einfach machen lassen!
    Zum Thema Nachts raus müssen: ICH fand es bei meiner Großen ehrlich gesagt nicht schlimm Nachts. Wenn sie wach wurde, hab ich sie zu uns ins Bett geholt, sie angelegt und bin dann einfach wieder eingeschlafen. Bei der Kleinen, die mir die Brust ja dann gänzlich verweigert hat, fand ich es tierisch nervig, wach zu bleiben um ihr die Flasche zu geben. Da war für mich das Stillen einfach praktischer.

  16. Vio

    Leute, ganz im Ernst: Still oder stillt nicht. Tut es lange, tut es kurz. Findet es toll, findet es schrecklich. Aber: Sorgt vor allem in den Jahren danach dafür, dass die Kinder ein gesundes Verhältnis zum Essen haben. Das Thema Milch ist im Verhältnis nämlich ziemlich schnell gegessen…

  17. Ariane

    Ich habe mich in den Artikel voll wiedergespiegelt gefühlt.
    Dieser Druck unbedingt zu stillen war übermächtig, ob von ärztlicher Seite, Hebamme oder dem KH in dem ich entbunde habe. Ich wollte stillen, aber es klappte nicht so wie ich mir das gedacht hatte. Ein Rückzieher war für alle Außenstehenden undenkbar und für mich wurde der Druck übermächtig. Erst als ich mich der Situation entzog und zu meinen Eltern in Urlaub fuhr, mit meinem 6 Wochen alten Baby, klappte es etwas besser und mit der Zeit war es dann ok. Habe dann 5 Monate vollgestillt und dann nach und nach stillen durch Beikost ersetzt. Nach 10 Monaten hat sich der Kleine dann von heute auf morgen selbst abgestillt.

  18. Karina

    Ich habe mir zuerst alle Kommentare durchgelesen und bin doch erschrocken, wie aggressiv hier z.T. miteinander umgegangen wird. Hier wird wahrscheinlich keine überzeugte Stillerein/Nichtstillerin vom Gegenteil überzeugt werden, deshalb lasse ich es gleich sein. Ich denke mal, ein Großteil der Mütter ist in erster Linie daran interessiert, daß das Kind gesund und stressfrei auswächst. Für MICH heisst das: Meine Kinder (immerhin 4) wurden alle gestillt, mind. 6 Monate voll, Kind Nr. 3 ganze 12 Monate voll und dann bis zum vierten LJ noch teilgestillt und Kind Nr. 4 immerhin 10 Monate voll und seit vier Monaten wird am Tisch mitgegessen. Ich füttere keine Ersatznahrung, keine Gläschen oder Sonstiges, koche frisch und „Altersgerecht“. Ich stille in der Öffentlichkeit und vertrete meine Ansichten freundlich und Konsequent. Und bei uns wird nicht geimpft……

    • lotta

      Pssst. (Du begibst dich auf Glatteis!) Anderes Thema. Das Nicht- Impfen!

      Aber ein sehr interessantes! 😉

    • Lena

      danke!! du öffnest damit Krankheiten, die längst ausgerottet sein könnten (aktuell; Masern) Tür und Tor!!
      Leuten wie dir sollten jegliche Sozialleistungen, wie Kindergeld gestrichen werden!!
      mit deiner Entscheidung zum nicht-impfen gefährdest du kinder die noch nicht geimpft sind bzw. nicht geimpft werden können!!

  19. Milele

    Vielen Dank an die Autorin für den hervorragenden Artikel. Und Danke an die vielen Kommentare, die die Aussage des Artikels sehr gut untermauern.

  20. knuffel

    Hm… Während der Schwangerschaft konnte ich mich mit dem Thema Stillen auch nicht so recht anfreunden und am Anfang gings auch nicht gleich. Zum Stillen drängende Kommentare fand ich auch echt sch… Probieren wollte ich es aber. Ich kann ja nicht über etwas urteilen, was ich nicht kenne. Nach vier Tagen hat es dann endlich geklappt und ich musste meine Meinung übers Stillen grundsätzlich ändern. Mit 16 Monaten wird mein Kind nun immer noch gestillt und mir fehlt dabei nichts, die Stillzeiten sind auch meine Ruhezeiten und wenn ich nicht da bin, gibts eben keine Milch. Drum meine MEinung: Liebe Frisch-Mütter, probiert das Stillen! Umsteigen auf Flasche kann man immer noch.

  21. Katja

    Von einem Stillzwang habe ich nie etwas bemerkt. Das sollte auch jede Familie für sich entscheiden. Aber was spricht denn dagegen, es erst einmal mit dem Stillen zu versuchen (man kann ja immer noch auf die Flasche umsteigen, wenn es nicht klappt)? Immerhin ist doch der Körper der Frau zur Geburt genau darauf eingestellt. Dass man nicht stillt, weil gewisse Komplikationen im Zusammenhang mit der Geburt da waren oder weil man vielleicht bald wieder arbeiten gehen muss, leuchtet mir noch ein. Aber dass man es einfach nicht will? Der Vater kann trotzdem genug Zeit mit dem Kind verbringen, es auch gerne wickeln, baden, herumtragen usw., denn das Baby hängt ja nicht rund um die Uhr an Mamas Brust. Wichtig ist, finde ich, dass das Füttern des Kindes nicht nur der reinen Nahrungsaufnahme dient, sondern dabei auch gekuschelt und das Kind im Arm gehalten wird. Das geht mit der Flasche genauso gut. Allerdings sollte man es nicht so machen, wie ich es mehrmals beim Spazierengehen sah: Baby wird während der Fahrt im Wagen gefüttert, die Flasche ist dabei in die Decke geklemmt, so dass der Sauger im Mund des Kindes ist, die Mutter schiebt derweil (evtl. noch rauchend und/oder mit einer anderen Mutter schwatzend bzw. telefonierend) den Wagen. Ich fand das Stillen einfach schön und praktisch und war froh, dass es nach anfänglichen Schwierigkeiten so gut klappte. Ein Langzeitstillen wäre mir allerdings im Traum nicht eingefallen. Ein Artikel zu diesem Thema würde sicherlich noch heftigere Diskussionen auslösen …

    • Karina

      Oohhh ja, die schiebenden rauchenden Mütter mag ich auch, die spreche ich aber auch an 😀

  22. Alexander

    Jetzt nehme ich mal meinen ganzen Mut zusammen und äußere mich (als Mann) zu dem von der Biologie leider exklusiv den Frauen zugeteilten Stillen:

