Oma so lieb!

Wie oft springen bei Ihnen Oma und Opa ein, wenn es brennt? Welche Konflikte gibt es vielleicht manchmal dabei? Und wie bedanken Sie sich vor allem für ihren Einsatz?

Sie sind ein Segen im hektischen Familienalltag: Großelten packen selbstlos mit an, wenn es mal brennt. Wie bedanken Sie sich dafür bei ihnen?

Zumindest das hat Familienministerin Kristina Schröder mal richtig erkannt: Großeltern sind für junge Familien eine extrem wichtige Stütze. Sie seien „fest in das Betreuungsmanagement eingebunden“, betonte die Familienministerin schon im März. „Das ist die Lebenswirklichkeit.“

Ende September brachte Schröder einen Entwurf für eine gesetzliche Großelternzeit auf den Weg: Berufstätige Omas und Opas sollen sich künftig von ihrer Arbeit freistellen lassen können, um ihre Enkelkinder zu betreuen. Anders als beim Elterngeld allerdings ohne einen finanziellen Ausgleich. Das Familienministerium rechnet mit 300 000 Anspruchsberechtigten, von denen aber etwa zehn Prozent das Angebot nutzen werden.

Richtig ist, dass sich auch aktuell schon der Großteil der Großeltern für ihre Enkel einsetzt: Laut dem Deutschen Jugendinstitut verbringt jedes dritte Kinder im Alter bis zu drei Jahren mindestens einmal die Woche mehrere Stunden bei Oma und Opa. Zwei Drittel aller Eltern setzen Oma und Opa zumindest sporadisch als Babysitter ein. Knapp 40 Prozent alle Kinder bis 16 Jahre trennt höchstens eine Viertelstunde Fußweg von den Großeltern.

Richtig ist aber auch, dass keine Großelterngeneration vorher so fit und unabhängig war wie die heutige. Sie könnten noch so viel machen und stecken immer wieder zurück, um für ihre Kinder und Enkel da zu sein. In der aktuellen Nido-Ausgabe erzählt Autorin Ulla Schickling, selbst dreifache Großmutter wie schwierig das Spagat zwischen Enkelbetreuung und genussvollem Rentnerleben manchmal sein kann. Und Nido-Redakteur Benedikt Sarreiter bedankt sich in einem Brief bei den Großeltern seiner Tochter: „Ohne euch würde es nicht gehen“, ist er sich sicher.

Wie sehen Sie die heutige Großelterngeneration? Wie oft springen bei Ihnen Oma und Opa ein, wenn es brennt? Welche Konflikte gibt es vielleicht manchmal dabei? Und wie bedanken Sie sich vor allem für ihren Einsatz?

Anke Helle
Über die Autorin:
Anke Helle ist stellvertretende Chefredakteurin von Nido. Als Kind wünschte sie sich nichts sehnlicher, als in einem Playmobil-Haus leben zu dürfen. Heute ist sie sehr froh darüber, dass ihre Wohnung keine Plastikwände hat – den hoch modern ausgestatteten Ponyhof ihrer Neffen und Nichten beäugt sie manchmal dennoch ein wenig neidisch.

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8 Kommentare

  1. Maja

    Mich macht der Artikel einfach nur sehr traurig. Anscheinend gehoeren wir zur Ausnahme- zur Minderheit?
    Wir koennen nicht auf tolle Grosseltern bauen, die sich voller Freude auf die Enkelkinder freuen. Die eine Seite ist alterstechnisch nicht mehr dazu in der Lage, die andere interessiert sich nicht.
    Finanzielle Unterstuetzung? Ein Strampel zwei Nummern zu klein und ein Spielzeugauto, dass wir selbst bezahlt haben?
    Und wenn mal mal anmerkt, das wir noch weitere wollen. Dann kommt: “Ja bloss nicht, tut euch das doch nicht an! In der heutigen Zeit!”
    Schade, dass es heute nicht mehr selbstverstaendlich ist. Grosseltern! Familienzusammenhalt! Ich kenn ihn nicht.

  2. Tina

    PS: Mein Kommentar unten bezieht sich auf die Titelgeschichte der gedruckten Ausgabe – ich habe gerade erst gesehen, dass der Text hier drüber nicht derselbe ist…

