Ohne Worte

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Die Logopädie boomt: Immer mehr Sprachtherapeuten behandeln immer mehr Kinder. Lernen unsere Kinder wirklich schlechter sprechen als früher?

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25 Kommentare

  1. Veronika

    Als langjährige Behindertenbetreuerin und Sozialpädagogin spiegelt dieser Artikel sehr gut meinen subjektiven Eindruck wieder.
    Auch wenn sich hier viele ExpertInnen erbost auf den Schlips getreten fühlen, muss angemerkt werden, dass das Nido weder eine medizinische oder erziehungswissenschaftliche Fachzeitschrift ist oder sein will, sondern ein Familienmagazin, das m.A auf sehr kreative und ungewöhnliche Weise gesellschaftliche und familienrelevante Themen aufgreift.
    Um meine bescheidene Meinung auszudrücken: Mir fällt auf, dass es alle paar Jahre medizinische und/oder alternativmedizinische “Trends” gibt. Mal heißen sie Homöopathie, Osteopathie, Cranio Sacral, ADHS, Logopädie… und plötzlich schießt das “Fachpersonal” dazu nur so aus dem Boden

    • Steffi

      Gab es nicht auch mal eine Zeit, in der die Sozialpädagogen nur so aus den FHs und Unis strömten?
      Und wir haben jedes Recht uns von einem so miesen Artikel angegriffen zu fühlen. Wenn diese Zeitung ein Familienmagazin ist, dann sollten für die Zielgruppe relevante Themen bitte auch professionell recherchiert und erläutert werden. Genau das ist hier nicht geschehen.
      Und Ihre Meinung ist in der Tat bescheiden. Logopädie ist ein ärztlich verordnetes Heilmittel, das in zahlreichen Studien seine Wirksamkeit bewiesen hat. Anderenfalls würde keine gesetzliche KK diese Leistung bezahlen. Als Behindertenbetreuerin sollten sie das wissen.

    • Veronika

      Liebe Steffi, Krankenkassen bezahlen vieles (u.a homöopathische Behandlungen), dessen Wirksamkeit weder erwiesen noch durch seriöse Studien belegbar ist.

    • walter

      Liebe Steffi,
      wo sind sie denn, die Studien mit dem Nachweis einer angeblichen Wirksamkeit der Logopädie? Ich kenne etliche Ärzte, die aus gutem inhaltlichen Grund zu Recht keine Logopädie verordnen. Und nicht nur, wie gerne behauptet wird, aus finanziellen. Es ist daher richtig, dass nido hier Zweifel äussert. Logopädie ist eine Mode, mehr nicht. Leider ist sie für uns Krankenversicherte ziemlich teuer. Wenn – wie von einer Standesvertreterin aus dem Bereich der Logopädie -behauptet – die Ausgaben für Logopädie an den Gesundheitsausgaben 1% beträgt, sind das immerhin ca. 400 Mill. Euro. Das Geld wäre für mehr Kindergärten und Kindertagesstätten weitaus sinnvoller angelegt. Wenn Eltern meinen, Ihr Kind sollte “behandelt” werden, sollten sie dies privat zahlen.

    • Steffi

      Die allerwenigsten KK zahlen homoöopath. Behandlungen und zwar weil in den Studien keine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirkung nachweisbar ist.
      Walter, Sie scheinen ja ein kompletter Experte zu sein. Darf ich fragen wo Sie nach Studien gesucht haben? Manchmal ist nämlich die Recherche das Problem. Nido hat es ja vorgemacht.
      Logopädie gibt es seit ca. 100 Jahren, man kann also nicht von einem Modetrend sprechen. Da Sie sich so gut auskennen, sollte Ihnen auch bekannt sein, dass Logopäden ein weitaus breiteres Spektrum an Patienten als einzig Kinder haben. Sehr viele Patienten nach einem Schlaganfall benötigen logopädische Therapie, z.B. um wieder schlucken zu können. Aber das wissen Sie als Experte für Modetrends sicher schon.
      Und wenn Sie sich tatsächlich über Ihren KK-Beitrag ärgern, dann fragen Sie sich doch mal, warum wir so viele KK haben, die alle ihr eigenes Süppchen kochen müssen und Ihre eigenen großen Werbeplakate brauchen. Und warum Apotheker in der Regel FDP wählen!
      Sie bleiben also lieber auf den Folgekosten sitzen, die ein Kind verursachen kann, dass aufgrund sprachlicher Defizite zum Schulversager wird, das daraufhin keine Ausbildung machen wird und möglicherweise auf staatliche Unterstützung für den Lebensunterhalt angewiesen ist. Sie haben mit Verlaub keine Ahnung!

