„Wenn die Erotik erloschen ist, sollte man sich trennen“

„Wir sind im Guten auseinander“ – eine Floskel? Oder geht das wirklich? Wie lange ist eine Beziehung noch zu retten – und ab wann unheilbar kaputt? Ein Gespräch mit der Beziehungstherapeutin Catherine Herriger.

Ein Kind gilt immer noch als Krönung einer Beziehung, gleichzeitig geraten viele Paare nach der Geburt des Kindes in eine Krise. Woran liegt das?
Das fängt schon oft vor der Geburt an, mit dem Kinderwunsch. In meiner Arbeit als Beziehungstherapeutin kann ich regelmäßig beobachten, dass der Wunsch nach einem Kind stärker von der Frau ausgeht. In den Sitzungen erzählt er dann Sachen wie: „Sie wollte unbedingt ein Kind, sie sprach immer von der biologischen Uhr, aber ich hätte ruhig noch ein paar Jahre warten können.“ Oder: „Für mich war das einfach nicht so wichtig.“

Woran liegt dieses Ungleichgewicht?
Auf einer ganz banalen Ebene hat das natürlich damit zu tun, dass ein Mann beliebige Male zeugen kann. Damit muss nicht unbedingt der Wunsch nach einem Kind verbunden sein. Hingegen ist die Zeugung bei einer Frau oft – auch heute noch – etwas Mystisches. Man sagt: „Sie hat empfangen“, oder wird biblisch: „Sie hat einen gesegneten Leib.“ Auf jeden Fall hat die Mutter eine natürliche, unabstreitbare Verbindung zu dem Kind. Die Beziehung des Mannes zum Kind muss erst hergestellt werden.

Aber hat das unterschiedliche Verhältnis zum Kind nicht vielmehr mit Geschlechterrollen zu tun?
Ja, natürlich. In dem Augenblick, wo Männer – wohlgemerkt: nicht alle! – erfahren, dass sie Vater werden, fühlen sie sich manchmal festgesetzt. Sie haben Angst, dass es dann mit dem freien Leben vorbei ist. Das aber hat in erster Linie etwas mit Rollenzuschreibungen zu tun, besser: mit Klischees. Denn das archaische Erbe, das so oft bemüht wird: der Mann als Jäger und Krieger, der umherstreunt und für den Fortbestand seiner Sippe auf eine maximale Samenstreuung bedacht ist, ist im Stammhirn längst zu einem bloßen Relikt geworden. Wir leben in einer hochzivilisierten Leistungsgesellschaft, in der solche Klischees eigentlich keine Rolle mehr spielen dürften. Und doch spuken immer wieder romantisch-verklärte Restbestände herum – wie zum Beispiel das Bild des attraktiven Steppenwolfes, das für viele Männer so wichtig ist und viele Frauen zum Träumen bringt. Egal, welche Liebesfilme und Hochglanzmagazine wir anschauen, welche Romane wir lesen – dieses „Ich Tarzan, du Jane“-Klischee findet sich in irgendeiner Form ständig wieder, infiltriert und prägt uns von jung an und wird einfach dem jeweils vorherrschenden Zeitgeist etwas angepasst. Die Konsequenz ist, dass ein Zerrbild in unseren Köpfen rumspukt, das weder der ursprünglichen noch der heutigen Lebens- und Beziehungsrealität entspricht. Solche verzerrten Rollenbilder können sich ausgesprochen schädlich auf Beziehungen auswirken. Gerade, wenn Kinder da sind.

Wieso, welche Probleme ergeben sich dann?