  3. Tina

    Liebe Frau Schickling! Ich halte Ihren Text für wenig übertragbar auf den Großteil der heutigen Großeltern- bzw. Elterngeneration. Es klingt z.B., als hätte Ihre Generation generell keine Großelternhilfe gehabt, die heutige aber schon. Großeltern haben ihre Kinder bei der Betreuung der Enkel aber schon immer unterstützt – so sehr „schon immer“, dass Forscher darin sogar eine evolutionäre Komponente sehen. Ob Eltern heute von ihren Eltern unterstützt werden, hängt sicher vor allem davon ab, ob sie nahe beieinander wohnen und ob die Großeltern noch fit genug sind. Und das war schon vor Tausenden von Jahren nicht anders.
    Dieses trotzig wirkende Beharren auf Selbstverwirklichung, die in Ihrer Generation mit Sicherheit ohnehin nicht zu kurz kommt… Das ist doch das Luxusproblem einer wohlstandsverwöhnten Generation. Ihre Generation gehört ja nun mal zu den absoluten Gewinnern der Menschheitsgeschichte. Soziologen haben darüber geschrieben, wie einmalig die ökonomische, soziale, politische Konstellation für Ihre Generation war. Sie haben häufig viel geerbt, Sie haben die Wirtschaftswunderjahre miterleben können, Ihre Renten sind sicher.
    Die Großeltern sind viel fitter als es ihre Eltern im gleichen Alter noch waren. Sie haben nach dem Ende des Berufslebens noch viel mehr Zeit als früher, um das Leben zu genießen und werden dafür von den jüngeren Generationen durchgefüttert – viel länger, als Sie es leisten mussten, und verteilt auf viel weniger Schultern, weil Sie weniger Kinder bekommen haben. Sie machen sehr viel Urlaub (vom Urlaub) – z.B. meine Eltern, die etwa ein Viertel des Jahres in Spanien im Ferienhaus verbringen (das Geld dafür geerbt von den eigenen Eltern). Wenn sie hier sind, nehme ich ihre Hilfe gern an – in dem Wissen, dass sie nichts, wirklich gar nichts zu tun haben, außer sich um ihren Haushalt zu kümmern, und eine Rente erhalten, von der meine Generation später einmal wird träumen können.
    Es sei Ihnen alles gegönnt. Aber bitte hören Sie auf, über zu wenig Freiheiten zu klagen. Und helfen Sie Ihrer Tochter einfach weiter wie bisher.

    • Mette

      Frau Schicklings Selbstbild scheint es zu sein, dass das, was sie für ihre Tochter tut, einer übermenschlichen Aufopferung gleichkommt. Die Wahrheit ist: Sich um seine Enkel zu kümmern ist etwas ganz Normales. Es ist für Sie, Frau Schickling, als rüstige und finanziell versorgte Großmutter einfach Ihre gesellschaftliche Pflicht.

      Woher stammt nur diese merkwürdige Auffassung von einigen Vertretern der aktuellen Großelterngeneration, es gäbe ein Anrecht auf eine Lebensphase, in der der Mensch nur noch für sein Vergnügen lebt? Wochen und Monate in südfranzösischen Ferienhäusern verbringt? Frei von Pflichten aller Art? Und das häufig noch jahrelang, bei bester Gesundheit?

      Bei der Aufzucht von Kindern wird zusammengeholfen, so ist es zu allen Zeiten gewesen. Es ist das ganz natürliche Geben und Nehmen zwischen den Generationen. Sind Großeltern fit und Enkelkinder klein, dann sind die Großeltern gerade mit Geben dran. So ist das halt. Das hat mit Aufopferung nichts zu tun.

      Und wenn Frau Schickling dann später im Altenheim lebt, geht es wieder umgekehrt. Dann wird ihre Tochter Namens-Schildchen in Nachthemden einnähen, vom Pflichtgefühl getrieben dröge Wochenende-Besuche auf Station absitzen und sich für ihre womöglich demente Mutter mit der Pflegeversicherung herumstreiten müssen.

      Die Selbstgerechtgkeit von jungen, gesunden Großmütter, die sich für Mutter Theresa halten, sobald sie einmal eine Tennisstunde absagen müssen, weil die grippekranke Tochter Hilfe bei der Kinderversorgung braucht: Ich finde sie unerträglich.

      In diesem Zusammenhang fasse ich auch Frau Schicklings Satz “Ich habe meiner Tochter nie gesagt, wie sehr ich sie darum beneide, dass sie eine Mutter wie mich hat” (oder so ähnlich) als den Gipfel des Eigenlobs auf.

      Nicht schön!

  4. Cobi

    Ein schöner Artikel, und ich beneide diese Familie so!!!!! Wie in unserem gesamten Freundeskreis werden die Kleinen von den Groß-
    eltern hofiert und betütert.Oder von den Eltern regelmäßig abgeschoben um sich selbst zu verwirklichen. Leider ist es uns nicht vergönnt-wir haben zwei Ü 70 Großväter, die in unmittelbarer Nähe wohnen. Leider haben sie kein Interesse, mit den Kindern etwas zu unternehmen. Wenn in Notlagen wg. Arbeit etc angefragt wird bzgl. Babysitten dann heißt es: Bitte nicht so lange ,ich brauche meinen Schlaf! Anfänglich waren wir enttäuscht und es tut uns leid für unsere Kinder aber wir fahren mit Tagesmutter, Kita und Freunden besser als mit den eigenen Großvätern.