    Danke an die Autorin und u.a. die Kommentatorin „Mel“, dass sie auch die Perspektive des Vaters berücksichtigt haben. Flaschennahrung ermöglicht erst eine halbswegs annähernd gleichgewichtige Aufteilung der Fürsorgearbeit/Nachtschichten zwischen Mutter und Vater – und damit das Ende eines bloß hilflos danebenstehenden Vaters, wenn das Kind vor Hunger schreit. Als Vater ein Kind schon früh füttern zu können stärkt nicht nur die Bindung, sondern hilft auch Vätern auf ihrer Entwicklung zu einer „vollwertigen Elternperson“ – ging mir zumindest so.
    Mit dieser Möglichkeit kann es uns Männern erleichtert werden, uns vom traditionellen Vaterbild zu emanzipieren (siehe Diskussion zum Artikel „Neue Väter“). Sonst ist eben doch die Verlockung/Gefahr groß, auch bei der Befriedigung anderer Grundbedürfnisse des Kindes ackselzukennd auf die Frau zu verweisen, „die das ja eh besser kann“…

    _Und nein: unser Sohn bekam keine „Saugverwirrung“ und Sprachentwicklungsstörungen – es gibt Sauger eines schweizer Herstellers, bei denen die Kleinen ebenfalls ein Vakuum aufbauen müssen, um die Milch rauszubekommen.

    _Und ja: wer nicht blind auf die Werbetexte von Hipp & Co. hört sondern sich sachkundig macht, ist auch bei diesem Thema klar im Vorteil. Aus Sorge vor „Benutzungsfehlern“ von dem ganzen (wunderbar hilfreichen und gesunden) Produkt abzuraten, halte ich nicht für hilfreich.

    • Mia

      Ihr dürft alles. Und ich darf mich wundern…

    • Mia

      Mist, verrutscht. Der Komentar ging an Lotta u Veronika.

    • Manu

      Lieber Alexander,
      herzliche Grüße in aktueller (Championsleague-Guck) Abwesenheit meines Mannes und Zustimmung zu deinem Kommentar! Wir haben uns für zwei Kids die Flaschenparty tags und nachts geteilt, inklusive aller Brüll-Attacken, Augenringe und Organisation (, die übrigens gar nicht so dramatisch ist, wie das manchmal klingt, Pulver vorportionieren, bisserl Wasser dazu mixen, fertig, 30 Sekunden dauert das). Die Bindung sämtlicher Familienmitglieder zueinander ist bombig, kuschelig und hübsch gleichwertig, schön, dass sich auch mal ein Vater dazu äußert, dass er genauso mitmischen möchte wie die Mädels.
      Und bevor sich wieder jemand aufregt: das ist kein Plädoyer für Flasche pur – Mädels und Kerls, füttert alle, wie es euch glücklich macht und bei den Kommentaren ist’s am nettesten oberhalb der Gürtellinie :-)
      Die Zeit, sich aufzuspulen kann man ja auch anderweitig schön nutzen für la familia oder sich selbst…

  23. Veronika

    Es ist wunderbar, dass es mittlerweile hochwertige Milchnahrung gibt, wenn das Stillen nicht möglich ist. Ich glaube auch, dass nichtgestillte Kinder ebenso eine stabile Bindung zu ihren Müttern aufbauen und keinen Knacks für später davontragen.
    Mit diesem Artikel allerdings will sich die Autorin selbst die Absolution erteilen, weil sie nicht stillen will, indem sie die (erwiesenen) Vorteile des Stillens schlecht redet und Stillen als gluckenhaften Übereifer unemanzipierter Frauen darstellt. Das ist nicht Nido-Niveau!

    • Mia

      Ich kapier das ja nicht. Wenn ich so unzufrieden mit einer Zeitschrift bin (böse Werbung für Nutella/Fertigessen im Heft, falsches Frauen/Mutterbild etc.), warum lese u kaufe ich sie dann immer wieder? Um mich darüber aufzuregen? Bei vielen Kommentatorinnen bekomme uch persönlich das Gefühl, dass sie ein bestimtes Bild von der typischen Nido-Familie haben – leicht ökig angehaucht, intellektuell, individuell, Finkid-tragend – dem sie entsprechen möchten. Und dann enttäuscht und beleidigt sind, wenn ihre eigene Lebensweise nicht lobend beschrieben wird. Ich hab jedenfalls in keinem Satz herauslesen können, dass Stillende klammernde, unemanzipierte Glucken sind. Wobei Langzeitstillen natürlich nicht unbedingt dazu beiträgt, dass die Frau sich frei bewegen kann.

    • Veronika

      Danke dass du meine Kommentare alle so aufmerksam liest :-)

    • lotta

      Ach, Mia!
      Man darf doch eine Zeitschrift kritisieren dürfen und sie trotzdem gut finden…!?

  24. Kerstin

    Mein Sohn hat nicht einmal von der Brust getrunken. Ich war auf alle Komplikationen vorbereitet (Frühgeburt, Kaiserschnitt, krankes Baby etc), aber nicht darauf, nicht stillen zu können. Nach zwei qualvollen Wochen entschieden wir uns dann für die Flasche. Und was musste ich mir nicht alles anhören! Danke für diesen Artikel, ich wünschte, es hätte ihn schon damals gegeben.

  25. mumi

    liebes nido-magazin,
    ich hoffe in einer der nächsten ausgaben finden wir einen artikel übers langzeitstillen und darüber, dass auch diese frauen häufig mit unangemessenen äußerungen und blicken bedacht werden. ich selbst habe leider die erfahrung machen müssen, dass man als langzeitstillende mutter eher als „abnormal“ gilt, als wenn man dem baby ein fläschchen geben würde.
    noch ein link zum thema http://www.stillkinder.de/fragen_langzeitstillen.html#top
    vielen dank! in erwartung eines spannenden artikels!

    • Veronika

      Da schließe ich mich gleich an, bitte bringt einen Artikel übers langzeitstillen. Danke im Voraus!

    • Lena

      Ja, da würde ich mich spontan auch anschliessen!

