Debatte: Patchworkweihnachten – Wie geht das?

Wie geht das, wenn man kein Paar mehr ist – und Weihnachten trotzdem mit dem Kind feiern will? Zusammenraufen? Aufteilen? Wir freuen uns auf Kommentare.

Text: Christian Thiele

Wir sind kein Paar mehr. Aber wir sind ein gutes Elternteam, die Mutter meiner Tochter und ich: Wir zanken uns nicht darüber, wer jetzt die neuen Schuhe kauft; wir gehen gemeinsam zum Kita-Sommerfest, und wenn der eine mit unserer Tochter in den Urlaub fährt, smst er dem anderen ein aktuelles Kinderfoto aus den Ferien.
Aber eine Frage treibt mich dann doch jedes Jahr um, so ungefähr ab dem Moment, wenn die ersten Schokonikoläuse an der Supermarktkasse stehen: Wie machen wir’s an Weihnachten?

Sollen getrennte Paare die Weihnachtstage zusammen verbringen? Dem Kind zuliebe? Oder macht man dem Kind damit nur Illusionen, dass es ja doch mal wieder was werden könnte mit MamaPapaKind? Oder bekommt das Kind, im Gegenteil, die mühsam unterdrückten Spannungen viel sensibler mit, als wir es gerne hätten? Und, falls vorhanden: Wohin mit dem neuen Partner? Und dessen Kindern?

Kurzum: Wie macht Ihr Getrenntlebenden, Patchworker, Regenbogenfamilienmenschen und alle anderen “Nichtklassiker” das mit den Feiertagen? Was sind Eure Rezepte? Eure Erfahrungen, die positiven und die negativen?

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24 Kommentare

  1. Stine

    Kurze Situationsschilderung:

    meine Eltern sind getrennt seit ich 1.5 Jahre alt bin. Ich bin getrennt vom Vater meiner Kinder, seit mein Sohn 1.5 Jahre alt ist.

    Als Kind war Weihnachten für mich immer sehr stressig, weil wir es nie geschafft haben gemeinsam zu feiern. Ein paar Stunden bei Mama (Oma, Opa), ein paar Stunden bei Papa. Wo ich am 24. war, ist mir ziemlich egal gewesen. Das hat an den Eltern gelegen. Hauptsache, wir haben mit allen Weihnachten gefeiert.

    Als “Erwachsene” ist Weihnachten noch schwieriger geworden. Die (Groß-)Eltern feiern immer noch nicht gemeinsam, also wird jedes Weihnachten abwechselnd mit Mama/Oma (Uroma, Uropa) und Papa/Opa gefeiert. Das Verhältnis zum Vater der Kinder ist angespannt. Wir schaffen es zwar gemeinsam auf die Kindergartenfeste zu gehen, aber mit dem Rest meiner Familie und meinem Ex ist es schon immer sehr schwierig gewesen.

    Deswegen schichten wir es nach dem “bewährten” Prinzip 24. (Mama + Familie + Mamas Freund + Familie) und 25. (Papa + Familie). Es ist aktuell die gangbarste Lösung für uns alle.

    Ich möchte meinen Ex nicht in meiner Wohnung haben. Ich wäre bei ihm (und seiner Familie) eingeladen mit den Kindern. Da er aber nach 5 Jahren immer noch versucht mich zurückzugewinnen, muss ich dieses Angebot ablehnen.

    Wenn die Kinder größer sind und den Wunsch äußern mit dem Papa zu feiern – werde ich diesem Wunsch nachgeben. Es ist eine laue Lösung, die viel zu wünschen übrig lässt, aber besser bekommen wir es (aktuell) nicht hin.

    Ich möchte meinen Kindern die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden. Zu mehr bin ich aktuell leider nicht in der Lage.

    Fazig. Keine gemeinsamen Weihnachten.

  2. Anna

    Meine Jungs (2,5 + 4,5) leben bei ihrem Vater und seiner neuen Freundin. ich bin quasi Besuchsmama. Ich finde Beständigkeit im Leben der Kinder wichtig und finde, sie gehören Heiligabend in ihr “Haupt-Zuhause”. Wir haben vereinbart, dass am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag dann zu mir kommen und auch ein paar Tage bleiben. Silvester wird der Umgang abwechselnd erfolgen.

    Diese Regelung ist schwer für mich aber, so denke ich, zum Wohle der Kinder. Sollten sie irgendwann einmal selbst Wünsche diesbezüglich äußern, werden wir diese natürlich berücksichtigen.