  2. walter

    Es fällt auf, dass fast nur Logopäden den Beitrag kommentieren. Der Legitimationsdruck muss hoch sein. Auch mir scheint, dass der Aufwand für die angeblich sprachgestörten Kinder im Verhältnis zum Nutzen ziemlich hoch ist. Hier in München werden die Kinder von Hinz nach Kunz geschickt, von einem Arzt zum anderen. Ich meine, im Sinne des Artikels wird da so manches überflüssiges probiert – im Gegensatz zur Krankengymnastik. 1% der Ausgaben der Krankenkassen ist eine Menge. Dieses Geld sollte man besser für mehr Erzieherinnen und für bessere ausgerüstete Kindertagesstätten ausgeben.

    • tim

      Der Legitimationsdruck muss hoch sein – eine Sichtweise. Ich jedoch halte den Artikel einfach für eine grandios einseitige Beleuchtung einer wichtigen und unterschätzten Berufsgruppe. Daher kann ich die Missstimmung verstehen und empfinde die flachen Kommentare ala “Viel Lärm um nichts” und Ihre Pauschalisierung (zumal nicht von 1%, sondern von “weniger als 1%” die Rede war) als sehr schade.
      Als NICHT-Logopäde, jedoch mit mehreren Logopäden im meinem Freundeskreis finde ich neben der mangelnden Wertschätzung auch die schlechte Bezahlung dieser Berufsgruppe sehr schade. Schließlich geht es häufig nicht einfach “nur” um ein scharfes S bei Kinders sondern auch um den Verlust von Sprache im Falle eines Schlaganfalls.
      Wie heißt es so schön und wiedermal treffend: Die Entwicklung einer Gesellschaft erkennt man daran, wie sie die Kinder und Alten behandelt. Leider gibt Deutschland in diesem Fall kein wirklich gutes Bild ab…

  3. Dr. Ulrike de Langen-Müller

    Medizinische Diagnosen gehören nicht in den Volksmund. Sprachtherapie ist ein gesetzlich verankertes Heilmittel, dessen Verordnung eine Diagnosestellung vorausgehen muss. Die Feststellung einer behandlungsbedürftigen Entwicklungsstörung ist ein mehrschrittiger interdisziplinärer Prozess, an dem Ärzte, Psychologen und Sprachtherapeuten/Logopäden beteiligt sind. So empfiehlt es die Leitlinie zur Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen, die bei der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlicher medizinischer Fachgesellschaften (http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/049-006.html) und im Peter Lang Verlag veröffentlicht wurde. Wenn Laien – und dazu gehören in diesem Fall auch Journalisten – sich an der Diagnosestellung beteiligen, bzw. über Behandlungsbedürftigkeit richten, kann das zu einer Verunsicherung der Betroffenen führen, die schädlich ist. Der Deutsche Bundesverband der akademischen Sprachtherapeuten (dbs) rät Betroffenen und deren Eltern/Angehörigen, fachkundigen Rat einzuholen. Besorgnis kann Kommunikation negativ beeinflussen – eine notwendige Therapie zum richtigen Zeitpunkt oder aber eine Entwarnung und begründetes Mutmachen hingegen können Entwicklung wieder eine positive Richtung geben. Das ist nichtmal so teuer: Sprachtherapie ist mit 25 bis 38 € – je nach Bundesland – pro 45 Minuten und einem Anteil von weniger als 1% der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung nicht der Kostentreiber im System.

    Dr. Ulrike de Langen-Müller
    dbs-Referentin für Öffentlichkeit, Wissenschaft und Forschung

  4. Lucia

    Viel Lärm um nichts. Die typischen Reaktionen einer Berufsgruppe, deren staatlich genehmigter Beschäftigungsdrang dazu führt, sich wichtiger zu nehmen als sie ist: Man versteckt sich hinter medizinische Fachbegriffe und angeblicher Wissenschaft. Kein Wort darüber, was Logopädie eigentlich bringt. In unserer Gruppe wurden 6 Kinder logopädisch “behandelt” . ALLE 6 waren nach 2 bis 3 jähriger Behandlung bei den Schuleingangsuntersuchungen weiterhin sprachlich auffällig. In unserem Elternzirkel der Kölner Südstadt berichten andere Eltern ähnliches. Zu unserem Bekanntenkreis gehört ein stotternder Vater, der berichtet hat, dass er nicht weniger als 5 Jahre in Behandlung bei einer Logopädin war. Ohne jeden Erfolg. Erst nachdem er eine Psychologin aufgesucht hatte, trat die Besserung ein. Ich wüsste gerne einmal, was die Logopäden den Kassen kosten.