Catherine Herriger

In meiner Praxis stellt sich oft folgende Situation dar: Sie hat das Kind bekommen, ist erschöpft zu Hause und bräuchte einen emotional zuverlässigen Beziehungspartner, der ihr diese enorme Belastung abnimmt – bitte möglichst zur Hälfte. Und während sie keine Nacht mehr durchschlafen kann, flüchtet er sich in seine wildromantischen Klischees: „Mein Gott, war das noch schön, als ich in meiner Studentenbude gewohnt habe, als ich noch um die Welt reisen konnte …“ Und so suhlt er sich in geistiger Abwesenheit. Dazu bleibt er länger im Büro, als er müsste, oder verkriecht sich zu Hause hinter dem Rechner und flüchtet sich so in eine andere Realität, bar jeglicher Beziehungsverantwortung. Sie hingegen fühlt sich zuständig für das Kind, sie ist gebunden. Sie hat das durch ihre Mutter und Großmutter so kennengelernt und handelt – auch wenn sie es vorher eigentlich nicht wollte – nun ähnlich. Und zähneknirschend denkt sie daran, dass er zumindest zur Hälfte an diesem schreienden Bündel beteiligt war.

Ist die Frage, wer wie viel arbeitet, oft ein Problem?
Natürlich. Sehr viele Eltern müssen realisieren, dass Kinder dann doch nicht so einfach managebar sind, wie sie es sich vor der Geburt vorgestellt haben. Und in der Regel sind es dann die Frauen, die ihren Job reduzieren, und sie hätten gerne, dass ihr Partner auch reduziert. Und dieser Streitpunkt kann riesig werden, vor allem dann, wenn das Rollenverständnis unreif, also klischeehaft geblieben ist.

Sehr oft hört man den Satz: „Wir haben uns einfach auseinandergelebt.“
Ganz frei heraus: Von diesem Argument halte ich gar nichts. Das ist die allerbilligste, oberflächlichste Rechtfertigung. Man liest sie leider auch in sogenannten Ratgebern. Als Beziehungstherapeutin frage ich: Warum kam man dann überhaupt irgendwann einmal zusammen? Diese emotionale Grundlage existiert nämlich nach wie vor, aber plötzlich wird es unbequem, sich daran zu erinnern und sich anzustrengen, wieder daran anzuknüpfen.

Aber sollte man das Argument nicht doch ernst nehmen? Wenn Kinder da sind, verflüchtigt sich die Beziehung im Alltagsstress. Wie ist es denn möglich, dass man sich nicht auseinanderlebt?
Es mag für viele unromantisch klingen, aber Beziehungen müssen designt werden. Man muss die Realität bemühen – und zwar bevor das Kind kommt. Man muss bedenken, dass Kinder Vampire sind, die Zeit und Energie saugen und sowieso immer an der Mutter dranhängen. Man muss bedenken, dass die Zeit und Energie knapp wird, dass wahrscheinlich nicht beide Partner Karriere machen können. Diese Probleme müssen rechtzeitig bedacht werden, und dann kann man gezielt nach Auswegen suchen. Man kann zum Beispiel planen, dass man vier Tage im Monat alleine sein möchte, man kann Großeltern in die Betreuung einbeziehen. Die werden zwar nicht verstehen, warum man streng auf den vier kinderfreien Tagen beharrt, aber werden in der Regel doch helfen. Bereitet man sich hingegen nicht auf die neue Situation vor, auf den Stress, den ein Kind mit sich bringt, kann die Beziehung leicht ins Schlingern geraten.

Gibt es einen Punkt, an dem die Beziehung nicht mehr zu retten ist?
Ja, natürlich. In dem Augenblick, in dem die Erotik vollständig erloschen ist, sollte man sich trennen und einfach gute Freunde bleiben.

Aber ist das nicht eine zu hohe Hürde? Ist es nicht ganz normal, dass nach der Geburt der Kinder Sex erst einmal ein Nebenthema oder vielleicht sogar ganz unwichtig ist?
Verstehen Sie mich nicht falsch: Die Erotik kann ihre Pausen haben, und die braucht sie auch. Mit wunden Brüsten und übernächtigt hat wohl niemand Lust auf Sex. Es gehört vielmehr zum Beziehungsdesign, dass man auch auf diese Durststrecken vorbereitet ist und damit umgeht. Diesen Prozess spürt man, und auch hier kann man noch sehr viel tun für die Beziehung, zum Beispiel, indem man sich Freiraum für Sex schafft oder ihn plant. Wenn der Funke aber endgültig erloschen ist, fühlt sich das vollkommen anders an. Paare berichten mir immer wieder, dass es einen Punkt gab, an dem sie klar und deutlich gemerkt haben: Ich begehre meinen Partner nicht mehr und werde ihn auch nie mehr begehren. Und an diesem Punkt ist die Beziehung meiner Meinung nach unwiderruflich verloren. Weil der Wunsch nach Erotik weiterlodern wird und man früher oder später deswegen fremdgeht oder zunehmend aggressiv dem Partner gegenüber wird.