    • Vorallem, ist das stillen eines Kindes über einem Jahr in der Öffentlichkeit oft sehr unerwünscht.
      Ein Kind von 2 Jahren mit Milchflasche im Buggy rumzuschieben ist aber normal und „süß“

      Teilweise sehr verschobene Ansichten…

    • Maire

      und keinen Schnuller zu nutzen, nutzen zu wollen, ist anscheinend nicht normal. das kind zuzustöpseln ist ja so schön praktisch…
      mir geht dieser trend in richtung“ wir sind ja alles so schön unabhängig und lassen uns unseren alltag doch nicht vom kind bestimmen“ ziemlich auf den wecker. kein wunder, dass die geburtenrate hier so niedrig ist, wenn ein paar monate stillzeit anscheinend schon so doll überfordern…

    • Melitta

      Nicht nur das Stillen eines größeren Kindes wird in der Öffentlichkeit als abnormal angesehen. Als ich meine kleine Tochter (damals grade mal 2 Wochen alt) im Biergarten gestillt habe, wurde ich blöd angeschaut und durfte mir auch noch ein ziemlich bescheuertes Kommentar anhören (von wegen, dass wäre für die anderen Gäste ja unzumutbar)! So ist es nämlich auch in Deutschland!!

  26. Maire

    es geht hier ja auch gar nicht darum, dass mütter die stillen, die besseren sind, sondern dass stillen/muttermilch eben die bessere ernährung für einen säugling ist. und das abstreiten zu wollen, bzw. die vorteile des stillens ins lächerliche zu ziehen – oder das ganze stillen als eine ideologie darzustellen, ist schon ein bisschen absurd.

  27. usw

    ich bin zwillingsmama, nach einer komplizierten Schwangerschaft, komplizierten-spontan-Geburt mit 2 gesunden kindern und einer Mama die dabei dem Tod von der schippe gesprungen ist, kamen wir um die flasche nicht drum herum. ich musste mich aber nie deswegen rechtfertigen und habe keinen druck empfunden. nachts habe ich meine Babys manchmal auch an meiner „leeren“ brust nuckeln lassen, einfach weil es ein inniges gefühl ist, das mit der flasche definitiv verloren geht. druck habe ich nicht empfunden, erst durch diese Kommentare und den Artikel hier fällt mir auf, dass es wohl ein Ungleichgewicht gibt. ich habe immer auf mein bauchgefühl gehört und das sollten hier auch einige tun. und nie vergessen: auf der anderen seite sitzt ein mensch mit gefühlen, es gibt keinen grund respektlos und beleidigend miteinander umzugehen.

  28. Birthe

    Danke, danke und noch mals danke! Ich weiß nicht wie lange ich auf so einen Artikel gewartet habe, aber er ist super! Ich bin Hebamme, habe selber, aufgrund von gesundheitlichen Gründen, nur mäßig gut stillen können und finde diesen medialen Druck so schlimm. Ich sitze öfters bei Frauen wo es einfach nicht klappt, trotz aller Bemühung und Beratung. Für dies Frauen ist die Öffentlichkeit der pure Horror…. Ich selber kenne diese Diskussion nur zu gut. Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte. Oft wird man als Hebamme gefragt ob man auch Stillberaterin ist, ja sind wir denn es ist unser Beruf, dafür brauch ich nocht noch eine Fortbildung und noch eine Fortbildung und vielleicht doch noch eine Fortbildung. Die Hauptsache ist doch die Liebe und die Geborgenheit zu geben, die so ein kleiner Mensch braucht.

    • s.

      ich finde es wichtig, dass ich von jemandem in puncto stillen beraten werde, der auch selbst (lange) gestillt hat bzw. über positive stillerfahrung verfügt. drum würde ich eher zu einer STILLBERATERIN gehen als zu einer hebamme. hebamme regeln die geburt – stillberaterinnen helfen in der stillzeit. theoretische fortbildungen in punkto stillen ohne praktische erfahrung sehe ich als nicht sinnvoll an.

    • Birthe

      Liebe S.,
      dann haben Sie leider unseren Job falsch verstanden. Es gibt viele kinderlose Hebammen… Und hat ein Onkologe immer Krebs?

  29. Daria

    Ich finde den Artikel richtig und wichtig. Weil es schon hunderte Artikel gibt, die die – sicherlich betechtigten – Vorteile des Stillens aufzeigt. Aber das bedeutet nicht, dass das Füttern mit der Flasche zu verurteilen ist. Und das passiert definitiv. Man braucht schon sehr viel Mut, um ein Neugeborenes in der Öffentlichkeit mit Flasche zu stillen.Da meinen sogar Männer einem erzählen zu müssen, wie es eigentlich sein sollte. Mag ja sein, dass ihr stillenden Mütter diese Erfahrungen nicht kennt (wie auch), sondern ähnlich übergriffige Kommentare zum Thema Langzeitstillen hören müsst. Und das ist auch beknackt. Aber das ist nicht das Thema des Artikels. Es geht darum, dass die Gesellschaft inzwischen Nicht-Stillen einer Kindesmisshandlung gleich setzt. Und das ist natürlich absolut übertrieben.

    • Melitta

      Ich habe es genau andersherum erlebt Daria (siehe Kommentar oben). Ich wurde kritisiert WEIL ich stille und finde es einfach total übertrieben das sich doch tatsächlich Menschen, die weder was mit mir noch mit meiner Familie zu tun haben, es sich erlauben mir zu sagen was richtig ist. Ob sillen oder Flasche ist doch total egal. Hauptsache dem Kind geht es gut.

  30. s.

    …..für mich hört sich dieser artikel an, wie von hipp und co. gesponsert. warum immer so ein tratra machen? wer stillen will ja, wer nicht stillen will nein. kann man denn nicht einfach zu seiner entscheidung stehen und nicht andauernd schuldgefühle haben??

    warum muttermilch in frage stellen (ist das nicht wieder eine abwertung der frauen?!). natürlich ist die jeweilige muttermilch gesünder, besser verdaulich und optimal aufs jeweilige baby abgestimmt – da braucht es keine studien dafür. wenn es nicht funktioniert oder man nicht will, dann werden kinder auch mit fläschchenmilch gross.

    tatsache ist, dass viele mütter stillen wollen und dann oft inkompetente beratung z.b. im krankenhaus erhalten. dafür gibts stillberatung! und die soll auch beworben werden.

    das thema stillzwang ist doch auch wieder nur medial aufgebauscht. oder es steckt die babynahrungsindustrie dahinter. wer sich gegen das stillen entscheidet – es ist in ordnung, aber es sollte auch in ordnung sein, wenn man sein kind stillt. mir persönlich ist eher das gegenteil begegnet (WAS DU STILLST noch??????????),da ich meine kinder bis zum 2. geburtstag gestillt habe bzw. aktuell noch stille (kind 20 mon.) da wäre doch auch mehr toleranz angebracht oder?