  3. Nida

    An seinem ersten Heiligabend war der Kleine gerade einmal 1 Woche alt und alles ganz klassisch. Im nächsten Jahr wurde, trotz Trennung, zusammen gefeiert. Letztes Jahr nicht mehr. Dieses Jahr werden ich und Sohnemann bei meinem Vater und seiner Freundin feiern. Wahrscheinlich sind auch noch ihre Kinder (beide Mitte Zwanzig) dabei. Ganz nach dem Motto: Umso mehr, umso besser! Am 25. feiern wir bei uns mit meinen Geschwistern und meinem Vater (Heiligabend verbringen meine Geschwister bei unserer Mutter). Gegen Abend wird ihn dann sein Vater abholen und mit ihm zu seiner Familie+ Freundin fahren.
    Zusammen feiern drückt leider die Stimmung zu sehr. Sie ist dann eher zum Zerreißen gespannt ;)

  4. Heike

    Der Text kommt wie gerufen, denn in diesem Jahr ist es auch das erste Mal bei uns, dass ein heiliger Abend vor der Tür steht und die Eltern getrennt sind. Wir haben uns darauf geeinigt, den hl. Abend zusammenzuverbringen, mein “noch” Mann, ich und unsere Kinder. In dem Haus meines Mannes, in dem wir bis März zusammengewohnt haben. Das ist eigentlich das einzige, was mir Sorge bereitet, es fühlt sich nicht mehr richtig an, dort zu feiern. Lieber wäre mir gewesen, wir feierten mit meiner Mutter und meinem Bruder, seiner Freundin und dem Baby, aber dorthin den Papa mitzunehmen, fühlt sich auch nicht richtig an und da ich auch einen neuen Partner habe, finde ich das auch allgemein schwierig. Meine Tochter (7) hat sich das so gewünscht, wie wir es jetzt machen. Im nächsten Jahr wird es dann anders laufen, aber ich sehe es auch so: Für sie ist es eben wichtig, dass noch etwas so ist, wie es war, auch wenn beide Kinder die Trennung super verpackt haben! Nur ich bin gespannt…

  5. Nuka

    Da unsere, also die Eltern meines Ex Mannes und auch meine Eltern geschieden sind war bissher sehr viel logistisches Geschick notwendig.
    Es wurde aufgeteilt. Unsere Tochter (inzwischen fast 5) wurde rein ins Auto, raus aus dem Auto, und wieder rein, herumgereicht.
    Das hieß am 4. Advent das trationelle Weihnachtsessen mit anschließender Bescherung mit meinen Großeltern Und Tanten mütterlicherseits. Meinen Vater trifft sie wenn er zufällig in unserer Stadt ein Weihnachtskonzert spielt mit seiner Enkelin in der Vorweihnachtszeit.
    Schließlich am 23 Abends bzw 24. früh Morgens wird bei mir(der Mutter) Oma und Schwester beschert. Schließlich fährt Papa der gegen Mittag kommt, mit ihr zu dessen Eltern. Und auch hier wird aufgeteilt zwischen Opa und Oma.
    Ab diesem Jahr findet der Weihnachtswechsel nur noch jährlich statt. Allerdings kommt Papa am 24. zum Frühstück.
    Und dennoch bleibt sehr zum Unmut meiner (ex Schwiegermutter) die Tradition um den 4. Advent bestehen.
    Aber, es war bissher viel zu anstrengend, um tatsächlich zur Ruhe kommen zu können.
    Eigentlich mache ich mir nicht viel aus Weihnachten, aber in diesem Jahr wo sie die ganzen Feiertage bei mir ist, haben wir einen Baum aufgestellt und Kekse gebacken.
    Auch für Papa :)

  6. kasoki

    Wir haben uns darauf geeint, dass die Große (3) eine Woche über Weihnachten bei Papa mit der Oma verbringt, der Kleine (8Monate) kommt dann übers Wochenende nach Weihnachten dazu. Ich habe also Weihnachten mal für mich und das ist auch gut so! Nächstes Jahr bin ich dann wieder dran. Wir wechseln uns also jährlich ab.

  7. Christina

    Die Kinder von meinem Mann feiern Weihnachten bei ihrer Mutter, bisher war das immer ganz ok, weil wie über 600km entfernt wohnten.Jetzt sind wir umgezogen und auch die Kinder mit ihrer Mutter. Und trotz der Stunde Fahrzeit wurde das Weihnachtsfest ohne einen Besuch bei uns verplant. Man gewöhnt sich dran, auch wenn wir enttäuscht sind.