Was ist, wenn sich ein Partner einfach verliebt?
Es gibt 3,5 Milliarden mögliche Sexualpartner auf der Welt, und dass man den einzig attraktiven geheiratet hat, ist doch eher unwahrscheinlich. Aber, das frage ich immer die Paare, die mir so eine Geschichte erzählen: Dieses Verlieben in einen anderen, während man in der eigenen Beziehung gerade eine Durststrecke durchlebt – ist das nicht eine Flucht? Mann wie Frau sollten sich bewusst sein, dass nach der bestenfalls drei Jahre dauernden Betörungsphase jede Beziehung unweigerlich in das Stadium kommt, wo die rosarote Brille der Verliebtheit dem alltäglichen Blick weicht. Haare im Waschbecken, Mundgeruch am Morgen, nicht abgetretene Schuhe, zusammengeknüllte Handtücher können zu dominanten Themen werden und dienen dann als Erklärung für sexuelle Lustlosigkeit und zunehmende innere Distanz – aber das wäre auch in einer neuen Beziehung früher oder später der Fall. Wenn hingegen die eigene Beziehung gut gepflegt ist, also bereits zu Beginn ganz bewusst gemeinsame Aktivitäten eingeplant und individuelle Interessen und Freiräume respektiert werden, wird eine „aushäusige“ Verliebtheit lediglich den Stellenwert eines Kicks haben, mehr nicht. Und sich auf flirten beschränken, was ja immer etwas Schönes und Bestätigendes ist.

Nächste Seite: Catherine Herriger über die Ursachen der Aggressionen


Gibt es noch andere Kriterien, die darauf hindeuten, dass eine Beziehung gescheitert ist?
Das Erlöschen der Erotik wäre die absolute Deadline. Daneben gibt es aber auch andere Punkte, die klar machen, dass man sich trennen sollte. Zum Beispiel, wenn die Beziehung in einen Machtkampf ausartet. Da mag der Sex zwar noch funktionieren, aber der Machtkampf ist derart destruktiv, mit Schuldzuweisungen, mit Aggressionen, dass man nicht mehr zusammenleben kann und es auch nicht darf. In diesem Fall wird die Beziehung zum Panikraum.

Wieso verstricken sich so viele Paare in Schuldzuweisungen?
Realistische Selbstkritik ist ein rares Instrument bei uns. Wir sehen viel lieber die Verfehlungen beim Partner als bei uns selbst. Und wenn das Fleisch eh sehr aufgeraut ist, dann genügt eine falsch zugeschraubte Zahnpastatube, dass das Fass überläuft. Ich beobachte auch häufig eine völlig irrationale Wut auf den Partner. Sobald er zum Sprechen ansetzt, platzt man schon innerlich vor Wut, muss sich auf die Zunge beißen, um nicht loszuschreien.

Woher kommen die Aggressionen?
Aus Enttäuschung, Überforderung und Einsamkeit. Einer oder beide Partner fühlen sich verraten und alleine gelassen. Man kommt mit der Situation nicht mehr zurecht und fühlt sich sogar für dumm verkauft: „So habe ich mir das nicht vorgestellt, du bringst mich in eine Lage, in der ich nie sein wollte, du bist schuld daran, dass mein Leben verpfuscht ist“ – all das schürt Frust und Aggressionen.