  31. Kiba

    Ich finde es schrecklich, wie hier nicht stillende Mamis verurteilt werden. Ich habe selbst volle 6 Monate gestillt, weil auch ich der Überzeugung bin, dass es besser für das Baby ist, für mich nachts bequemer und auch noch den netten Nebeneffekt des Abnehmens für mich hat. Zudem denke ich jeder sollte es zumindest versuchen, wenn es nicht klappt, es Probleme gibt oder man sich extrem unwohl dabei fühlt, dann kann man es lassen.
    Ganz schrecklich dieses ICH_STILLE_UND_ALLES_ANDERE_IST_VERTEUFELT_MEINUNG

  32. Anna

    Ich habe selten so einen stillfeindlichen und schlecht recherchierten Artikel gelesen.

    Stillen ist einfach die artgerechte Nahrung für Säuglinge. Da gibt es nichts zu diskutieren. Wenn Frau nicht stillen kann (sehr sehr selten, nur ca. 2% können es nicht) muss sie Ersatznahrung geben. Pulvermilch ist und bleibt Ersatznahrung, eine billige Imitation, bei vielen Herstellern sogar mit Gentechnik. Für mich persönlich stellt sich gar nicht die Frage, selbstverständlich werden meine Kinder gestillt.

    Natürlich ist stillen manchmal anstrengend, es ist naiv zu glauben, es wäre immer nur schön. Aber ist es nicht aufreibender, das Baby unnötig schreien zu lassen, weil man erst aufstehen muss um die Pulle fertig zu machen? Dieses Argument kann ich einfach nicht nachvollziehen. Wo ist da die Verbesserung?

    Und als frischgebackene Mama muss man nicht sofort ins Kino oder auf eine Party. Und wenn das Baby etwas älter ist, hat man meist einen individuellen Rythmus und 2-3 std. stillpausen, selten hängt das Kind ununterbrochen an der Brust.

    Stilldiäten sind sowas von überflüssig, selbstverständlich ist Alkohol tabu, aber ansonsten gibt es so gut wie nichts, auf was die stillende Frau verzichten muss. Vielleicht sollte sich die Autorin erstmal vernüftig informieren, bevor sie hier so einen Blödsinn schreibt.

    Noch ein letzter Satz: in Deutschland herrscht eher Abstillzwang (erst recht, wenn man länger als die „magischen“ 6 Mon. stillt).

  33. Ich möchte eins loswerden, vielleicht kam’s ja auch schon. Ja, womöglich kann früher Beikost gegeben werden als gedacht, aber das heißt nicht, dass aufgehört werden soll zu stillen. Es heißt nicht umsonst BEIkost. Der Zeitpunkt ist nicht identisch mit dem Moment, an dem abgestillt werden sollte.
    Klar ist auch, dass Stillen unsere natürliche Ernährung am Lebensanfang ist und Flaschennahrung nur einen schlechten Ersatz darstellt (ach wenn die Werbung uns anderes suggerieren will).
    Ich hatte auch offene Mamillen und ich kann schon verstehen, wenn man da aufgibt.
    Dass ca. 90 % der Mütter versuchen zu stillen, zeigt doch aber auch, dass die meisten wissen, dass es besser ist. Nur treten eben oft Probleme auf, die sehr vielseitig sein können. Und ich finde, da können Hebammen und Stillberaterinnen helfen (auch wenn die eine oder andere evtl. tatsächlich mal übereifrig ist). Ich kenne viele, die die Probleme sehr gut angehen und nicht stillende Mütter nicht verteufeln.
    Ich habe aus keinem besonderen Grund gestillt – es war einfach ganz klar für mich, dass es eben so kommt, wenn das Kind da ist.
    Einen Stillzwang empfinden die betroffenen Mütter vielleicht, aber andersherum habe ich auch den schon erwähnten Zwang in Richtung Abstillen mehrfach erlebt.
    Beide Seiten sollten mehr in Dialog treten und sich akzeptieren.

  34. non plus ultra

    Ich gehöre zu den vorverurteilten bequemen, um ihre Brust angst habe nen und böse Ersatzmilch Fütterinnen!!! Und jaa ich konnte nie stillen!! Die meisten „Stillmuttis“ haben mich spätestens jetzt abgestempelt. Mein Sohn wurde in der 24 ssw geboren. Nicht das er und ich genug mitgemacht hätten ,muss man sich auch noch ewig anhören das nicht gestillte Kinder mehr Allergien haben, irgendwie warum auch immer einen niedrigeren IQ haben, die Mutter-Kind-Bindung schlechter ist…..blablabla. Ich bin fest davon überzeugt das es meinem Kind nicht schadet im gegenteil, die “ böse Ersatzmilch“ hat ihm geholfen zu uberleben.

    • Anna

      Meine 1. Tochter wurde in der 28 SSW geboren, per Kaiserschnitt. Eine Frühgeburt bedeutet nicht, dass man nicht stillen kann. Ich habe die ganze Klinikzeit abgepumpt und sie wurde mit meiner Milch gefüttert und ich habe schon im Krankenhaus teilgestillt. Ab Entlassungstag gab es zuhause nur noch vollstillen, ohne abpumpen. Man hat mir im Krankenhaus erzählen wollen, dass Frühchen zu schwach fürs stillen sind usw. Ich habe mein Ding durchgezogen, durchgehalten und es hat geklappt. Gerade bei Frühchen ist Muttermilch so wichtig.

    • non plus ultra

      Naja ich glaube nicht das man ein Frühchen der 28sww mit einem der 24 ssw vergleichen kann!!! . Wenn Kinder beatmet werden siehts mit stillen und Flasche auch eher schlecht aus. Deine Tochter wird dann ja auch erstmal Ersatznahrung bekommen haben, denn die Mumi muss vor der 32 ssw 3 tage eingefroren werden.