    • Anne

      Geehrte Lucia,
      ich möchte hier zu Ihrer Aufklärung beitragen bezüglich des weiterhin stotternden Vaters: er wird es sein Leben lang weiter tun, hat jedoch die Möglichkeit bekommen seine Stotterhäufigkeit und -intensität zu verringern. Da Logopäden ja aber keine Psychologen sind (wie man am Namen erkennen kann) und sein Stottern wohl psychisch bedingt war, konnte ihm da schlecht durch eine Sprachtherapie geholfen werden. ABER: nicht jedes Stottern ist psychischer Natur (lesen Sie bitte die Fachliteratur dazu, das führt hier sonst zu weit). Auch kann nicht jedem Patienten geholfen werden, denn es liegt auch viel an der Mitarbeit und der Motivation des Patienten. Da können die Therapeuten (was dann für alle Therapeutengruppen gilt) so gut sein wie sie wollen, wenn die Eltern der Kinder oder die Patienten selbst sie nicht unterstützen, wird die Therapie wenig Erfolg haben. Wenn Sie der Meinung sind, dass man sich “hinter medizinischen Fachbegriffen und angeblicher Wissenschaft” verstecke, dann erläutern Sie doch bitte die zunehmende Akademisierung der Berufsgruppe und die hohe Anerkennung und bereits jahrelang durchgeführte Akademisierung in allen anderen europäischen Ländern. Sie sprechen von Wissenschaft in diesem Beruf ohne das nötige Hintergrundwissen. Es wird an allen Enden geforscht, um den Patienten bessere Therapien bieten zu können. Haben Sie einen solche Veröffentlichung mal gelesen? Tun Sie das bitte, ehe Sie von “angeblicher” Wissenschaft sprechen!

    • Annika

      Lucia:
      “Man versteckt sich hinter medizinische Fachbegriffe und angeblicher Wissenschaft. Kein Wort darüber, was Logopädie eigentlich bringt.”

      Hallo Lucia,
      genau deshalb führen wir wissenschaftliche Quellen an. Diese Studien können objektiv BELEGEN, dass logopädische Therapie in den verschiedenen Störungsbildern wie Kindersprache oder Aphasie (Beeinträchtigung der Laut- und Schriftsprache nach Schlaganfall) über den Zufall hinaus wirksam ist!
      Es ist schade, dass Sie den subjektiven Eindruck haben, dass logopädische Therapie nicht effektiv ist, aber Ihre persönliche Wahrnehmung sagt rein gar nichts darüber aus, ob dem wirklich so ist.
      Dies kann nur durch empirisch durchgeführte Studien belegt werden, welche für die forschenden Logopäden, Neurologen und Psychologen sehr viel Mühe und Aufwand bedeuten.