    Gemeinsames feiern kommt auch nicht in Frage, da wir Erwachsenen nicht miteinander können.

  8. Yvonne

    Bei uns gibt es zu Weihnachten immer das totale Patchworkfest.
    Wir alle (Tochter, neuer Partner, dieses Jahr das erste mal mit Baby und Mama) feiern mit Papa und Großeltern(seinen Eltern) immer Heiligabend zusammen und übernachten auch dort.
    Und wir finden es super!
    Es kostet zwar immer eine Gute Planung, weil uns auch noch knapp 200 km trennen, aber es ist jedes Jahr wunderschön und ich bin immer sehr stolz dass wir es so gut hinbekommen.
    Die anderen Feiertage werden dann mit de Rest der Familie verbracht.
    Also für uns ist es so die beste Möglichkeit Weihnachten zu verbringen.
    Andere Feste werden aber auch zusammen und mit noch mehr Familienmitgliedern gefeiert…

  9. Romy

    Bei uns steht nun auch das erste getrennte Weihnachten an. Mein Ex hat ziemlich schnell entschieden mit seiner Neuen zu deren Eltern zu fahren, deshalb werde ich mit den Kindern allein sein. Ich find’s nicht schlimm, wir machen es uns schon gemütlich und statt Gans mit Klößen wird es ein Schokoladenfondue geben. Neue Situationen erfordern neue Rituale. Ein gemeinsames Weihnachten stelle ich mir im Moment schwierig vor, wäre aber durchaus offen, es mal auszuprobieren, aber mein Ex würde das nicht wollen. Am zweiten Feiertag bekommen sie dann die Geschenke vom Papa und am 27.12. wird unser Großer 6 Jahre alt, da wird sein Papa auch kurz dabei sein. Silvester hat er sich auch schnell abgesetzt, vielleicht feier ich mit den Kindern bei einer befreundeten Familie, die auch kleine Kinder hat.

  10. Lissy

    Also als “Kind” einer Patchworkfamilie wie sie im Buche steht (3 Halbschwastern von zwei Stiefvätern und drei Stiefbrüder von einem Stiefvater und einer Stiefmutter) und die Großeltern in verschiedenen Ländern war und ist mein Weinhachten jedes Jahr wo anders und mit anderen. Als Kind war ich meistens mit Mutter bei ihren Eltern. Ich denke das hat mich am meisten gepräkt in meinen Weihnachtstraditionen. Als ich dann im Alter war es selbst zu entscheiden war ich auch ab und zu mal bei meinen anderen Großeltern mit meinem Vater, wo bei da natürlich ganz andere Traditionen gepflegt wurden. Seit ein paar Jahren ist es immer wo anders mit unterschiedlichen konstelationen, da meine Schwestern auch pendeln und mein Vater auch eine neue Fanilie hat. Meine Weinachts”Gesellschaften” gingen in einem Jahr von 3 bis in einem anderen Jahr zu 15 Leuten. Meistens wird mindestens zweimal Weihnachten gefeiert in einem Jahr gabs auch vier mal Bescherung. Es hat alles seine Vor- und Nachteile und als Kind (und immer noch) fänd ich’s schön wenn meine Eltern mal zusammen wären an Weihnachten aber so ist es bei uns nicht aber es ist auch nie langweilig und ich bin auch der Meinung, desto mehr desto besser :) Ich denke es gibt nicht DIE richtige Art Weihnachten zu feiern man muss sich nur für eine entscheiden, also für das bestehende Jahr ;) am wichtigsten ist doch am Ende wie man es dem Kind komuniziert und auf was man selber Lust hat. Aber ich kann den Bammel sehr gut verstehen, mach mir auch schon etwas sorgen bei dem Gedanke daran wenn ich mal eigene Kinder hab und die drei Grosselternpaare haben…