    • Melitta

      Also, ich bin Krankenschwester, und ein Kind dass in der 24. SSW zur Welt kommt, ist bei weitem nicht so weit entwickelt wie ein Kind das in der 28. SSW geholt wird. Bei den meisten Frauen liebe Anna ist es auch so, dass irgendwann das Abpumpen keine Milch mehr fördert. Ich habe bei meinen beiden Töchtern stunden an der Milchpumpe verbracht, die Brust prall gefüllt aber nichts kam. Ich kenne viele Hebammen und habe jede Einzelne dazu befragt, und JEDE hat mich bestätigt, dass es zu 90% bei vielen Frauen einfach mit dem Abpumpen nach einer gewissen zeit nicht mehr funktioniert.
      Liebe nonplusultra, Freunde von uns haben das Gleiche durchgemacht. Sie hat anfangs abgepumpt aber irgendwann kam nichts mehr und dann kam eben die Flaschennahrung. Der Kleine hat auch noch eine Lebensgefährliche Darmentzündung entwickelt und wenn er keine Spezialnahrung bekommen hätte, wäre er wohl jetzt nicht mehr da!! Also steh weiter zu deiner Entscheidung, sie war das Beste für den Kleinen!!!
      PS: Ich habe total gerne gestillt und finde diese ewige Diskussion ziemlich mediengemacht!! Beides ist okay, wenn es für Mutter und Kind passt!

  35. Lena

    Den Artikel hat doch eine PR-Beraterin von Nestlé unter falschem Namen geschrieben – das kann doch keiner Ernst nehmen, bei dieser unverblümten Werbung für das Pulverzeug :)

    Meine Meinung: Kunstmilch sollte es nur bei Notwendigkeit auf Rezept geben!

    • Daria

      Lena – geht es noch? Wie weit willst du Frauen noch bevormunden lassen? Soll ein Arzt entscheiden dürfen, welche Ernährungsform Eltern wählen? Kommentare wie deiner zeigen, wie intolerant viele Frauen bei diesem Thema reagieren. Ob Stillen oder nicht, wie lange und warum ist eine reine private Entscheidung. Punkt.

    • cola

      @Lena

      Treffer – versenkt!

      Genau das denke ich auch – das ist verdeckte PR Arbeit.

      Immer die alte Regel beachten : „Cui bono?“ (Wem nützt es? ) bringt es an den Tag – vielen Dank für Deinen Beitrag.

      Übrigens ist das Stillen auch für eine Unterstützung gegen Krebs :

      http://www.welt.de/wissenschaft/article1512715/Muttermilch-bewahrt-Kinder-vor-Krebs.html

      Und zwar für Mutter UND Kind.

  36. Mel

    Und da ist sie wieder die leidige Diskussion…Mir gefällt der Artikel.
    Vermutlich weil ich auch zu den sogenannten „faulen Müttern“ ( wie sie von den vorigen Kommentatoren genannt wurden) gehöre, welche nicht Nachts,schlaftrunken das Shirt hochziehen und das Kind anlegen, sondern weil ich aufgestanden bin und Pre Milch gemixt habe.Ganz zu schweigen von dem ständigen rumgeschleppe,damit man alles immer dabei hat.Das ist natürlich sehr Faul…Mir fehlte übrigens nie eine Windel o.ä. im PEKIP Kurs,denn ich war organisiert.
    Wer bei 2 Kindern, es über Wochen versucht hat zu stillen,Entzündungen und Schmerzen überstanden hat,darf die Entschiedung treffen nicht zu stillen. Mich nervt das ständige Bild von der nicht stillenden, schlechten Mutter.
    Meine Kinder haben eine starke Bindung zu mir und zu meinem Mann.Denn er hat auch Nächte mit der Flasche übernommen.
    Unsere Kinder sind in der gesunden mittleren Perzentile Ihres Gewichts und Ihrer Größe,brauchten vor der Einschulung keinen Logopäden,haben keine Allergien,obwohl ich einige habe. Sie haben Gute Noten und keine Trennungsängste.
    Was viele leider verwechseln ist,das es beim Stillen oder Nicht-Stillen, nicht darum geht ob man eine gute Mutter ist oder eine schlechte. Wie der Artikel aufzeigt,geht es um viel mehr. Kann ich meinem Kind Geborgenheit und Sicherheit geben ,ein Urvertrauen auch ohne Stillen? Was genau ist gesunde Ernährung und wie erziehe ich mein Kind in diese Richtung. (Bei diesem Punkt fällt mir die Stillende Mutter aus der Nachbarschaft ein…und nach der Brust noch ein paar Pommes für den 1jährigen.)
    Spätestens wenn der 2jährige Paul im Sandkasten sitzt und Henri mit der Schüppe auf den Kopf klopft, redet eher keiner mehr darüber wer von beiden gestillt wurde.Da geht es dann eher darum welches pädagogische Kindergarten oder Eltern Konzept,dafür verantwortlich ist. Oder brauchen Mütter einfach etwas um sich aufzuregen und sich selbstnaufzubauen das Sie Gute Mütter sind? 😉

    • Manu

      Hallo Mel,
      hier kommt eine Portion Anschluss und Rückendeckung im mal wieder sehr unterhaltsamen Debatten-Trubel um’s Stillthema: Ich kann mich deinem Kommentar nur anschließen.
      Wir haben – erste Welt sei Dank – mit Glück um die 80 Jahre Leben vor uns und da fällt einem nichts Spannenderes ein, als schon die Ernährung in den ersten paar Monaten so klingenschwingend und teilweise aburteilend zu diskutieren?
      Mädels, jetzt entspannt euch mal!
      Ihr habt alle hoffentlich Kinder, die euch lieben und mit denen ihr viel Freude habt, ganz egal, ob die jetzt von Beginn an mit Flasche oder gestillt ernährt wurden. Da kommen noch ganz andere Dinge auf uns zu als die Futter-Diskussion der Anfangszeit…
      es wäre doch schön, wenn jede Mutter so entspannt und selbstbewusst sein könnte, dass sie ihre Entscheidung so trifft, dass sie sich damit wohl fühlt und als Kommentar auf einen solchen Zeitungsartikel nicht wieder der ideologische Kleinkrieg ausbricht sondern einfach mal so was Nettes wie Toleranz und gegenseitiges „so sein lassen wie man möchte“.
      Wieso muss man sich in diesen Kommentaren immer gegenseitig so fertig machen?
      Und jetzt geht rüber zu euren Kids statt euch hier aufzuspulen und amüsiert euch, mit Brust oder Flasche, hauptsache mit Amore!!!