Welche Rolle spielen Kinder in diesem System?
Vor den Kindern wird oft noch die Fassade gewahrt, sobald diese aber im Bett sind, bricht die tagsüber unterdrückte Wut hervor. Und das macht alles noch schlimmer, denn Kinder spüren eh instinktiv, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Und können sogar zu fabelhaften Playern in diesem wunden System werden. Ein Kind wird sich auch nicht scheuen, Elternteile gegeneinander auszuspielen. So: „Mama hat nein gesagt, ich gehe zu Papa und er sagt ja.“ In dem Fall stecken das Kind und der Vater unter einer Decke und die Mutter steht noch mehr in der Ecke. Eine totale Sackgasse – und ein falsches Beispiel für das Kind.

Dass ihre Beziehung gescheitert ist – wieso gestehen sich das Paare oft sehr lange nicht ein?
„Der Druck, eine möglichst perfekte Ehe zu führen, ist immens und derart geprägt von Erwartungs- und Versagensängsten, als würde auch hier eine Leistungsvorgabe existieren. Wird die nicht erfüllt, kommen falsche Schamgefühle auf.

Wenn kein Weg mehr an der Einsicht vorbeigeht: Es klappt nicht mehr. Wie schaffen es die Partner, sich ohne hässliche Szenen zu trennen?
Ich habe darauf zwei Antworten: Wenn das Paar ganz bewusste Rettungsversuche für die Beziehung unternommen hatte, wird auch die Trennung nicht scheußlich. Unter Rettungsversuchen verstehe ich, eventuell eine dritte Instanz mit ins Boot zu holen, die versucht, die Probleme zu objektivieren. Die den Partnern hilft, den Beißkrampf, in dem beide stecken, zu lösen. Man muss nicht zwangsläufig zum Therapeuten gehen, die Aussprache kann auch mit Freunden oder sogar mit den Eltern stattfinden, wenn das Verhältnis gut ist. Aber auch hier muss man zu dem Ergebnis kommen können, dass man es einfach nicht schafft, ohne sich als Versager zu fühlen. So wird eine Trennung nicht zur Katastrophe. Ich mag sehr den Ausspruch: „Wenn die Beziehung schon kein Erfolg war, soll wenigstens die Trennung einer sein.“

Was heißt erfolgreich?
Das heißt, dass man nicht vergisst, dass es meistens einen progressiven und einen regressiven Teil gibt. Der Erstere hat die Entscheidung gefällt, dass die Beziehung beendet ist, während der Letztere sie noch ein halbes Jahr länger hätte laufen lassen oder sich vielleicht gar nicht trennen wollte. Und natürlich leidet dieser auch mehr und braucht entsprechend Verständnis. Beiden muss aber klar sein, dass eine Trennung schmerzhaft wird, denn schließlich hat man eine gemeinsame Geschichte, durchzogen mit lieben Erinnerungen. Und wenn ein Kind da ist, müssen beide Partner sich klarmachen: Vollkommen trennen können sie sich nicht mehr. Sie bleiben durch die Verantwortung für das Kind verbunden.

Und wenn keine Rettungsversuche unternommen wurden?
Wenn sich ein Paar in Aggressionen, Hass und Schuldzuweisungen und Machtkämpfe verstrickt hat, dann wird es garantiert scheußlich! Bei der Trennung kommt dann ein weiterer böser Aggressionsschub hoch. In so einem Fall schlage ich immer eine Art Mediating vor über eine Drittperson, die weder mit der einen noch der anderen Partei befreundet ist. Denn wenn Machtkämpfe bereits etabliert sind, entsteht kommunikativ eine No-Go-Situation, eine emotional äußerst schmerzhafte Abwärtsspirale, die auch einen späteren vernünftigen Umgang unmöglich machen kann. Am besten wäre natürlich eine Fachperson aus der Beziehungstherapie. So kann für alle Beteiligten der Übergang erleichtert werden. Vor allem dann, wenn auch Kinder involviert sind. Scheidungsanwälte sollten dieses Mediating empfehlen und konkrete Namen empfehlen können – im Interesse aller.