  5. alexa

    bei uns ist das ganz anders. ich möchte meinen eltern mein kind nicht “aufzwingen”. zu besuch kommen ist eine ganz andere frage, aber das sie auf ihn mehrere stunden aufpassen war bisher nicht der fall. ich finde es auch etwas rücksichtslos wenn man seine eltern als kostenlosen krippenersatz benutzt. klar, die kinder sind lieber bei leuten die sie kennen und oma und opa würden natürlich NIE sagen ” du, das ist mir eigentlich zu viel” aber ich denke man sollte seinen das ganze leben hart arbeitenden eltern den ruhestand gönnen und sie nicht 3x die woche womöglich den ganzen tag mit einem anstrengenden kind belasten.
    meine mutter hat öfter auf meinen neffen aufgepasst, als meine schwester wieder arbeiten war. oft hat sie zu mir gesagt, sie würde nun gern ein mittagsschlaf machen oder bei regen draußen ihn vor den TV gesetzt obwohl sie sowas nicht gut findet.
    meine eltern sind noch nicht alt (56,58) und arbeiten noch (mutter halbtags) umso anstregender war diese zeit für sie.
    meine meinung: wenn die eltern sich eine krippe nicht leisten können, soll die frau oder der mann doch 3 jahre zuhause bleiben? was ist so schlimm daran? man kann in seinem leben doch nichts sinnvolleres tun wie sein eigenes kind zu betreuen. generell bin ich sowieso gegen den krippenausbau. die frau soll am “besten” nach einem jahr wieder vollzeit arbeiten! toll, da braucht man auch kein kind zu bekommen wenn man nur am wochenende was davon hat! naja frau schröder drängt ja jedem die meinung auf bezüglich krippenausbau etc.

    • Fam. Ludwig

      Sehe ich genauso!

      Ein Wochenende bei meiner Mutter (sie ist selbt Erzieherin mit Montessori Diplom) ist für uns alle wie ein Kurzurlaub. Während Mama und Papa noch in den Federn liegen, ist die stolze Oma schon mit ihrer Enkelin unterwegs zum Bäcker und hinterher sitzt das Kind bereits frisch gewickelt mit am Tisch. Natürlich ist das schön und unsere Tochter liebt ihre Oma sehr, aber ausnutzen würden wir das nie.

      Unsere Tochter ist jetzt schon fast 2 Jahre alt, aber ein Wochenende komplett bei Oma “abladen” oder sie täglich in unser “Betreuungsmanagement” miteinbeziehen? Nein. Sie arbeitet selbst 9h am Tag mit Kindern unter 3 Jahren – da braucht auch sie mal ihre freie Zeit.
      Bei uns bleibt die Mama daheim (als Selbsttändige mit Home-Office geht das ganz gut) und kümmert sich um alles, vor allem aber um unsere kleine Maus. Genau so haben wir es uns gewünscht und letztendlich erfolgreich umgesetzt. Kundengespräche finden am Nachmittag / Abend statt, dann übernimmt der Papa. Zum spielen sind fast jeden Tag zwei Nachbarskinder im selben Alter da, deren Mütter auch daheim sind – so kann man sich auch mal gegenseitig entlasten.
      Großeltern sind natürlich notwendig – aber nicht als Krippenersatz oder Kinderchauffeur!

    • Fam. Kirsch

      Na, so einfach ist das nicht immer! Mit einem Kind ging das alles gut und Oma kam wie sie wollte und unser Sohn liebte es. Jetzt mit zwei Kindern ist manchmal richtiger Notstand, ich kann gerade mit einer schlimmen Erkrankung zwei Kinder nicht versorgen. Da bin ich froh, dass die Oma sich hier im Alltagsgeschehen gut auskennt. Sie hat sogar ihren Mini-Job aufgegeben, weil sie lieber 1-2 Mal pro Woche mit den Enkeln Zeit verbringt.
      Und klar, wäre ich beim zweiten Kind gerne zu Hause geblieben, aber wir könnten unser Haus nicht halten, wenn ich nicht arbeiten würde, da mein Mann selbstständig ist und es gerade nicht alleine finanzieren kann, ich mit meinem Gehalt schon. Solche Sachen kann man vorher nicht wissen!
      Das Leben kommt manchmal anders als man denkt und unsere Oma ist besser, als sie es als Mama sein konnte, das erfüllt sie auch und wir haben dadurch ein viel besseres Verhältnis bekommen.

      Wer kann sich denn wirklich leisten 3 Jahre zu Hause zu bleiben? In meinem Bekanntenkreis niemand! Wir sind alles Frauen, die viel verdient haben, wo soll das Geld denn sonst herkommen? Sollen wir alle unseren Lebensstandard für die 3 Jahre komplett herunterschrauben und Auto / Haus gegen Bus / Wohnung tauschen? So einfach ist das ja wohl echt nicht! Abgesehen davon kann man sein Kind nicht adäquat betreuen, wenn man sich nicht wohl fühlt, weil man 3 Jahre nur Haushalt/Kinderkram macht! Ich liebe meine Kinder, aber ich habe gemerkt, ich bin nur dann glücklich, wenn ich als ganze Person, als Mutter-Frau-Partnerin-Mensch wahrgenommen werde und dazu zählt auch die Anerkennung in meinem Beruf.

      Meine Mutter war selbst 15 Jahre für die Kinder zu Hause und findet es deshalb gut, dass ich es anders mache. Darin unterstützt sie uns, dass wir unser eigenes Familienbild leben können und ich bin sehr dankbar dafür.