  37. Name (muss sein)

    Der Artikel ist genau richtig und zeigt endlich einmal die andere Seite der Medaille. Über die Vorteile des Stillens (ach, Entschuldigung, die „Normalität“) bekommt jede Schwangere bei der Geburtsvorbereitung stundenlange Vorträge zu hören, die Nachteile werden bequem ausgeblendet (ich empfehle, beim Geburtsvorbereitungskurs mal zu fragen, ob Stillen schmerzhaft sei). Stillt frau nicht, wird sie schon irgendwas falsch gemacht haben (verkehrt angelegt, zu selten angelegt, nicht liebevoll genug angelegt). Das Argument der Bequemlichkeit fiel hier ja auch schon.
    Langes Stillen ist vor allem eine Klassenfrage. Welche berufstätige Frau hält es auf Dauer aus, jede Nacht alle zwei Stunden geweckt zu werden? Alle Stillmamas, die ich kenne, können es sich leisten, zu Hause zu bleiben, weil der Mann oder der Staat für den Lebensunterhalt aufkommen.
    Am tollsten finde ich ja immer das Argument, dass Stillkinder intelligenter seien. Ich entgegne dann immer, dass das Kind der betreffenden Person definitiv jeden IQ-Punkt brauchen könne.

    • LINN

      Schwingt da auch ein bisschen Frust mit?

    • Maire

      naja, welches kind will denn tatschlich über monate oder jahre hinweg alle zwei stunden gestillt werden?? und davon mal abgesehen: wenn man die der muttermilch am ähnlichsten ersatzmilch füttert, nämlich pre, dann wird das kind unter umständen nachts auch häufiger wach…

    • Lea

      ich muss sagen, ich finde den Kommentar fraglich – gerade, wenn er dann auch noch ohne Name da steht, aber nun gut…

      Stillen ist nun einmal normal – wir gehören ja zu den Säugetieren 😉

      Ich muss sagen, ich fand Stillen gar nicht schmerzhaft, nicht mal ein bisschen.

      Und ich denke – wie auch unten schon geschrieben -, dass die meisten Frauen, die nicht stillen und sagen, dass es nicht geklappt habe, den eigentlichen Grund, aus dem es nicht geklappt hat, nicht äußern würden, nämlich, dass sie einfach nicht wollten (was ja auch legitim ist, aber dann kann man das doch auch sagen?!)

      Bei PreNahrung wacht das Baby genauso auf (wenn man sie richtig füttert) wie beim Stillen, nur dass man sich beim Stillen nur umdrehen muss – bei der Flaschennahrung aber erst den Weg zum Wasserkocher auf sich nehmen muss. 😉

    • Lea

      ach, bevor darauf noch eine Antwort kommt…

      Stillen ist einfach natürlich, darüber kann man nicht streiten – und ich denke einfach, die Natur hat sich schon was dabei gedacht.
      Ich verstehe einfach nicht, warum man es von vornherein ausschließt.

      Gründe nicht zu Stillen darf auch jeder haben, klar! :-p
      Der Artikel ist mir persönlich einfach viel zu einseitig. so.

    • Name (muss sein)

      Klar, eine, die sich nicht den herrschenden Muttidogmen unterwirft, muss natürlich total frustriert, wenn nicht hysterisch (Ursprung des Begriffs bitte googeln) sein… ^^
      Bitte bei den Fakten bleiben. Viele Frauen haben Schwierigkeiten beim Stillen (sonst bräuchte es die ganzen LLLaktationsberaterinnen ja auch nicht) und können erhebliche gesundheitliche Probleme (ich kenne eine Frau, der die Brustwarze abgefault ist) bekommen, nur redet da keine drüber, da es nicht zum Zeitgeist passt. Deshalb ist der Artikel auch so gut und wichtig.
      Eine Überlegenheit der Muttermilchernährung gegenüber der Milchpulverernährung ist in unseren Breiten allenfalls in den ersten vier Lebensmonaten gegeben. Alles weitere ist Luxus, den frau sich erstmal leisten können muss.
      Das Natürlichkeitsargument ist leider auch kein besonders gutes. Krebs ist auch natürlich und wir lassen die Leute trotzdem nicht einfach so dran sterben (bei Gelegenheit mal „Naturalistischer Fehlschluss“ googlen).

    • Anja

      HIER! ich bin eine vollzeitarbeitende Still-Mama, mein Kind ist 18 Monate alt und wird auf alle Fälle noch nachts nach Bedarf gestillt, manchmal auch alle Stunde, auch wenns oft schlaucht (zb. beim Zahnen)! Es gibt Wochen, da arbeite ich 60 Stunden, und bin erst um 23 Uhr daheim und stehe um 6e wieder auf – aber ich verwehre meinem Kind nicht die Milch, die es gerne noch hat und die Nähe, die sie so bekommt. Es tut ihr gut, mir schadet es (meist 😉 ) nicht, warum sollte ich es sein lassen? Müde bin ich schon manchmal, das geb ich zu, aber evtl. wäre das ohne stillen genau so…) . Ich finde, das gegenseitige Verurteilen einfach schlimm. Jeder, der sich nach bestem Wissen und Gewissen um sein Kind und dessen Ernährung bemüht, ist eine gute Mutter!

  38. Sylvia

    Ich bin keine Stillfanatikerin, aber eine große Freundin des Stillens geworden. Selbstverständlich bleibt es jeder Frau selbst überlassen, ob sie stillen mag oder nicht. Auch ich habe im Freundeskreis erlebt, dass viele Mütter mit ständigen Brustentzündungen, Milchstaus etc. zu kämpfen hatten. Und ehrlich: Stillen ist phasenweise wirklich anstrengend!

    Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass man als „Langzeitstillende“ wie es so schön heißt ganz schön unter Druck und in Erklärungsnot gerät. Mein Sohn ist 16 Monate alt und ich denke, er wird sich noch eine ganze Weile nicht abstillen. Dies weiß ein kleiner eingeweihter Kreis, man könnte sagen ein „Geheimbund“ anderer Langzeitstillender. Denn die Bemerkungen von anderen möchte ich einfach nicht mehr hören. Von „Der hat doch schon lange Zähne“ bis „Der wird total verwöhnt“ und „Du willst den doch nur an dich binden“ ist alles dabei. Das Verständnis für langes Stillen in unserer Gesellschaft geht gegen null. – Am Anfang hörten sich die Bemerkungen übrigens noch so an: „Der wird nicht satt, die Milch reicht nicht“ Mein Frauenarzt osteuropäischer Herkunft war ganz verwundert und sagte: „Eine tolle Leistung ist das! In Deutschland wird man dafür nur ausgelacht!“ – Solche Kommentare sind eher selten und tun zwischendrin wirklich gut.

    Dabei genieße ich schlichtweg die Vorteile, z. B. dass unser Sohn nachts schnell wieder einschläft und eben nicht ewig getröstet und rumgetragen werden muss. Abgesehen davon wäre es für ihn im Moment ein wahnsinniger Verlust, wenn ich mit dem Stillen aufhören würde.

