Wochenende mit Kind: Uckermark

Raus aus der Stadt!, fordert NIDO-Autorin Susanne Frömel und schickt Familien zum Fahrradfahren ins Grüne. Und zum Schwimmen. Und zur Löwensuche. Und aufs Floß. Und, natürlich, zum Steinchenflitschen.

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Freitag

Wochenendstress: Sollen wir erst in die Therme gehen oder lieber gleich Tiere beobachten? Zum Glück sind sich beim Eisessen alle einig.

14.00 Ach, du süßes Wochenende!
In Templin am Berliner Tor (1) vorbei und weiter ins Eiscafé Cadillac (2). Unbedingt probieren: Nougat Ziege. Danach in den Ferienpark Templin (3). Schön ist er nicht, aber günstig. Mit der Therme nebenan auch praktisch (Apartment ab 59 Euro pro Nacht, ). In der Hotelpension Mühlenseeperle (4) ist es aber romantischer (DZ ab 66 Euro, www.muehlenseeperle.de).

16.00 Brandenburger Safari
Im Nationalpark Unteres Odertal (5), einer der letzten naturnahen Flussauenlandschaften Mitteleuropas, kann man Sumpfohreulen und Fischotter beobachten. Wenn das Kind partout nicht ins Grüne zu bewegen ist, mit einer geführten Packeseltour locken (www.packeseltouren-brandenburg.de). Wer ein Tiererlebnis ohne langem Auflauern will, mietet sich ein Schwanentretboot auf dem Templiner See (6).

18.30 Raubtierfütterung

(7) Kloster Chorin

Im Kloster Chorin (7) kommt man um das hausgebackene Brot mit Schmalz nicht herum. Hier kann man nicht nur gut essen, sondern auch in einer der Ferienwohnungen bleiben. Im Kutscherhaus in Templin (8) gibt es die beste Forelle dank der guten Kontakte der Wirte zum Fischer. Zum Sundowner mit dem Rad an den Lübbesee (9): Mit Sichttiefen bis zu vier Metern ist er perfekt für kleine Schnorchler.

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Samstag

Mit dem Fahrrad zu Muffelwild und Otter in den Wildpark, Pfeil und Bogen schnitzen und am See auf etwas schießen, das nicht kaputt gehen kann.

9.30 INTO THE WILD
Auf der Terrasse im Café Wildau (10) am Ufer des Werbellinsees sitzen und Rührei essen. Mit dem Rad (mit kleinen Kindern lieber mit dem Auto) die leicht hügelige Waldstrecke an der Landstraße (15 Kilometer) entlang bis zum Wildpark Schorfheide (11) fahren. Dort leben die Tiere in gro.zügigen Gehegen in der Natur. Gegen den ersten Hunger helfen die frischen Wildfleisch-Bratwürste am Grillstand.

11.30 Echtes Klettergerüst
Genug von den Tieren? Schnell auf die Bäume im Kletterwald Schorfheide (12) und sich zeigen lassen, aus welchem Baum man am besten Pfeil und Bogen schnitzt.

14.00 Picknick im Wald
Zurück Richtung Werbellinsee. Am besten im Wald bei den Köllnseen (13) auf einer der schönen Lichtungen Rast machen, den zahlreichen Spechten zuhören und selbst zubereitete Brote essen. Denn mit Restaurants sieht es hier mau aus. Hübsch ist auch die Strecke nach Finowfurt, die teilweise durch den Wald führt. Pause machen an der Zerpenschleuse (14) zum Steinchenflitschen. Wenn jetzt der Magen knurrt, Raclette in der Auberge in Finowfurt (15) bestellen.

15.30 Wasser Marsch
Der Werbellinsee (16) ist nicht nur einer der größten, sondern auch einer der schönsten Seen der Uckermark. Am Nordufer in der Nähe der Dampferanlegestelle hat man die Badewiese mit etwas Glück ganz für sich allein.