  11. je

    Huhu,

    ich stehe auch vor diesem Problem und um ehrlich zu sein, wird mir immer ganz mulmig im Bauch, wenn ich nur an Weihnachten denke…
    Mein Noch-Mann hat 2011 eine Kollegin näher kennengelernt, weil das alles so ein wahnsinniges hin und her war, hatten wir das Weihnachten noch gemeinsam verbracht. Wobei das für mich sehr schwer war- die Erinnerungen an die vergangenen Feste und die aktuelle Situation, keine Familie mehr zu sein, tat sehr weh. Seit Anfang diesen Jahres wohne ich mit meinem Sohn allein. Ich bemühe mich sehr, dass er wirklich wann immer Papa Zeit hat auch bei Papa ist und leide dennoch jedes Mal, dass ich die doppelten Konsequenzen tragen muss: Mann weg, Kind weg. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen Heilig Abend auf mein Kind zu verzichten und bisher schlängeln wir uns noch um diesen Tag; der erste und zweite Feiertag ist geklärt – aber was ist mit Heilig Abend- der ist heilig…wir haben früher gemeinsam morgens den Baum geschmückt, nachmittags das Krippenspiel angeschaut und abends lecker gegessen und Geschenke ausgepackt.. ich hab keine Ahnung, wie es am besten ist: für mein Kind, aber auch für mich- weil es auch ein Jahr darauf immer noch sehr weh tut, ungewollt diesen Traum Familie aufgeben zu müssen.
    Leider fehlt mir das Rezept für diesen Abend, ahne aber, dass er auch nicht unbedingt auf ihn verzichten mag und selbst wenn ist es wie eben schon beschrieben auch ein komisches Weihnachten “allein”. Ich glaube auch, dass es sich komisch anfühlt, wenn man die Oma oder so einlädt, weil auch das ja sonst so nie war- alles neu, alles komisch :( und keine sich gut anfühlende Lösung in Sicht :(

    • ju

      Das mit den doppelten Konsequenzen hast du total auf den Punkt gebracht, so fühle ich mich auch immer, wenn er das Kind über Nacht zu sich holt. Bin ja auch noch im ersten Trennungsjahr. Ich irre dann erst mal ruhelos durch die Wohnung was irgendwie dann meistens so endet, dass ich nochmal aus dem Haus muss. In den Supermarkt, an die Tanke, sonst was. Hauptsache raus und andere Menschen treffen, die einen kurz vom privaten Elend ablenken. Bin ja auch noch im ersten Trennungsjahr.
      Vielleicht könnt ihr euch darauf einigen, dass ihr Heiligabend doch noch mal zusammen verbringt? Dann muss keiner aufs Kind verzichten. Und die Differenzen über euch könnt ihr vielleicht beide ausnahmsweise zwischen den großen Geschenkpapierbergen verstecken? Ich habe das Gefühl, dass sie am glücklichsten ist, wenn sie uns beide zusammen hat. Egal, wie schief die Blicke zwischen uns manchmal sind.
      Ich drücke dir die Daumen, dass ihr nen guten Weg findet!

  12. ju

    Weihnachten ist immer ein riesen Drama. Wir sind zwischen Eltern und Schwiegereltern gependelt. Letztes Jahr bestand ich auf einen Heiligabend zu dritt und bin im Nachhinein froh darüber, denn es war das letzte Weihnachten als Familie. Im Januar bin ich mit unserer Tochter ausgezogen. Nachdem wir zum Geburtstag einen 3-wöchigen Kampf augetragen haben, lassen wir es Weihnachten entspannter angehen: Heiligabend ist sie bei mir, der ersten ab morgens bis zum zweiten morgens bei ihm und dann wieder bei ihm. Zusammen feiern ist undenkbar. Wir reißen uns zwar nicht die Haare aus, aber Friede Freude Eierkuchen ist auch nicht.

    • ju

      *dann wieder bei mir

    • Hallo ju,
      und schon Pläne für den gemeinsamen Heiligabend?
      Eine Kollegin von mir sagte neulich, als wir über das Thema sprachen: “Je mehr Leute an Weihnachten, desto besser!” Fand ich ganz gut als Devise.
      Vielleicht gibt es ja einen Freund, eine Freundin, eine Tante, der/dem man eine Riesenfreude macht mit einer Einladung zum Heiligabend – und der/die gleichzeitig die Lage irgendwie entspannt, weil so frischer Wind reinkommt in die Weihnachtssache!?
      Herzlich
      Christian

    • ju

      Klar, sind bei Oma und Opa. Zu dritt als kleine Familie ist ok zu Heiligabend, aber nur sie und ich wäre mir zu wenig. Traute Zweisamkeit haben wir ja schließlich jeden Tag und man soll schon merken, dass etwas besonders ist. Und zu den Feiertagen ist die Nestwärme bei meinen Eltern zu Hause immer besonders kuschelig :-)

  13. Sabrina

    Die Ex meines Freundes verzichtet schon seit 3 Jahren auf ihren Sohn an Weihnachten! So können wir als Familie mit “unseren” drei Kindern entspannt feiern und sogar wegfahren!
    An Silvester will sie auch lieber feiern gehen, also ist der Kleine dann auch bei uns…
    Ehrlich gesagt würde ich das als Mutter nicht übers Herz bringen, aber da sie das ja anders sieht, ist es ganz entspannt für uns!