Gibt es ein absolutes No-Go bei Trennungen, etwas, das nicht passieren darf?
Ja, es gibt Dinge, die dürfen unter keinen Umständen ausgesprochen werden. Und zwar alles, was den Partner im Nachhinein entwerten würde. Zum Beispiel dürfen seine unangenehmen Gewohnheiten nicht bloßgestellt werden. Jeder von uns hat unangenehme Gewohnheiten. Sie sind Teil unserer Persönlichkeit, man kann sie nicht willentlich an- oder abstellen. Das können Bagatellen sein, die aber zentnerschwer werden, wenn man sie gegen jemanden verwendet. Vor allem, wenn man sie dazu nützt, um den anderen auch vor den Kindern bloßzustellen. „Ich kann deinen Vater nicht mehr essen sehen, Manieren hat er nie gelernt, das kommt schon aus seinem Elternhaus.“ Oder ihn schlicht zu diskreditieren: „Dein Vater hat gelogen, als er erzählte, er habe gekündigt, um sich beruflich zu verbessern. In Wirklichkeit haben sie den Versager rausgeschmissen.“ Oder die Partnerin je nachdem als dumm oder gar als Abzockerin abzuwerten: „Deine Mutter hat es sowieso nur auf mein Geld abgesehen …“ So was darf nicht passieren, denn es zerstört etwas ganz Fundamentales bei einem Kind: Vertrauen und Respekt den Eltern gegenüber.

ZUR PERSON
Catherine Herriger ist Psychologin und Autorin. Sie arbeitet als Beziehungstherapeutin in Bern. Ihr Buch „Wandervögler – warum Männer unbedachter fremdgehen“ ist letztes Jahr erschienen (17,99 Euro, Kösel). Catherine Herriger ist seit vierzig Jahren mit demselben Mann zusammen und hat zwei Kinder.

Paul-Philipp Hanske
Über den Autor:
Paul-Philipp Hanske ist Redakteur bei Nido. Seine Redaktionskollegen nervt er regelmäßig mit Essgeräuschen und seltsamer Musik. Er träumt von dem Tag, an dem seine drei Söhne schwimmen können und er endlich wieder dösend im Freibad liegen kann.

Diesen Artikel kommentieren

Damit Sie auch so ein schönes Userbild bei Ihren Kommentaren angezeigt bekommen, müssen Sie sich einen Gravatar-Account zulegen und mit der dort hinterlegten E-Mailadresse kommentieren.

(muss sein)

8 Kommentare

  1. tobias

    Interessanter artikel, der sich mit vielen deckt, die man in den letzten jahren liest. hart finde ich den part mit „lust erloschen? beziehung bereits tot“. aber es ist etwas sehr wahres dran. ganz objektiv gesehen, ist es sehr unromantisch aber mann kann scheinbar tatsächlich sagen: männer und frauen passen nicht zusammen ABER: hormone verändern beide so, dass sie kurzeitig einem programm folgen können, welches nachwuchs zum ziel hat, ist dieses ziel erreich oder „genug“ zeit (meist 2-3 jahre) verstrichen, kann der coktail im blut nicht mehr aufrecht erhalten werden und die daraus resultierenden unterschiede, sowieso rückkehr zu eigenheit der jeweiligen geschlechter, sorgt dann für probleme, die mit hoher sicherheit in einer trennung enden. wenn man fies rational sein will, kann ich männern nur raten: zeugt keine kinder und heiratet nicht, bleibt solange bei eurer partnerin, bis sich abzeichnet, das die lust bei ihr versiegt und sucht euch dann eine neue. denn es scheint ja, gemäß studien und anderen artikeln wie diesem der fall zu sein, das die weibliche libido zwangsweise von zeit selbst stark absinkt. ist auch bei mir so. seit 7 jahren reicht ihr 4x im jahr, für sie ist das eine „natürliche entwicklung“ und weil man sich nicht mit(rückentwickelt) hat, im punkte lust, ist man(n) ja derjenige, der hinterherhinkt und unangepasst ist, an die dauer, der beziehung

  2. maxim

    Wenn es im Bett nicht mehr klappt kann man(n)/frau sich auch Hilfe holen. Trennung und Fremdgehen sind nicht immer die Lösung!
    Meine Rettung hieß Lissilust und mein Mann hat Hilfe bei Greenbeam gefunden. Unsere Sexualität ist zu neuem Leben erwacht!

