Heftkritik: Nido 10/2012

Mit den Titelthemen: Wie oft darf mein Kind fernsehen? | “Er trug ein Hip-Hop-Outfit” | Trisomie-Test | Der Mütter-Kind-Urlaub | Fußball ist unser Leben | Reste essen

Liebe Leserinnen und Leser,

aus Sicht unserer Kinder ist das Mobiltelefon eines der faszinierendsten Geräte der Welt – denn keinem anderen Gegenstand im Alltag sind Mutter und Vater so hörig. Ein Klingeln, und die Eltern lassen alles stehen und liegen, um nach dem Smartphone zu greifen und dann gebannt auf seinen Bildschirm zu blicken. In welchem Alter man Kindern sein I-Phone überlassen sollte, damit sie darauf Fotos anschauen oder mit Apps spielen können, ist schon eine der größeren Streitfragen zwischen vielen Müttern und Vätern. Aber da geht’s erst los: Dürfen die Kinder fernsehen? Wenn ja: wie lange? Was dürfen sie schauen? Ist das gemeinsame »Sandmännchen«-Gucken ein schönes Abendritual oder der Vorhof der Medienhölle? Und gewährt man seinem Kind Zugriff auf den Computer?

Die Ansichten von Eltern über den richtigen Umgang mit Alltagstechnik sind auch deshalb so unterschiedlich, weil dies einer der wenigen Lebensbereiche ist, für den uns unsere Eltern keine Erziehungsblaupausen an die Hand geben konnten. Wir müssen eigene Antworten finden und Regeln aufstellen. Nido will dabei mit der Titelgeschichte dieser Ausgabe (ab S.44) helfen.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

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19 Kommentare

  1. Funkelchen

    Ich hatte mich sehr auf die Artikel über Trisomie und die Entscheidungen der betroffenen Familien gefreut. In der Tat waren die Artikel auch gut. Da für mich selbst eine Abtreibung nicht in Frage käme, hätte ich mich gefreut, wenn in einem der Artikel eine Frau Stellung bezogen hätte, die abgetrieben hat, und mit dieser Entscheidung zufrieden ist.

  2. Andrea

    Mir ist der Artikel ‘Ein anderes Leben’ sehr nahe gegangen und um ehrlich zu sein hat er mich auch sehr wütend und traurig gemacht. Mein Mann und ich haben letztes Jahr die wohl schlimmste Nachricht für werdende Eltern bekommen, als man uns in der 11. SSW mitteilte, dass mit unserem Kind vermutlich etwas nicht stimmt. Eine Chromosomenanalyse kam zu diesem Zeitpunkt für uns nicht infrage, da feststand, dass wir unser Kind niemals wieder hergeben würden. Mich hat der Artikel deshalb wütend gemacht, weil immer Verständnis für eine Abtreibung von Kindern mit Behinderung eingefordert wird. Ich bin kein Gegner von Abtreibung generell, aber die ‘Aussortierung’ von behinderten Kindern finde schrecklich und falsch. Natürlich gibt es ein paar nicht lebensfähige chromosomale Störungen, aber gerade Kinder mit dem Down-Syndrom können, wenn man sie lässt und unterstützt, ein glückliches Leben führen. Wenn man sich entscheidet Kinder zu bekommen übernimmt man Verantwortung und zwar nicht erst nach neun Monaten wenn das Kind gesund auf der Welt ist. Das Leben des Kindes sollte über dem Seelenheil der Mutter stehen, heutzutage gibt es genug psychologische Betreuung. Es ist anstrengend, unsere Tochter ist viel zu klein für ihr Alter, die motorische Entwicklung ist verzögert, ob sie laufen lernen wird wissen wir nicht und zur Zeit wird sie über eine Magensonde ernährt. Aber sie lacht uns jeden Tag an und macht jeden Tag winzige Fortschritte auf die sie selbst und wir natürlich immer unheimlich stolz sind.
    Als in dem Artikel von der Abschiedszeremonie berichtet wird, ist mir der Atem gestockt. Das Kind hätte mehr verdient, es hätte ein Leben verdient!