  5. Patricia

    Sprachentwicklungsstörung sind die am häufigsten beobachtete und ärztlich diagnostizierte Entwicklungsstörung im Kindesalter (u.a. Sachse, 2005; Schubert & Horch, 2004). Sprache – in den verschiedensten Bereichen – verläuft eben nicht immer störungsfrei. Dies ist eine empirisch belegte Tatsache und hat sicher nichts mit einem Modetrend zu tun. Zudem muss jeder logopädischen Behandlung eine ärztliche Verordnung und damit eine entsprechende Diagnosestellung vorausgehen. Eine unbegründete Behandlung sollte nach diesem Prozedere somit ausgeschlossen werden können – davon ist insbesondere aufgrund der für die Ärzte geltenden Richtgrößen und dem damit verbundenen finanziellen Druck, auszugehen. Logopädie als Karrieresprung?! Sprachstörungen werden in diesem Artikel bagatellisiert! Es wäre informativ gewesen, wenn die Autorin sich die Mühe gemacht hätte, die Begrifflichkeiten „Sprachstörung“ und „Sprachtherapie“ zu erläutern. Um dieses Konstrukt verstehen zu können, sollte man sich das Klientel der logopädischen Praxis vor Augen führen und nicht Begriffe undefiniert und oberflächlich verwenden. Die Bandbreite der sprachlichen Auffälligkeiten im Kindesalter ist nämlich vielfältig und Sprachtherapeuten behandeln die gestörte Sprache des Kindes, sie optimieren keine „Schönheitsfehler“. Zu nennen wären hier beispielsweise rezeptive und/oder expressive Auffälligkeiten im Wortschatz, dem Satzbau, der Morphologie sowie Aussprachestörungen – bei denen wiederum zwischen Artikulationsstörungen und Phonologischen Verzögerungen/Störungen – differenziert werden muss! Eine andere Gruppe sind die Redeflussstörungen – das Stottern und Poltern. Die Fülle der möglichen Auffälligkeiten verdeutlicht nochmal wieso es zu variierenden und hohen Angaben bzgl. der Häufigkeit von Sprachstörungen kommen kann. Die Tatsache, dass es eine derartige Unterscheidung gibt und dass eine differenzierte Sprachdiagnostik die Grundvoraussetzung dafür ist, dass jedes Kind mit einer sprachlichen Auffälligkeit das bekommt, was es braucht, wird in dem Artikel leider so nicht erläutert.
    Tatsächlich ist ein besonderes Merkmal des (frühen) Spracherwerbs die enorme Variabilität – hinsichtlich des Alters wann die Kinder ihre ersten Wörter erwerben und der Geschwindigkeit mit der die Lexikonentwicklung voranschreitet. Und nicht jede Abweichung innerhalb dieser Variation ist therapiewürdig. Häufig reicht es, “sprachschwache” Kinder besonders zu fördern und ihre vorhanden sprachlichen Fähigkeiten allgemein zu stärken und weiterzuentwickeln. Dies ist beispielsweise durch spielerische Sprachförderprogramme im Kindergarten möglich. Diese Kinder sind also nicht die Zielgruppe einer logopädischen Behandlung. Es sind jene Kinder, die eine „echte“ Sprachstörung haben. Sie brauchen spezifische Sprachtherapie, einzelfallorientiert im Therapiesetting, da ihnen eine allgemeine Sprachförderung durch die Eltern, Erzieher im Alltag etc. – und das ist wissenschaftlich bewiesen – eben nicht hilft.
    Darüber hinaus sind die in dem Artikel postulierten Zahlen zu Angebot und Nachfrage und deren Kausalitäten ungenügend. Als kleiner Einschub sei erwähnt, dass Sprachtherapeuten nicht ausschließlich Kinder behandeln, sondern auch Erwachsene. Das hier der Bedarf u.a. im geriatrischen Bereich, z.B. durch Sprach- und Schluckstörungen nach einem Schlaganfall zunimmt, wurde im Artikel ebenfalls völlig außer Acht gelassen. Darüber hinaus wäre bei einer professionellen Literaturrecherche, zum Beispiel in den aktuellen Krankenkassenreports – die im Übrigen, die Kostenträger einer logopädischen Behandlung sind – aufgefallen, dass in Deutschland vielmehr ein Mangel im Bereich der Früherkennung vorliegt, der dazu führt, dass eine notwendige Intervention zu spät eingeleitet wird. Nicht nur die klinisch-empirische Beobachtung, dass eine Stagnation auf einer Ebene, z.B. der Sprache, auch die Entwicklung auf anderen Ebenen beeinflusst und verzögern kann („Negativspirale“; Grimm 1999), ist ein Plädoyer dafür, die Symptome ernst zu nehmen und eine Förderung zu initiieren. Kinder mit Spracherwerbsstörungen bleiben nach derzeitigen Erhebungen hinter dem nach Intelligenz und sozialem Hintergrund zu erwartenden Niveau ihrer schulischen Leistungen; die Hälfte aller sprachentwicklungsgestörten Kinder zeigt Lese-Rechtschreib-Störungen sowie psychosoziale Auffälligkeiten in Form von Verhaltensproblemen (vgl. Suchodoletz 2004). Die (schrift)sprachlichen Schwierigkeiten gehen mit entsprechend schlechteren Ausbildungs- und Berufschancen einher und können bis ins Erwachsenenalter persistieren (Schöler et al. 1998). Beeinträchtigungen im Zuge einer Sprachentwicklungsstörung scheinen also langfristige Auswirkungen zu haben. Dies und letztlich die Vermutung, dass es für einzelne sprachliche Entwicklungsschritte spezifische Zeitfenster gibt (z.B. Penner 2002), sprechen dafür, verzögerte oder pathologische Verläufe nicht untherapiert zu belassen. Eine sinnvolle Früherfassung und Behandlung – sei es über direkte Therapieansätze (Arbeit mit dem Kind) oder indirekte Methode (Elterntraining) ist bereits ab 2 Jahren möglich. Somit ist es nicht schockierend, dass das exemplarische Therapiekind, von welchem in dem Artikel die Rede ist, bereits früh Intervention erhält. Die neu gewonnenen Einsichten und wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Prozessen des ungestörten und gestörten Spracherwerbs sind in den letzten Jahren rapide gestiegen und führen zu neuen Symptomdeutungen, veränderten Diagnosestellungen und neuen therapeutischen Interventionswegen und -zeitpunkten.
    Zusammenfassend finden sich in dem Beitrag der Nido also keine fachlich gesicherten Empfehlungen für (besorgte) Eltern! Kann sich ein Kind (noch) nicht richtig ausdrücken, sollte immer der Rat des Kinderarztes und eine fundierte Überprüfung des kindlichen Sprachentwicklungsstandes von Seiten eines Experten eingeholt werden. Erst dann kann entschieden werden, ob und welche Maßnahme einzuleiten ist.
    Interessierte oder Betroffene können sich bei den Berufsverbänden informieren, die fundierte Informationen auf ihren Webseiten bereits stellen. Da die Autorin diesbezüglich leider keine Quellen nannte, sei hier auf Folgende verwiesen: Verband für Patholinguistik e.V. (vpl), Dt. Bundesverband der akadem. Sprachtherapeuten e.V. (dbs), Dt. Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl), International Association of Logopedics and Phoniatrics (IALP).