  3. Stephan Huth

    Ich bin nicht der Meinung “ Wir haben uns auseinander gelebt“
    ist eine billige Ausrede.

    Seit der Geburt unseres Sohns, vor 3 JAHREN schlafen wir gertennt. Null Sex, null Zeit füreinander. Null Freizeit. Unsere Gemeinsamkeit ist unser Sohn, für den wir alles tun. Für uns haben wir nichts getan. Wir haben uns auch nicht mehr zu sagen.
    Da ist auch keine Oma oder Opa die /der mal aufpassen könnte.
    Selbst auf Urlaubsreisen in ferne Länder kann keine Freude und Erholung aufkommen. Wir sind niemals mal für uns.

    Kinder geben viel aber „killen“ jede Beziehung

  4. Elena

    Ich halte es für absoluten Quatsch, dass man sich immer u grundsätzlich trennen muss, wenn die Erotik erloschen ist. Wenn einer der Partner damit unglücklich ist, ist das sicher richtig. Aber wenn beide damit zufrieden sind und sich super verstehen, warum sollten sie sich dann trennen? Ich kenne Paare, bei denen das der Fall ist. Für manche hat Erotik keinen so hohen Stellenwert und wenn sich zwei finden bei denen es so ist, dann passt das doch.

  5. Wieland

    Also mit dem „Erlöschen der Erotik“ meint die gute Frau sicher nicht die Flaute im Bett, die bei allen Paaren früher oder später auftritt, sondern eher etwas Grundsätzlicheres. Stellt euch vor, Ihr seid auch mit dem Menschen neben euch zusammengekommen, weil er so schön athletisch, gepflegt oder schlank war und mit der Zeit hat sich dieser Mensch in eine Tonne verwandelt, die zudem in ausgeleierten Trainingshosen daheim rumläuft. Da hilft alle Anstrengung und das Besinnen auf „Innere Werte“ nichts, der Mensch ist für euch einfach die Un-Erotik in Person. Dann plädiere ich auch für die Trennung, denn wenn einem schon früh am Morgen der Brechreiz kommt, wenn man den Partner durch die gemeinsame Wohnung schlurfen sieht, dann sind Hopfen und Malz wirklich verloren. Da hilft nichts mehr, auch kein Paartherapeut.
    Das gleiche gilt natürlich auch für eine charakterliche oder intellektuelle 180°-Veränderung des geliebten Menschen und nicht nur für das Äußere.

    Ich weiß, ich habe das etwas drastisch ausgedrückt, aber wenn wir das Thema ehrlich angehen wollen, müssen wir das Kind beim Namen nennen.

  6. Nipa

    @Krasriel Also die Erotik stirbt meiner Meinung nach nicht, weil man „beim Sex nichts neues ausprobiert“. Diese Phase ist bei den meisten Menschen irgendwann abgeschlossen und das ist auch gut so. Wer einmal (nahezu – manches muss einfach nicht sein) alles ausprobiert hat, der weiß was ihm gefällt. Punkt. Das man in einer Partnerschaft Kompromisse eingeht und sich für seine/n Liebste/n was einfallen lässt, sollte hingegen ohnehin klar sein. „TV & Sex“ reicht natürlich nicht aus, aber solche Paare werden in der Regel eher zufällig schwanger, nennen ihr Kind Justin oder Mandy und gehören wohl auch nicht zu denen, die sich später einer Paartherapie unterziehen.

    „Voll daneben“ finde ich übrigens, den Anspruch, dass Sex jedes Mal eine „tragende tiefe Begegnung“ sein muss. Manchmal ist es das und diese Momente sind mit Sicherheit besonders, aber oft ist es das eben nicht. Der Orgasmus ist in dem Sinn kein „Muss“, dennoch ist es für viele Frauen immer auch ein Ziel. Einfach schon deshalb, weil Männer leichter zum Höhepunkt kommen.