    • Linn

      Liebe Andrea – das seh ich genauso und bewundere und gratuliere euch für den “Mut” dieses kind zu bekommen. ich muss ehrlich gestehen – ich hätte ihn sicherlich nicht gehabt.

  3. Nataly Bleuel

    Liebe Stephie, Mandy, Marie, Birgit, Britta, Natascha, Mona – jetzt bin ich gerührt, von so viel Anteilnahme, Danke! Und Matteo lässt ausrichten, er fände das Leben gerade sehr gut.

    Herzliche Grüße,
    Nataly B.

  4. OP Schwester

    Mit Spannung habe ich den Artikel “Ein anderes Leben” gelesen, jedoch musste ich feststellen, dass Sie eine kleine aber feine Fehlinformation gedruckt haben. Dort steht: “Eine Abtreibung in der 20. Woche bedeutet, dass die Wehen mit Tabletten eingeleitet werden…”, bis zu diesem Teil stimmt es, jedoch heisst es weiter:
    “…und das Kind tot auf die Welt kommt.”
    Dies ist nicht korrekt!

    Das Kind hat zwar keine Überlebenschancen, aber durch das wehenfördernde Mittel wird es NICHT getötet. Das heisst, es kommt lebendig zur Welt und bewegt sich wie jedes andere Frühchen auch. Sogar ein leichtes “Quieken” ist manchmal zu hören, wenn es nach Luft ringt, da die Lungen noch nicht genügend ausgereift sind, um dem Kind das Atmen zu ermöglichen. Kurze Zeit später versterben diese Kinder dann.
    Dies weiß ich so genau, weil ich in einer gynäkologischen Klinik gearbeitet habe, wo solche Operationen durchgeführt wurden.
    Es klingt vielleicht schöner und lässt die Entscheidung zur Abtreibung leichter erscheinen, wenn man der Frau erzählt, dass ihr Kind durch dieses Medikament sterben würde, jedoch entspricht es nicht den harten Fakten. Und ich finde, dass dies eine so wichtige Rolle spielt, das man es nicht einfach beschönigt oder gar unter den Tisch fallen lassen darf!
    http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChgeburt

  5. Mona

    Auch mir hat der Artikel “Der Unfall” am Besten gefallen – vielleicht, weil er einen genau dort trifft, wo alle Eltern zu treffen sind. Der Artikel über Down-Kinder hat mir auch gut gefallen – vielleicht auch, weil er meiner Einstellung entspricht. Erst bei der Kritik unten ist mir aufgefallen, dass er tatsächlich recht einseitig ist… Sogar den Bayern-Artikel fand ich super, weil er einen Einblick in eine fremde Welt gegeben hat. Und ja, den Single-Urlaubs-Artikel vielleicht auch aus demselben Grund. Pussy Riot: Auch gut! (Und auf dem Cover jemanden zu haben, der aussieht wie die “Front-Frau” – sehr gut! Absicht oder Zufall?)

    Nicht gefallen haben mir dagegen das Fernseh-Titel-Thema (zwar sehr ausgewogen, aber irgendwie auch sehr nichtssagend und langweilig) und “woher kennt ihr euch” -> nicht, weil die Geschichten so langweilig waren (was die meisten schon waren), sondern weil mir gefehlt hat, dass sich heutzutage ja sehr viele Menschen im Netz kennenlernen – und dass dies ein schöner Anlass gewesen wäre, zu thematisieren, wie man diesen unromantischen Fakt seinen Kindern schön erzählt…

  6. Mareike

    Hallo Nido Team, wann gibt es die neue Nido im Handel? Der 21.9 wie es in der letzten Ausgabe abgedruckt ist, kann ja nicht richtig sein. Übrigens auch im Internet gebt ihr den 21.9 an. Lieben Gruß

    • Heiko Bielinski

      Hallo Mareike

      Die aktuelle Ausgabe ist seit 21.9. im Handel. Die nächste Ausgabe erscheint am 26.10.

