Debatte: Bitte nicht helfen!?

Die Kinder auf die Schaukel heben? Oder alles alleine machen lassen?

Väter, die im Klettergerüst hängen und die Hintern ihrer Kinder durch die Seile wuchten; Mütter, die in Lichtgeschwindigkeit zur Rutsche eilen, weil ihre Kleinen nicht zügig die Leiter hochkommen: Wer die Spielplätze dieses Landes schon häufiger besucht hat, kennt diese Szenen. Kennt diese Eltern, die wie Schatten ihren Emils, Avas oder Bens überall dorthin folgen, wo es Hindernisse geben könnte; Eltern, die permanent bereit sind, Hilfestellung zu geben. Nicht nur den eigenen, sondern zum Teil auch anderen Kindern.

Eine amerikanische Mutter hat sich nun den Frust darüber von der Seele geschrieben: „Ich sitze hier nicht, weil ich zu faul bin, aufzustehen, … sondern ich bin mit ihnen hierher gekommen, damit sie selbst lernen, eine Leiter hinaufzuklettern. Es ist nicht meine Aufgabe, meine Kinder davon abzuhalten, hinzufallen. Wenn es meine wäre, würde ich ihnen die Möglichkeit nehmen, zu lernen, dass man hinfallen kann, aber dass das Risiko es wert ist und dass sie danach ja auch wieder aufstehen können.“

Aber ist das wirklich richtig? Was ist Ihre Meinung? Soll man sich wirklich einfach auf die Spielplatzbank setzen und gar nichts tun? Oder ist ein bisschen Hilfestellung manchmal schon angebracht? Und wieviel?

Mareen Linnartz
Über die Autorin:
Mareen Linnartz wollte als Kind Schreibwarengeschäftinhaberin, Friseuse oder Bäuerin werden. Heute ist sie Nido-Textredakteurin, schneidet ihren drei Söhnen mit Hingabe die Haare, kauft für sie Fußball-Radiergummis und mistet mit ihnen das Heu im Meerschweinchenkäfig aus.

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5 Kommentare

  1. Das Risiko, ohne Risiko aufzuwachsen, scheint zur größten Gefahr für unsere Kinder zu werden. Aber als Eltern hat man es auch nicht leicht und ich habe mit Sicherheit schon öfter gehalten und gestützt, wenn es eigentlich nicht nötig gewesen wäre.

    Und siehe da, es hat keine Minute gedauert und ich hatte ein Foto rausgefischt, dass mich mit beiden(!) Händen mein Kind beim Balancieren festhaltend zeigt:

    http://www.berlinfreckles.de/kind_und_kegel/ubereltern-auf-weichei-spielplatzen/2013/01/20/

    Schlimm, diese Übereltern auf den Weichei-Spielplätzen…! ;-)

  2. Pingback: Übereltern auf Weichei-Spielplätzen? | BerlinFreckles

  3. Ja! Richtig, wichtig, wo soll ich unterschreiben? Ich habe so meine Tochter erzogen, sie ist jetzt groß, selbständig, mutig.

  4. Sol

    My German is too bad to attempt an understandable contribution to this debate so I’ll write in my mother tongue.
    I think my role as a parent is to make sure my kids grow up to believe they can do anything they set their mind to, and to know when to ask for help. They won’t learn that last part especially f
    I’m always there providing unrequested assistance.

  5. Hanna

    Kinder können sich sehr gut selbst einschätzen. Wissen sie allerdings, dass Mutti oder Vati ja eh immer hinter ihnen stehen, um zu helfen oder sie aufzufangen, können sie ja beruhigt gegen ihre Instinkte handeln.
    Es ist meiner Meinung nach ein Kontrollzwang der meisten Eltern, über ihr Kind bestimmen zu müssen, ihm jegliche Verantwortung zu nehmen, dazu alle Wünsche sofort zu erfüllen und das Kind einer kompletten Entmündigung zu unterziehen, und dabei sind die Bratzen dann noch unerzogen. Kein Vertrauen zum eigenen Kind zu haben ist das eigentliche Armutszeugnis. Und schließlich können sich die Eltern endlich mal für unentbehrlich bestätigt wissen.
    Viel mehr sollten wir unsere Kinder ermutigen, sich selbst auszuprobieren und die eigenen Grenzen kennenzulernen und mit Niederlagen klar zu kommen. Denn ganz ehrlich: an einem Armbruch ist noch kein Kind gestorben.