    Die Erotik stirbt allerdings dann, wenn man sich absolut nichts mehr zu sagen hat. Wenn sich Wut und Frustration breit machen und man dem Partner am Ende gleichgültig gegenüber sitzt.
    Schuld daran ist oft ein Mangel an Kommunikation bzw. eine destruktive Art Bedrüfnisse zu äußern. Frauen erwarten heutzutage, dass ihr Mann Gedanken lesen kann und Männer machen sich in der Regel erst dann Gedanken um ihre Beziehung, wenn es schon zu spät ist. Man redet dann meistens nicht über sich, sondern über die Kinder. „Kümmer dich doch mal um dein Kind!“ (Frau) oder „Bei dir dreht sich ja alles eh nur noch um die Kinder“ (Mann), sind beliebte Vorwürfe, die sich Eltern an den Kopf werfen, wenn sie eigentlich etwas ganz anderes sagen möchten, es sich aber aus Angst vor Verletzung / Ablehnung nicht trauen.

    Beziehung bedeutet Arbeit und ich finde es sehr schön, wie Frau Cathrine Herriger durchscheinen lässt, dass sie von Trennungen nicht viel und die meisten für unnötig hält. (Denn das sind sie!)
    In unserer Gesellschaft wird man zum blinden Wegwerf-Konsum erzogen und das gilt auch für Beziehungen. Alles was „sich nicht mehr richtig anfühlt“ wird entsorgt, anstatt sich mit der Ursache zu beschäftigen.

    Dabei glauben viele Eltern, dass Kinder sowas zum emotionalen Null-Tarif einfach mitmachen, denn schließlich sind Scheidungen ja überall mittlerweile Gang und Gäbe und Patch-Work Familien quasi ein Ausdruck für den modernen, weltoffenen Recycling-Geist.
    Das die Trennung der Eltern psychisch gesehen gleich hinter dem Tod eines Elternteils rangiert, wird gerne vergessen oder einfach nicht geglaubt. „Kinder sind anpassungsfähig.“ Aha. Und Eltern wohl nicht?

    Grüße – Mama MIT Mann und Tochter

  7. Kasriel

    Ganz Platt betrachtet ist das oben beschriebene wohl so. Warum stirbt die Erotik. Sie stirbt, weil Menschen im Bereich Sex immer noch verlangen, ein leben lange das gleiche zu tun. Flexibilität, Spass, Kreativität und neues kennen lernen ist oft nicht möglich vor innerlich festgefahrenen Moralvorstellungen.
    Das Männerbild was auch hier wieder dagestellt wird ist wieder mal voll daneben. Im Übrigen ist reiner Sex mit ziel Orgasmus eh eine Sackgasse, denn wer in der Kommunikation schwirigkeiten hat oder das Reden über das ich schwer fällt, der braucht sich nicht wundern das der Sex eher eine Mechanische Übung ist als ne wirkliche tragende tiefe Begegnung.
    Das andere was komplett daneben ist, das immer noch Kinder als Ziel gesehen werden und zum Mittelpunkt werden. Sie mussen dann für alles herhalten. Kinder zu machen ist ja ne nette angelegenheit, man sollte sich aber vorher überlegen, was man den den Kindern an Werten und Lebensideen mit auf den Weg geben will. Und wie man dafür sorge tragen will, das aus ihnen SELBSTBEWUSSTE STARKE Menschen werden, die Fähig sind zu Denken und kraftvoll IHREN Weg gehen.
    Wenn Paare außer Sex und Tv nichts mit sich zusammen anzufangen wissen, ist es eh klar, das Kinder schwierig werden und das Partnerschaft blind und ermüdent wird. Kinder sind weder Einschränkung, auch nicht im liebesleben, noch eine Belastung, sie sind Menschen die wir Erwachsene für eine Zeit Betreuen und begleiten, damit sie selbst weiter gehen. Vater zweier Erwachsener Starker Töchter.