      Grüße
      Heiko

  7. Lisa

    Tja, das war wohl die letzte Nido, die ich mir kaufen werde. Mal von dem Preis abgesehen, bin ich mittlerweile leider auch vom Inhalt nicht mehr überzeugt. Ich hatte mich z.B. wirklich auf den Artikel über die Pränataldiagnostik und die Gegenüberstellung von “Abtreibung vs. behindertes Kind aufziehen” gefreut. Aber der Artikel war einfach nur schlecht und einseitig. Anstatt beide Seiten gleichwertig darzustellen, wurde extrem in Richtung “Bloß keine Abtreibung” gedrängt: Bei der Frau, die abgetrieben hat, ist danach das ganze bisherige Leben den Bach runter gegangen. Jahrelang Depressionen, Ehe aus, im Job läufts nicht mehr so, Kinder mal eben ein Jahr beim Vater im Ausland gewesen. Ja, jetzt hat sie sich wieder gefangen, aber das ist für mich alles andere als ein positives und mutmachendes Abtreibungsbeispiel, auch wenn sie sagt, dass es damals die richtige Entscheidung war! Im Gegenzug die Familie mit den beiden Downsyndrom-Kindern: Zunächst einmal sind die beiden adoptiert, d.h. es war eine bewusste Entscheidung für ein behindertes Kind und sie standen nicht auf einmal völlig aus dem Blauen vor dieser Diagnose, wie die meisten anderen. Ausserdem hatten sie Erfahrung mit behinderten Kindern und zu guter letzt sind die beiden Mädchen für Kinder mit Down-Syndrom wenig behindert und dadurch extrem wenig eingeschränkt und sehr selbstständig! Sähe das Leben dieser Familie auch so aus und wären sie auch so glücklich und davon überzeugt, wenn die beiden richtig schwerst behindert wären, wie es bei vielen Kindern mit Down der Fall ist, so dass man sich 24h am Tag um sie kümmern muss- ihr Leben lang?! Warum hat man nicht (auch) so eine Familie zu Wort kommen lassen? Zusammengefasst: Nach einer Abtreibung liegt dein Leben in Trümmern; wenn du das behinderten Kinder bekommst, musst du nur genug Energie und Zeit investieren, dann wird alles super. Aha. Solche Artikel braucht kein Mensch…

  8. Natascha Makoschey

    Liebe Frau Bleuel, danke für Ihren Mut Ihre Geschichte aufzuschreiben. Ich sitze hier im Büro und kann nicht mehr aufhören zu weinen. Es gibt, glaube ich, kein Thema, wo man sich schon beim Lesen so verletzlich fühlt und Angst bekommt, dass einem sein Kind “weggenommen” wird.
    Es war schön, dass Sie Ihre Geschichte nicht beim Unfall begonnen haben, sondern dass wir Matteo vorher “kennenlernen” durften.
    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie von Herzen Gottes Segen, viel Vertrauen, Wärme, Lachen, dass die Angst nachlässt, dass Elias nicht nur stark ist, sondern in seiner Stärke (die er bewiesen hat) sich auch zugesteht schwach zu sein und bei Ihnen ankommen kann und dass bei Matteo keine nachträglichen Komplikationen mehr entstehen.
    Eine dicke virtuelle Umarmung!!
    Natascha Makoschey

  9. Liebe Frau Bleuel, ich lese seit Jahren mit Genuss Ihre Artikel und auch die Ihres Mannes. Sie haben Ihren Lesern schon viele spannende Einblicke in Ihr Familienleben gewährt und ich konnte häufig Paralellen zu meinem eigenen Familienleben mit 7-jährigem Sohn und Freund finden. Zunächst danke dafür.