17.30 Essen bei Erich

(17) Hubertusstock

Der Hubertusstock (17) ist das ehemalige Jagdschloss der DDR-Regierung. Während sich die Erwachsenen die Honecker-Suite zeigen lassen, nutzen die Kleinen den Wald zum Räuber- und-Gendarm-Spielen. Im angeschlossenen Restaurant Von Hövel das Rehfilet an Schwarzkirschjus probieren. Rustikaler geht es im fünf Kilometer entfernten Wirtshaus zum Wisent (18) in Eichhorst zu: Direkt am Werbellinkanal gelegen, gibt es hier unter viel dunklem Holz Wildbraten mit reichlich Soße.

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Sonntag

So muss ein Sonntag sein: auf einem Floß über die Seenplatte treiben, bei den Wasserbüffeln entspannen und Apfelkuchen auf der Schlossterrasse genießen.

10.00 Abenteuer auf dem Floß

(19) Floßfahrt

Auf zur nord-uckermärkischen Seenlandschaft! Ab Lychen (19) auf ein Floß umsteigen (www.treibholz.com, ab fünf Euro pro Person/Stunde). Das Beste: Während der Fahrt wird gegrillt. Los geht es immer zur vollen Stunde, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alternativ mit dem Fahrrad knapp vier Kilometer bis Wildau fahren. Im Strandcafé Lychen (20) gibt es Kuchen aus der eigenen Bäckerei.

12.00 Zum faulen Büffel
Hinter Schwedt wieder in den Nationalpark Unteres Odertal und weiter zur Wasserbüffelfarm (21) in Gartz. Dort gibt es herrliche Wiesen zum Ausstrecken und Austoben.

14.00 Alles auf Käse
Papa, wie wird eigentlich Käse gemacht? Jetzt bloß nicht blass werden, sondern gekonnt in die Schaukäserei (22) in Uckerland führen. Allerdings wird den Kindern der Käse bald egal sein – hier gibt es nämlich sagenhaftes Eis. Der Hofladen hat im Sommer auch sonntags geöffnet, ohne ein Stück Bockshornkleekäse sollte man nicht weiterfahren.

15.00 Im Märchenschloss
Die Boitzenburg (23) ist eines der größten Schlösser Brandenburgs. Einen Spaziergang um die Schlossinsel darf man sich nicht entgehen lassen. Wer findet zuerst die zwei Löwen aus Sandstein vor der Kapelle im Park?

17.00 Essen ist fertig
Den Hunger im Salon des Gutshauses zu Friedenfelde (24) stillen mit Dinkel-Flammkuchen, Sauerbraten-Spießen und „Uckerbraat“, einem Molke-Bratkäse aus der Region. übrigens: Mit „Nudln“ ist in der Uckermark keine Pasta gemeint, sondern Kartoffeln.

18.30 Immer wieder See
Den Nachtisch, einen köstlichen Apfelkuchen, auf der Terrasse des Hotels Schloss Herrenstein (25) genießen. Ein perfektes Wochenende endet mit einer Massage im angeschlossenen Wellnessbereich. Voranmeldung im Hotel erforderlich. Die Badehose nicht vergessen, der Strand beginnt gleich vor der Terrasse.

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Info: Uckermark

Einwohner  ca 130.000

Die schönste Kutschtour:
Sternhagener-Landmusikanten.de

Der schönste Picknickplatz
Gleich am Deichtor im Nationalpark Unteres Odertal. Dort sieht es unwirklich aus, wie im Auenland aus dem Film „Herr der Ringe“.

Seen sehen
Im Biosphärenreservat Schorfheide allein über 250

Der Duft der Uckermark:
verwunschen sumpfig bis betörend blütenreich – aber immer erfrischend

Lokales Vokabular
Samersprotte: Sommersprosse
Schlöpendriewer: Schürzenjäger
Knäppendräher: Klapperstorch

Auf die Stämme!
Die Flösserei wird schon seit 1570 im Gebiet um Lychen betrieben. Ende Juli findet das Flösserfest statt.

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