    • Barbara

      vielen herzlichen Dank für diesen ausführlichen und fachlich fundierten Kommentar, Patricia. So hätte man sich den Artikel bei nido gewünscht. Hoffentlich lesen ihn noch viele andere Eltern!

    • Annika

      Genauso ist es! Vielen Dank Patricia für den äußerst kompetenten und detaillierten Beitrag!
      Ich hoffe, dass die Zeitschrift Nido ihn als Wiedergutmachung in der nächsten Zeitschrift abdruckt (insbesondere mit den Kontaktdaten der Berufsverbände, die die wirklich wichtigen und richtigen Informationen weitergeben)!
      Es kann einfach nicht sein, dass ein Ableger des Sterns so einen unverschämt schlecht (gar nicht?) recherchierten Artikel veröffentlicht.
      Gerade der Bereich der (frühen) Sprachentwicklung bringt für die Eltern viele Fragen mit sich, sodass eine korrekte, informative Berichterstattung notwendig ist!
      Zuletzt möchte ich mich Jana H. anschließen: Ohne Worte – der Journalismus in der Nido!!!

  6. Julia G.

    Zwischenzeitlich habe ich mich wirklich gefragt, ob ich einen ARtikel aus der Bildzeitung lese. Unfundiert, reißerisch und lächerlich. Selbst das Titlefoto ist eine Farce. Es ist mehr als enttäuschend sowie erschreckend, dass man so etwas als Journalismus bezeichnet.
    Wie in dem ARtikel zur Abwechslung korrekt beschrieben, aber nicht weiter refelektiert, sind Logopäden Heilmittelerbringer und zählen zu den medizinischen Hilfsberufen. Allein dadurch wäre ein “Patientenfischen” ausgechlossen, da nur die Verordnung vom Arzt die Therapie ermöglicht. Auf weitere unausgegorene Aussagen einzugehen, verzichte ich an dieser Stelle.
    Von einem solchen Magazin hätte man definitiv einen vielschichtigen, gut recherchierten, anspruchsvollen und kritischen ARtikel erwartet, was hier jedoch gedruckt wurde, ist ein Sammelsurium an Pauschalitäten, aus dem Kontext gezerrten Aussagen und Vermutungen. Ein Armutszeugnis!

  7. Jana H.

    Schade, dass eine so fundierte, sinnvolle Arbeit in ein so negatives Licht gerückt und falsch dargestellt wird. Ich und viele meiner Kolleginnen üben diesen Beruf voller Leidenschaft, mit dem nötigen Wissensdurst und der unverzichtbaren Fachkenntnis aus und erleben Dankbarkeit und Anerkennung durch Eltern, Ärzte, Kinder und Erwachsene.
    Zu dem Artikel fällt mir nur eins ein: “Ohne Worte!” Immer mehr Journalisten schreiben immer mehr schlecht recherchierte Artikel. Lernen unsere Redakteure wirklich schlechter zu recherchieren als früher?

  8. Barbara

    man könnte auch mal fragen, warum immer mehr Kinder (scheinbar?) Haltungsschäden und Probleme in der motorischen Koordination haben. Selbst wenn man dafür gesellschaftliche Zusammenhänge ausmacht – belässt man es dann einfach bei der Skoliose? Nein, wir versuchen, den Kindern zu helfen…
    “Früher”, als laut Artikel viele Kinder noch nicht so viele Sprachstörungen hatten, wäre auch keine Therapie nötig gewesen. Vielleicht müsste man dann auch erwähnen, dass “früher” die Menschen oft mit 14 mitten im Beruf standen und es niemand interessierte, ob ein Handwerker oder jemand in der Landwirstschaft sich gut ausdrücken konnte. Der war halt “wortkarg” und ansonsten im Dorf integriert – oder auch nicht. Diese Zeiten sind einfach komplett vorbei und jedes Kind und späterer Erwachsene, der seine unbehandelte Sprachstörung mit sich “herumträgt” wird in unserer modernen Gesellschaft einen massiven psychischen Leidensdruck aufbauen und letztlich dem Staat wesentlich teurer werden als 1-2 Jahre Sprachtherapie im Kindesalter.
    Völliger Unsinn im Text auch die Stelle, an der es heißt, andere Eltern könnten fragen, warum bekommt dieses Kind Therapie und meines nicht. Die Antwort ist einfach: weil eine normierte medizinische Diagnostik vorausgegangen ist und der Bedarf entsprechend festgestellt wurde. Sonst gäbe es auch keine Heilmittelverordnung. Genauso werden auch Kinder nach einer Diagnostik bei der Logopädin wieder “nach Hause geschickt” wenn es nicht nötig ist und dies den Eltern entsprechend erläutert. Normalerweise höre ich eher das Gegenteil “wieso soll mein Kind zur Therapie, der xy muss doch auch nicht”.
    Logopädie als Karrieresprung – da wird mir fast schlecht. Logopädie BEHANDELT die gestörte Sprache/Kommunikation – meistens kommen die, die schon gescheitert sind, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, deren “Karriere” durch ihre Sprach/Sprech- oder Stimmproblematik noch nie stattgefunden hatte oder zerstört wurde. Wer sein Sprechen “optimieren” will, der muss wohl andere Berufsgruppen aufsuchen – Sprecherzieher, Stimmbildner, Rhetorikkurse, Theater AGs … all diese arbeiten mit GESUNDEN Sprechern und dementssprechend müssen die Kosten auch selbst getragen werden.
    Ich möchte an dieser Stelle meinen stotternden Sohn zitieren, der mit 6 Jahren einmal weinend zu mir sagte: “lieber säße ich wie xy im Rollstuhl und könnte nicht laufen, als mich ständig mit diesem Sch–Stottern zu quälen”. Zum Glück ging niemand davon aus, dass es sich “auswächst” – dank guter Beratung und Therapie spricht er nun (fast) flüssig und ist sogar Klassensprecher geworden.