  14. Schliene

    Mein Ex und ich verstehen uns im Grunde gut, aber eng sind wir nicht gerade miteinander. Weihnachten, Geburtstage und auch Silvester sind mir unter anderem sehr wichtige Tage. Ihm eher nicht.
    Vergangenes Jahr (das erste Trennungsjahr) waren die Kinder an Weihnachten, wie Silvester bei mir, weil er es eher als “Belastung” empfand, sie da zu haben. (Geht vor allem ums Ausschlafen).
    Ich war Heilig Abend völlig allein mit den Kindern, war überfordert vom Stress alles perfekt machen zu wollen, wie ich es aus meiner Kindheit kenne und fand irgendwann: Als ein Erwachsener allein, kann man den Zauber nicht so rüberbringen.
    Mein neuer Freund wiederum war bei seiner Ex-Frau und den gemeinsamen beiden Kindern. Ich war recht neidisch. Nicht eifersüchtig, sondern neidisch, weil das so klappte bei denen.

    Dieses Jahr sind die Kinder im Gegenzug bei meinem Ex-Mann. Es bricht mir das Herz an Heilig Abend und zum Jahreswechsel nicht mit meinen beiden zusammen sein zu können.
    Für nächstes Jahr haben wir aber schon beschlossen, dass eine andere Lösung her muss. Nur was, weiß ich irgendwie auch noch nicht.

    Dieses Jahr an den Geburtstagen, kam er bei der Tochter nur eine Minute vorbei, weil er leider krank war und beim Sohn saß er eine zeitlang mit auf der Couch. Aber das war irgendwie unnatürlich, obwohl wir uns beide sicher sehr bemüht haben, es unkompliziert zu machen. Er hat sich trotzdem sau unwohl gefühlt. Tja, schade. Bei manchen klappt das ganz natürlich, bei uns leider nicht. Deshalb wäre auch Weihnachten gemeinsam absolut keine Option.

    • Hallo Schliene,
      Danke auch für Deinen Kommentar!
      Uff, klingt anstrengend.
      Ich kenne auch das Gefühl, es exakt so machen zu wollen, wie’s damals in der eigenen Kindheit war. Und man macht das dann ja dem Kind, den Kindern zuliebe – glaubt man zumindest.
      Aber ist das auch so? Hätten die Kinder nicht viel mehr davon, wenn wir Weihnachten mal ganz anders als sonst begehen, aber eben entspannt und gut gelaunt? Also statt dem Fünfgang-Menü mit dem mühsam zurechtpolierten Familiensilber lieber die Bratwurst auf Pappgeschirr mit All-you-can-eat-Pommes?
      Gut, ich übertreibe jetzt, aber verstehst Du den Punkt?
      Herzlich
      Christian

  15. Schirin

    Das kommt wohl vor allem darauf an, wie viel Spannungen ihr zu “verbergen” habt. Man tut einem Kind keinen Gefallen mit erzwungenem Beisammensein. Dann lieber aufteilen und abwechseln. Das Kind hat nun eh Pech gehabt, denn keiner mag “wechselnde” Eltern…aber noch schlimmer sind doch wohl diese Treffen, die von schlechter Stimmung im Hintergrund triefen. Ich spreche aus Erfahrung von der Seite es Kindes und sage: lieber ein wenig mehr Feiern und Fahrerei als falsche Familienspielerei.

  16. Jacqueline

    Mein Ex und ich haben viele Jahre Heiligabend mit den Kindern zusammen bei mir verbracht, weil halt keiner von uns wegen der Trennung auf das Strahlen der Kinderaugen verzichten wollte. Die beiden Feiertage haben wir aufgeteilt, einen Tag sind sie bei ihm und seiner Familie und einen Tag bei mir und meiner Familie.
    Mittlerweile hat er eine neue Partnerin mit ihr verbringt er Heiligabend ohne die Kids und an einem Tag hat er sie dann..

    • Hallo Jacqueline,
      und wie habt Ihr’s gemacht, habt Ihr gemeinsam die selben Rituale begangen wie einst oder neue geschaffen?

    • Jacqueline

      Hallo Christian,
      die Rituale für Heiligabend waren gleich .. nur die Adventsrituale waren andere. Für die Kinder war es schön trotz vieler Veränderungen noch etwas zu haben das ist wie immer.

      LG