Die schnuckelige Versuchung

Kinderfotos sind entzückend, keine Frage – aber ist es wirklich gut, sie im Internet zu veröffentlichen?

Gar nicht, lieber nur von hinten oder doch in allen Lebenslagen? Beim Umgang mit Kinderfotos im Internet gibt es viele Möglichkeiten – und genauso viele Meinungen. Die meistens tun es trotzdem irgendwann: Laute einer Umfrage von Nido aus dem Jahr 2011 haben 52 Prozent aller Eltern schon mal ein Foto ihres Kindes online veröffentlicht. Heute werden es noch mal einige mehr sein.

Und es spricht ja auch viel dafür: Zum Beispiel, wenn ein Großteil der Freunden und Verwandten nicht gleich um die Ecke wohnt und auf diese Weise zumindest ein bisschen mehr am Familienalltag teilhaben kann. Das macht Tante und Onkel Spaß und den stolzen Eltern natürlich auch. Schließlich garantiert nichts so viele Likes auf Facebook wie ein schlafendes Baby oder eine Marmeladen verschmierte Kleinkinderschnute (außer vielleicht besonders lustige Tierfilme).

Warum Eltern der schnuckeligen Versuchung trotzdem nicht nachgeben sollten, erklärt in der aktuellen Ausgabe von Nido unsere Autorin Meredith Haaf. Wenn es um soziale Netzwerke gehe, hätten Eltern das „Vernunftpotenzial von Teenagern“, befindet sie. So schwer es den Eltern auch fallen möge, sie sollten lernen sich in Zurückhaltung zu üben, fordert die Autorin – zum Besten ihres Kindes.

Wie halten Sie es mit Fotos im Internet? Sind Babyfotos auf Facebook wirklich so verwerflich oder einfach nur eine moderne Form von ganz normalem Elternstolz? Oder haben Sie vielleicht andere Wege gefunden, wie sich Bilder wirklich sicher mit Freunden und Verwandten teilen lassen?

Anke Helle
Über die Autorin:
Anke Helle ist stellvertretende Chefredakteurin von Nido. Als Kind wünschte sie sich nichts sehnlicher, als in einem Playmobil-Haus leben zu dürfen. Heute ist sie sehr froh darüber, dass ihre Wohnung keine Plastikwände hat – den hoch modern ausgestatteten Ponyhof ihrer Neffen und Nichten beäugt sie manchmal dennoch ein wenig neidisch.

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3 Kommentare

  1. nokidsatfb

    Mal ehrlich, wer von den Freunden, Großeltern, Tanten etc. will sich 50 Urlaubsbilder ansehen? Sie vielleicht? 2-3 schöne Bilder, vielleicht nett kommentiert reichen vollkommen. Und das ist per Email gut machbar.

  2. Der Artikel spricht viele Probleme der Verteilung digitaler Kinderfotos an. Die einfachste Lösung wird aber leider nicht aufgezählt: klar definierte eMail-Gruppen (z.B. Familie, Kinderfreunde) an die Bilder per eMail versendet werden. Jeder, der in irgendeinem Netzwerk steckt, hat immerhin auch eine eMail-Adresse.

    Die Bilder werden so nicht in irgendwelchen Netzwerken gepostet und es wird niemand ausgegrenzt, der nicht in Facebook, Google+ oder sonstwo ist. Und Großpapas WLAN-Bilderrahmen wird automatisch mitgefüttert.

    • Hallo, danke für den Kommentar! Stimmt, Emailgruppen wurden hier nicht aufgezählt – diese Option eignet sich aber nur für eine geringe Anzahl von Bildern. Die 50 Urlaubsfotos per Mail zu verschicken, könnte schon schwierig werden, oder? Viele Grüße!