  9. Sylvia

    Vollkommen an der Realität vorbei! Unverschämt!

  10. Marlene

    Ich habe selten einen so schlecht recherchierten, unvollständigen, einseitigen Artikel gelesen. Ich bin zutiefst geschockt und enttäuscht! Gerade von dieser Zeitschrift hatte ich stets mehr erhofft und erwartet. Sie haben keine Vorstellung davon, was sie mit solchen Aussagen den kleinen und großen Patienten antun, von den Logopäden ganz zu schweigen! Solch unwissenschaftlichen, völlig unbegründeten Aussagen dürften niemandem helfen! Eine Richtigstellung und ein gut recherchierter, fundierter Artikel wäre wohl angemessen.

  11. Lucia

    Vielen Dank für den Artikel. Endlich wird einmal auf den Threrapeutenwahn und Hype um die angeblich gestörten Kinder gemacht. Tatsache ist doch, dass die Anzahl der Logopäden massiv gestiegen ist. Angebot erzeugt Nachfrage, inbesondere dann, wenn die Logopädinnen – wie bei uns in Köln nicht selten – in die Kindergärten gehen und ihre kleinen Patienten herausfischen wollen. Die Logopädinnen sind diejenigen, die uns Eltern verunsichern, gegen die Ärzte ausspielen. Im übrigen sind die Ergebnisse logopädischer Behandlungen von Kindern aus meiner Bekanntschaft mager. Viel Aufwand für wenig Ergebnisse.

    • Maren Fraas

      Hallo liebe KollegInnen, (nochmals Hallo liebe Nido-Redaktion)

      auch ich hatte einen empörten Brief bezüglich über diesen schlecht recherchierten und niveaulosen Bericht geschrieben, jedoch an die Redaktion direkt gesendet. Nun lese ich hier all´Eure Meinungen, welche mir aus dem Herzen sprechen und kann dies nicht unkommentiert lassen.
      Freut man sich beim Betrachten der Titelseite darauf, endlich etwas über seinen Beruf zu lesen und findet dann einen solchen Beitrag vor, fragt man sich schon, welche Absichten dahinter stecken? Eine Mutter sagte mir vor 2 Wochen, dass ihr der Kinderarzt nun doch kein Rezept für den Sohn ausgestellt hätte und sie fragte nach. Seine Antwort lautete “…wir hätten ja eine Bundeskanzlerin, die lispeln würde also könne ihr Kind das ruhig auch!” Wir beide, die Mutter und ich waren beide ziemlich verblüfft, über diese Aussage. (Ob er wohl gerade diesen super Artikel gelesen hatte?)
      Nach Erscheinen des Heftes fanden umgehend KollegInnengespräche statt. Schön, dass die Meinungen nicht nur besprochen wurden. Viele kommentieren hier den Bericht und dass selbst der dbl eine Stellungnahme abgab, ist für uns ein gutes – aber auch notwendiges – Zeichen gewesen!
      Wir wissen, dass wir wert- und sinnvolle Arbeit leisten und können nur hoffen, dass sich die Familien, welche um ein Rezept förmlich kämpfen müssen, durch diesen unnötigen Bericht nicht noch mehr verunsichert fühlen.
      Meine persönliche Konsequenz?
      Bei uns wird das Heft “Nido” vorerst nicht mehr ausgelegt!