    Ich kann den Artikel von Frau Töpfer überhaupt nicht nachvollziehen. Einen Stilldruck habe ich nie empfunden, im Gegenteil. Ich hatte von Anfang an auszuhalten, dass viele Leute mich vom Stillen abbringen wollten. Bei mir schleicht sich der Verdacht ein, dass Frau Töpfer aus irgendwelchen Gründen persönlichen Frust in dem Artikel ablässt.

    Vielleicht sollte nicht ständig abgewogen werden, ob man nur wegen Vorteilen stillt oder eben nicht stillt. Man muss es selber wollen und mögen. Außerdem geht es hier um kleine Menschenwesen, für die das Stillen noch aus ganz anderen Gründen außer der Nahrungsaufnahme wichtig ist: Die Nähe zur Mutter!

    • Veronika

      Danke, du sprichst mir aus der Seele! Meine Tochter (2,5) wird auch noch gestillt; das war zwar nicht geplant, sondern hat sich einfach so ergeben. Es ist unglaublich, welch blöde Kommentare ich mir deswegen schon anhören musste.
      Stillen ist immer ein Thema, bei dem jedeR glaubt, die einzig richtige Wahrheit zu kennen. Als ich noch schwanger war habe überlegt, ob ich mein Kind überhaupt stillen sollte, und wurde dafür fast gesteinigt. Als mein Kind da war und ich einmal in der Woche auf die Uni musste, bekam meine Tochter Milchpulver, weil ich nicht abpumpen wollte. Dafür wurde ich auch fast gesteinigt. Jetzt wird sie am Abend, bzw. bei Bedarf noch gestillt und die doofen Bemerkungen reißen nicht ab..

    • LINN

      Danke für die Worte!

    • simone

      ich kann dir in allen punkten recht geben …..meine tochter ist nun bald 31 monate u was ich mir schon alles anhören musste … . !
      dabei sehe ich doch jeden tag wie gut es ihr tut .
      u nein… das langzeitstillen war nicht geplant …aber nun ist es eben so!

    • s.

      hier sehr ähnlich
      !

  39. Maire

    zusammenfassend lässt sich also sagen: stillen bringt kindern keine erwiesenen vorteile und ist für mütter die reinste folter, da ja so unsagbar kompliziert, kräftezehrend, freiheitsberaubend und brustruinierend, oder?
    ach du meine güte, ich habe selten so einen still-abwertenden artikel gelesen, da berichten ja selbst die baby-magazine der verschiedenen drogeriemärkte neutraler – und die möchten ihr ersatzmilchpulver ja eigentlich ganz gerne verkaufen…

    • lotta

      Leider ist mir, und anderen Lesern bestimmt auch, aufgefallen, dass Nido irgendwie ganz schön oft Reklame für die (chemische)Lebensmittelindustrie macht. Einerseits kritische Artikel über Ferrero $ Co, aber drei Seiten danach Werbung für Nutella oder Maggi, Knorr, etc… Ich nehme auch diesen stillfeindlichen Artikel als Werbung auf. Nämlich für Alete, Hipp und andere Kunstmilchvertreiber (fehlt noch der Werbe-Einleger). Man kann beim Lesen dieser Artikel dieses Gefühl einfach nicht abschütteln und bestätigt sich einfach bei jeder neuen Ausgabe immer wieder.
      Nur leider kann ja die Redaktion nichts dafür. Sagt sie wiederholt. Ich verstehe es aber nicht. Man fühlt sich veräppelt. Is so.
      Stillen ist einfach das Beste für einen Menschensäugling. Hinter diese These kann man einfach kein Fragezeichen setzen. Wenn Frauen nicht stillen können oder wollen, ist das nicht normal. Nicht normal für das KIND. Es MUSS dann adaptierte Kuhmilch trinken. Sich wehren und „igitt-i-bäh“- sagen, kann es ja nicht. Ob das gut oder schlecht ist, kann man nicht beurteilen. Bleibt wohl für immer dahingestellt, solange es nicht genug Aufklärung oder eine stillfreundlichere Arbeits- und Lebenswelt gibt. dahingestellt.

    • Maire

      achso, der ausgabe lag gar keine probe „5er folgemilch, damit ihr kind von anfang an 12 stunden durchschläft“ bei? komisch…
      mal sehen, was in der nächsten ausgabe so kommt? vielleicht ja: “ schnullern ist besser, als das kind auf den arm zu nehmen, um es zu beruhigen“ (mit gratis-schnuller) oder auch “ die natürliche geburt ist völlig überbewertet“ (mit einem special rabbatt für ein luxus-einzelzimmer in einer reinen wunschkaiserschnitt privatklinik….

    • Veronika

      Liebe Lotta, das ist mir auch schon aufgefallen. Irgendwie war das Nido früher wesentlich kritischer der Lebensmittelindustrie gegenüber…

  40. Lisa

    „Stillen ist das Beste für das Baby“ – so ein Blödsinn. Stillen ist nicht das Beste, stillen ist einfach die normale und natürliche Ernährung eines Säuglings. Künstliche Säuglingsnahrung ist eben Ersatznahrung, nicht mehr und nicht weniger. Ein industriell stark verarbeitetes Produkt, was aber mittlerweile von der Zusammensetzung her sehr nah an den Nährstoffen der Muttermilch dran ist, da hat die Forschung zum Glück schon viel geleistet.

    Und zu den ganzen Studien: So ganz genau wird man das alles wirklich nie wissen mit dem gesundheitlichen Nutzen oder Nichtnutzen.
    Vielleicht ist es egal, ob man Joghurt mit echten Erdbeeren isst oder Joghurt mit Erdbeeraromaersatz. Vielleicht ist es egal, ob man mit Kräutern würzt oder mit Mag*i-Fix einrührt. Vielleicht ist es egal, ob man echten Käse auf die Pizza streut oder Analogkäsepflanzenfettmischung. Vielleicht ist es egal, ob man gereiftes Sauerteigbrot kauft oder Expressbackmischungsware. Vielleicht ist es egal, ob es zum Frühstück einen Obstsalat gibt oder die Vitamintabletten.

    Es ist heutzutage durchaus möglich, sich mit industriell hergestellten Nahrungsmitteln relativ ausgewogen zu ernähren, ohne ernste Mangelerscheinungen zu kriegen (auch wenn man für solche Aussagen im falschen Kreis mit Öko-Äpfeln beworfen wird 😉 ). Als Baby, als Kind, als Erwachsener, ganz egal – es gibt für jede Altersgruppe genug Produktauswahl. Vielleicht ist das letztlich auch einfach eine Geschmacks- und Glaubensfrage.