    Ihr Artikel “Der Unfall” hat mich nicht zuletzt wegen der langjährigen “Verbundenheit” sehr berührt, ich musste lange weinen. Im Nachgang hat Ihr Artikel aber eine stärkende Wirkung. Es gibt selten Autoren in Familienzeitschriften, die auch über die dunklen Seiten des Lebens berichten. Der Bericht war trotz aller Schmerzhaftigkeit sehr wichtig und richtig. Zeigt er doch, dass einem auch in Extremsituationen die notwendigen Kräfte zuwachsen. Nebenbei war Ihr Artikel auch noch exzellent geschrieben.

    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie von Herzen nur das Beste und mir selbst noch viele tolle Artikel von Ihnen!

    Viele Grüße
    Britta Struve

  10. Birgit

    Auch mich hat die Geschichte von Matteo unheimlich berührt. Ich konnte nicht mehr aufhören zu weinen, während ich sie gelesen habe. Ich habe selbst zwei Söhne! Dabei wurde mir mal wieder klar, wie nichtig doch alle anderen “Probleme” sind. Das Leben kann so schnell eine andere Wende nehmen.
    Mich hat es auch sehr berührt, wie der große Bruder Elias mit der ganzen Situation umgegangen ist! Ich wünsche der Familie weiterhin viel Kraft, keine weiteren Komplikationen, viele schöne glückliche Momente und viele Liebesbriefe von und für Matteo. ;0) Ihr seid eine starke Familie!

  11. Mandy

    Seit vielen Jahren lese ich die Artikel von Nataly Bleuel und ihrer Familie immer am allerliebsten und freue mich,wenn ich mal wieder einen entdecke.Dieses Mal musste ich 2x hinschauen,weil ich so erschrocken war,als ich die Überschrift las.Hut ab,wie Frau Bleuel über die wohl schlimmste Zeit ihres Lebens schreibt.Ich hab schon beim Lesen bitterlich geweint.Nein,auf so etwas kann man sich nicht vorbereiten und funktioniert wahrscheinlich einfach nur noch.Ich bin sehr froh,dass alles ein gutes Ende genommen hat und möchte Matteo und seiner Familie alles,alles erdenkliche Gute wünschen und viel Kraft sowie Durchhaltevermögen für die kommende Zeit.

    • Maire

      oje, ich habe das Heft noch nicht, mag die Artikel von Nataly Bleuel aber auch sehr gern! Was ist denn mit Matteo passiert??

  12. Stephie

    Wieder einmal eine ganz tolle Ausgabe. Vielen dank für dieses tolle Heft.

    Mein Mann und ich waren übrigens ganz gerührt von der Geschichte des kleinen Matteos. Beide mussten wir mächtig schlucken beim Lesen. Wir wünschen der Familie auch weiterhin einen positiven Verlauf dieser schrecklichen Geschichte.

  13. Mareike

    Tolle Ausgabe!!! Viele interessante, spannende Artikel! Aber Mara hat Recht : 4,20 ist genug!!! Ansonsten macht weiter so. Ich trage mir gleich schon das Datum für die Neue Ausgabe in den Kalender.

  14. Mara

    Findet ihr 4,20€ so langsam nicht auch zuviel des Guten?

    • Franziska

      Ja, bei 4,20€ hab ich jetzt auch aufgehört.

    • Vera Schroeder

      Liebe Mara, liebe Franziska,
      richtig, NIDO hat (bereits vor zwei Heften) nach über drei Jahren den Preis pro Ausgabe zum ersten Mal angehoben, um 30 Cent, von 3,90 Euro auf 4,20 Euro.
      Der Umfang von NIDO ist in den vergangenen Jahren übers Jahr gerechnet gewachsen, dazu kommen schon seit zwei Jahren regelmäßig DVDs und Booklets, die dem Heft ohne Mehrkosten beigeben werden. Wir hoffen dass Ihnen das Heft weiterhin gefällt und werden unser allerbestes geben, damit es auch in Zukunft sein Geld wert ist.
      Herzlichst aus der Redaktion, Vera Schroeder