  12. Stefanie Zillig

    Ich kann mich den Kommentaren meiner Kolleginnen nur anschließen und möchte noch Folgendes ergänzen:
    Ob eine logopädische Therapie stattfinden soll, hängt weder vom Arzt noch von der Therapeutin ab, sondern maßgeblich vom Leidensdruck der Klienten. Zieht sich ein Kind z.B. sozial zurück, weil es keine Kommunikationserfolge erfährt, wird es gehänselt oder sind die Eltern hinsichtlich der Entwicklung des Kindes in Sorge, ist eine Vorstellung bei der Therapeutin eindeutig indiziert. Wenn der Arzt sich dann weigert, eine Verordnung auszustellen, ist es nicht mehr als Recht woanders hinzugehen. Schließlich ist der Arzt verpflichtet, seinen Patienten zu helfen. Da Sprach- und Sprechstörungen nicht mit Tabletten, Salben oder Operationen zu behandeln sind, muss er in diesem Fall eben eine Heilmittelverordnung ausstellen.
    Ich finde es sehr schade, dass besorgte Eltern, die für ihre Kinder Heilmittel in Anspruch nehmen, so dargestellt werden als hätten sie ein “Luxusproblem”. Was und wen wollen Sie mit einer solchen Aussage erreichen?

  13. Thema Logopädie: Schlecht recherchiert

    Als Logopädin und Mutter war ich zunächst erfreut in der NIDO einen Artikel über meinen eher unbekannten Beruf zu finden. Doch schnell wurde mir klar: Hier sollte kein gutes Haar an uns gelassen werden. Wie in jeder Berufsgruppe gibt es auch bei uns schlechte Beispiele und schwarze Schafe, die jeden und alles mehr schlecht als recht behandeln, egal ob notwendig oder nicht. Das ist jedoch zum Glück die Ausnahme.
    Aber hier ein paar Fakten:
    Richtig ist, dass die Anzahl der zu behandelnden Kinder in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Wie so häufig handelt es sich aber auch hier um ein statistisches Problem, denn natürlich gab es genau “diese” Kinder auch früher in der Kindheit der Eltern- und Großeltern-Generation, jedoch hatte man keine diagnostischen Möglichkeiten sie zu erkennen. Auch gab es keine oder nur unzureichende Therapiemöglichkeiten, vor allem für sehr kleine Kinder, daher galt unter Kinderärzten lange der Grundsatz “vor dem 4. Geburtstag kann man eh nichts machen”. Heute weiß man, dank Langzeitstudien, sehr zuverlässig wann eine Behandlung notwendig ist und wann nicht, denn es gibt zuverlässige (klein)kindgerechte diagnostische Instrumente, außerdem gibt es mittlerweile erfolgversprechende Therapiekonzepte auch für Kleinkinder. Man kann davon ausgehen, dass ein Arzt allein aus Kostengründen nicht leichtfertig eine Verordnung ausstellt, sondern dass ein Kind in den allermeisten Fällen auch wirklich Bedarf hat, wenn es beim Logopäden “gelandet” ist. Eltern, die eine Verordnung/ein Rezept vom Arzt bekommen haben, welche/s sie sich häufig erst erkämpfen müssen, sind überwiegend sehr froh und dankbar, wenn eine Behandlung nach oft monatelanger Wartezeit beginnen kann. Auch die Kinder/Jugendlichen selber sind fröhlich und entspannt, wenn sie nach erfolgreicher Therapie endlich störungsfrei bzw. altersgemäß kommunizieren können. Keiner soll glauben, dass es einem 2jährigen Kind egal ist, ob es verstanden wird oder nicht.
    Sprachstörungen werden in diesem Artikel bagatellisiert, ganz offensichtlich ohne zu wissen, welche Folgen eine unbehandelte Störung haben kann. Eine Leserechtschreibstörung ist dabei noch das kleinste (aber häufigste) Problem. Diese später im Schulalter behandeln lassen zu müssen ist wesentlich hartnäckiger, frustrierender für das Kind und teurer für die Eltern, da die Behandlung von Leserechtschreibstörungen nicht im Heilmittelkatalog enthalten sind, d.h. die Kosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen.
    Dass die Anzahl der Logopädinnen in Deutschland nach wie vor steigt, hängt im Übrigen auch mit dem zunehmenden Bedarf im geriatrischen Bereich zusammen, der hier logischerweise völlig außer acht gelassen wird. Schlaganfälle sind bspw. mittlerweile eine Volkskrankheit und viele Betroffene benötigen logopädische Hilfe. Und das bitte sofort und ohne Wartezeit!
    Im Übrigen: Kein Kind und kein Erwachsener muss behandelt werden. Wer nicht will, lässt es eben…

  14. Dietlinde Schrey-Dern

    Ansammlung von Vorurteilen

    Auf der Nido-Titelseite wird suggeriert, dass der Beitrag “Ohne Worte” von Gabriele Meister Auskunft darüber gibt, “Wann … Kinder zum Logopäden” müssen “und wann sicher nicht?”. Diese Frage bleibt in dem Artikel auf S. 61-64 jedoch gänzlich unbeantwortet. Dazu wäre eine Unterscheidung zwischen Sprachentwicklungsstörungen und sprachlichen Auffälligkeiten nötig gewesen. Denn sprachentwicklungsgestörte Kinder haben einen gesetzlichen Anspruch auf Sprachtherapie, während Kinder mit sprachlichen Auffälligkeiten Sprachförderung in der Kita erhalten. Dies, und auch die Tatsache, dass eine solche Unterscheidung mit der richtigen Diagnostik durchaus bereits bei Zweijährigen möglich ist, scheint der Autorin nicht bekannt zu sein.