    Das einzige Problem ist halt, dass ich als Erwachsener bei Hunger die freie Wahl habe, ob ich frisches Gemüse zu Suppe verarbeite oder ein Pulvertütchen mit Wasser aufgieße, während das Baby nehmen muss, was es halt kriegt. Das ist eine enorme Verantwortung, die man da als Mutter trägt – und egal wie man sich entscheidet, man sollte wenigstens vorher so gut informiert wie möglich gewesen sein.
    (Leider ist dieser Artikel da nicht so arg hilfreich für.)

  41. Lea

    Sorry, aber ich finde den Artikel auch eher abwertend.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eher das Gegenteil der Fall ist und gerade auch öffentliches Stillen gar nicht gerne gesehen wird…

    Es war einmal im Sommer 2010 – Henry war gerade ein paar Wochen alt und ich saß mit ein paar Freundinnen in einem Café. Als sich der Hunger gemeldet hat, habe ich den kleinen gestillt.
    –> bis hierhin eine ganz schöne Gesichte. Ha ha. Ist ja auch nur eine der allernatürlichsten Sachen der Welt…
    Der Jemand am Tischen nebenan fühlte sich dadurch allerdings doch sehr gestört, deswegen ereignete sich folgender Dialog:
    „Muss das in der Öffentlichkeit sein?!“
    „Ja, Sie essen doch auch in der Öffentlichkeit, gerade?“
    „Ich esse aber auch keine Brüste.“

    Ich muss sagen, ich finde es schlimm, wenn von vornherein gesagt wird, dass nicht gestillt werden soll – denn man hat gar keine Vorstellung davon, was man verpasst. Außerdem ist es in den meisten Fällen, in denen gesagt wird „ich konnte ja nicht stillen, das Baby wurde nicht satt“ einfach ein ich-wollte-ja-eigentlich-eh-nicht. Schlimm finde ich auch, wenn unpassende Flaschennahrung gefüttert wird und dann so Sätze fallen wie „mein kleiner Schatz wurde einfach nicht mehr satt, 2er Nahrung geht auch unter nem halben Jahr, nun schläft er wenigstens durch.“ grrrrr….
    Stillen ist anstrengend, phasenweise zumindest, aber es ist auch einfach super praktisch, denn man hat es immer zur genau der richtigen Temperatur dabei und das macht das nach Bedarf füttern nun einmal einfacher, da kann man mir erzählen, was man will.

    Klar, wenn es der Mama mit dem Stillen schlecht geht, dann soll sie es lassen – oftmals liegt es aber daran, dass falsch angelegt wird. Da hilft eine KOSTENFREIE Stillberatung.

  42. Paula

    „Klar werde ich stillen!“ Ich war überzeugt davon, dass dies das Beste für mein Kind ist. Diese Überzeugung hat mich lange „durchbeissen“ lassen – nach 7 Wochen stillen mit offenen Brustwarzen habe ich aufgegeben. Leider hat meine Hebamme den Soor (Pilz) in der ganzen Zeit nicht erkannt. Dieser war Grund dafür, dass die Warzen nicht verheilten.

    Mein Sohn ist jetzt 1 1/2 Jahre und trotz Krippe und Aptamil weitaus weniger krank, als die meisten seiner Altersgenossen.
    :-)

  43. eineMutter

    es ist doch vollkommen egal ob eine Frau stillt oder nicht, ich finde stillen auch besser, aber wenn es nicht geht, dann halt nicht.
    Aber so einen abwertenden Artikel habe ich lange nicht gelesen.

    Ich kenne keine einzige Frau, die zum Stillen genötigt wurde, ich kenne aber viele frustrierte Frauen, die gerne (länger) gestillt hätten und die aufgrund mangelnder Beratung/Hilfe aufgegeben haben.

  44. LINN

    Was für eine immer wiederkehrende langweilige Debatte – genau wie das leidige Impfthema. Ich persönlich finde Stillen super und habe beide Kinder mehr oder weniger lang gestillt. Es war eine schöne, intensive, auch anstrengende, ziemlich einschränkende, ein bisschen schmerzhafte trotzdem wunderschöne, weil exklusive Zeit mit meinen Kindern. Ich würde jetzt gerne sagen: jeder macht, wie er es mag, aber irgendwie störe ich mich immer an diesen bequemen Flaschenmuttis mit den Ausreden, dass es nicht funktionieren will.

    • Mel

      Wenn ich das hier lese… Bequeme Flaschenmuttis. Hallo?! Nur weil du Stillfanatikerin bist, brauchst du uns Mamas, die nicht stillen können, oder auch wollen, nicht beleidigen!! Es ist eine persönliche, private Entscheidung, die jeder für sic h treffen muss Da haben auchdie Männer nicht mitzureden. Ich hätte auch gern gestillt. Es klappte aber nicht. Mein Mann war auch fürs Stillen, aber ich gäbe dann entschieden, dass ich abstillen möchte. Mich kotzen diese „übermamas“ an, die denken, sie wären die Besten, nur weil sie stillen.

  45. kari

    Bei Flaschennahrung kann allerdings mehr falsch gemacht werden als beim Stillen: viele Eltern füttern für das Kind ungeeignete Nahrung (im ersten Lebensjahr kann PRE-Nahrung so gefüttert werden wie Muttermilch – immer wenn das Kind Hunger hat – alle anderen Nahrungen muss man allerdings nach Packungsangabe füttern). Leider ist die Fertignahrung auch ein lukratives Geschäft geworden und so wird zum Beispiel 2er oder 3er Nahrung produziert, die eigentlich nicht nötig ist. Ganz zu schweigen von der „Kindermilch“ die man bis ins 3. Lebensjahr oder darüber hinaus kaufen soll lt. Herstellern.
    Zudem können durch die Verwendung von billigen Plastikflaschen schädliche Stoffe zum Kind gelangen.
    Durch die Verwendung von Saugern, die zu größe Löcher haben entwickeln Kinder ihre Kiefermuskulatur unzureichend und können später Sprachentwicklungsstörungen haben.
    Das sind alles Sachen die nun mal oft in der Realität zu sehen sind und durch richtige Aufklärung vermieden werden könnten – was aber zum Beispiel bei nicht deutsch sprechenden Frauen unmöglich sein kann und bei bildungsfernen oder sozial schwachen Familien auch nicht unbedingt fruchtet.