    Statt die angekündigte Frage zu beantworten, konzentriert sich der Beitrag auf die Behauptung, dass Logopädie häufig ein überflüssiges Angebot darstelle, das in erster Linie der Finanzierung einer wachsenden Berufsgruppe diene. Hierzu kommen nahezu aussschließlich Gesprächspartner zu Wort, die diese Annahme der Autorin bestätigen. Tatsachen, wie beispielsweise die, dass jeder logopädischen Behandlung eine ärztliche Verordnung und damit eine entsprechende Diagnosestellung vorausgehen muss, werden nicht problematisiert. Der Artikel enthält eine Fülle nicht belegter Behauptungen verschiedener Interviewpartner, die die Autorin an keiner Stelle hinterfragt. Dazu werden Zusammenhänge zwischen Verordnungszahlen und der Entwicklung von Logopädiepraxen konstruiert, die in keiner Weise haltbar sind.

    Ein Blick auf die Ergebnisse des BARMER GEK-Reports 2012 hätte genügt, um eine differenzierte Einschätzung der Sachlage zu erhalten. Denn hier wird auf einen Mangel im Bereich der Früherkennung hingewiesen, der zur Folge hat, dass viele Kinder zu spät zur Sprachtherapie kommen: “Da bei umschriebenen Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache in der Regel von einem frühzeitigen Beginn der Störung in der Kindheit auszugehen ist, wäre zu diskutieren, ob und wie die ambulante Versorgung durch eine noch frühzeitigere Diagnostik und insbesondere eine noch frühzeitigere Therapie der Störung optimiert werden könnte.” (Seite 199) Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BARMER GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, merkt in der begleitenden Pressemitteilung an: “Hier fehlen in der ärztlichen Praxis offenbar zum Teil noch geeignete, praktikable und einheitlich anzuwendende Kriterien der Diagnoseerstellung.” Auch wird seitens der Krankenkasse bemängelt, dass viele Kinder, bei denen vom Arzt eine Störung festgestellt worden ist, selbst kurz vor der Einschulung immer noch keine Sprachtherapie erhalten haben. Einen Grund dafür sieht die Autorin in der Angst der Ärzte vor Regressforderungen der Krankenkassen. Dies sollte aus Sicht des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie (dbl) der letzte Grund sein, einem Kind eine medizinisch notwendige Therapie zu verweigern. Deshalb fordert der dbl auch seit langem, die Heilmittel-Richtgrößen endlich abzuschaffen.

    Der Beitrag “Ohne Worte” klärt nicht auf und trägt auch nicht dazu bei, die Verunsicherung vieler Eltern, die sich Sorgen wegen der sprachlichen Entwicklung ihrer Kinder machen, abzubauen. Bei (Kinder-)Ärzten könnte er das verbreitete Vorurteil bezüglich der Sprachentwicklungsstörungen “Das wächst sich aus”, das fachwissenschaftlich seit langem überholt ist, ungerechtfertigterweise bestätigen.

    Dietlinde Schrey-Dern
    Referentin für Logopädie und Sprachförderung beim
    Deutschen Bundesverband für Logopädie e.V.

    • Astrid Logopädin

      Bin ich froh, daß bereits so viele fachlich fundierte Kommentare über diesen verheerend oberflächlichen Artikel bezüglich meines Berufsstandes geschrieben wurden. Ich habe die Nido nur wegen diesem Beitrag gekauft und er hat mir wirklich den Tag vermiest. Ich bin mir in den letzten 12 Jahren meiner Arbeit so gut wie nie überflüssig vorgekommen und habe von seiten der Patienten und Angehörigen viel Leidensdruck gespürt und war froh, wenn ich diesen durch Therapie und Beratung abbauen konnte. Es wird ja auch nicht erwähnt, daß wir auch Erwachsene mit Stimmstörungen, Aphasien ( nach Schlaganfall) , Stottern, Schluckstörungen uvm. behandeln. Wir “füllen” unsere Praxen nicht mit Kindern, sondern sind meistens froh, wenn wir die Leute, welche anrufen überhaupt ohne vorherige Wartezeit behandeln können.
      Ich hoffe, daß sich die Leser durch den Beitrag von Frau Meister nicht davon abhalten lassen frühzeitig in einer logopädischen Praxis anzurufen. Und ich bin mir sicher, die Mehrzahl meiner Kollegen/innen sind froh wenn sie ihre Energie auf die Patienten richten können, die wirklich Hilfe brauchen und diejenigen, welche keine Behandlung brauchen gerne wieder nach Hause schicken.